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Juli Zeh

1. Pony Show

Pony Show Roman

Gesprochen von
9
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Verkaufsrang

2

Gesprochen von

David Schütter

Spieldauer

19 Stunden und 14 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

12.10.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

230

Verlag

Der Hörverlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783844557053

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Verkaufsrang

2

Gesprochen von

David Schütter

Spieldauer

19 Stunden und 14 Minuten

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Ja

Erscheinungsdatum

12.10.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

230

Verlag

Der Hörverlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783844557053

Herstelleradresse

Der Hörverlag
Neumarkter Str. 28
81673 München
Deutschland
Email: info@service.penguinrandomhouse.de
Url: www.penguinrandomhouse.de
Telephone: +49 800 5003322
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  • Gabi

    aus Traiskirchen

    4/5

    25.10.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Spannend und gut

    Ich liebe Juli Zeh sehr. Dieses Buch hat mir auch sehr gut gefallen, auch wenn ich beide Thematiken (Gericht/Verlagswesen) gar nicht gern lese/höre. Selbstironisch lässt sie die Hauptfigur Autorinnen hassen, die über Autorinnen schreiben..... Ja, dennoch hat es sich gelohnt, das Hörbuch zu hören. Tolle Leserstimme, gute Unterhaltung!

  • Gela

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    24.10.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Wenn die „Wahrheit“ zur Gerichts-Show wird

    Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht, ein verschwundener junger Mitarbeiter und ein Prozess, der zur öffentlichen Inszenierung wird. Je mehr über die Beziehung zwischen Betty und Fero ans Licht kommt, desto weniger geht es um die einfache Frage nach Schuld oder Unschuld. Stattdessen verhandelt der Justizthriller, wer eine Geschichte erzählen darf und wem die Öffentlichkeit glauben will. Der erzählerische Kniff, die Handlung aus der Perspektive von Mark, Bettys Verteidiger, zu erzählen, verleiht dem Roman eine instabile Dynamik. Mark verliert zunehmend seine professionelle Distanz, sodass sein subjektiver Blick den Prozess stark prägt. Vieles erfährt man erst nach und nach und oft nur, wenn Betty es Mark preisgeben möchte. Zugleich wechselt die Erzählung an manchen Stellen in eine Perspektive, die mehr zu wissen scheint. Als Betty Fero kennenlernt, einen deutlich jüngeren Mitarbeiter ihres Verlags, gerät ihr geordnetes Leben aus dem Gleichgewicht. Sie glaubt, in ihm einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Diese Vorstellung konnte ich von außen nur schwer nachvollziehen. Bettys Sehnsucht hingegen war für mich verständlich – ihre Entscheidungen oft weniger. Aus einer romantischen Fantasie entwickelt sich ein Drama aus Selbstzweifeln und Fremdbildern. Dabei empfindet man zugleich Mitleid und Ärger, was durchaus beabsichtigt scheint. Bettys Widersprüchlichkeit macht es schwer, sie eindeutig zu verurteilen oder zu verteidigen. Fero wirkte auf mich stark manipulativ und berechnend. Wie ein „weicher Handschuh“ passt er sich seinem Gegenüber an, spiegelt Bettys Bedürfnisse und nutzt ihre Gefühle für seine eigenen, oft vagen Ziele. Dass dieser begabte junge Mann kaum eigene Ambitionen zu haben scheint und sich einfach treiben lässt, macht ihn rätselhaft. Der Prozess selbst wird zur Bühne: Medienrummel, spektakuläre Auftritte und überraschende Beweise treiben die Handlung voran. Das passt zum Titel und zur Frage, wie sehr sich Wahrheit vor Gericht inszenieren lässt. Das Machtverhältnis zwischen einer älteren Chefin und einem jüngeren Angestellten bietet viel Stoff zum Nachdenken darüber, wie Geschlecht, Macht und gesellschaftliche Erwartungen unseren Blick auf Schuld beeinflussen. Wie ein Echo hallt immer wieder der Satz „Your body is a battlefield“ durch die Geschichte. Die wiederholte Anspielung auf einen Film mit Nicole Kidman, die Einbindung aktueller Themen und den überambitionierten Staatsanwalt empfand ich als unnötige Reize in einer stark inszenierten Geschichte. Das Ende konnte mich überraschen und fügt sich in den Showprozess ein, doch der letzte Satz ist entbehrlich. Als Hörbuch gefiel mir besonders die starke Präsenz des Sprechers. Sie rückt Mark und seine Perspektive noch stärker ins Zentrum und verleiht der Erzählung eine eigene Dynamik. Insgesamt habe ich den Roman gern gehört: Er hat mich aufgeregt, zum Nachdenken gebracht und immer wieder dazu verleitet, Bettys Entscheidungen zu bewerten.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    23.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch im Spiegel seiner Zeit

    Ein Buch im Spiegel seiner Zeit „Pony Show“ von Juli Zeh habe ich angefasst, weil das Buch mit großer Aufmerksamkeit begleitet wird. Nachdem ich die letzten Werke der Autorin gern gelesen habe, blieb diesmal nach der anfänglichen Neugier auf „das Neue von Juli Zeh“ der Leseeindruck eines unterhaltsamen, thematisch ambitionierten, mitunter aber auch überladenen Werks. Im Zentrum des Romans steht Bethany Hell, genannt Betty, eine über fünfzigjährige, verheiratete Verlegerin, die einen renommierten Literaturverlag in Hamburg leitet. In ihrem beruflichen Umfeld begegnet sie dem deutlich jüngeren Fero Lebed, einem talentierten Mitarbeiter, dessen Karriere sie gezielt fördert. Aus der engen Zusammenarbeit entwickelt sich eine komplizierte Beziehung, in der berufliche Abhängigkeit, Begehren und Macht ineinander übergehen. Während Betty sich emotional immer stärker auf Fero fixiert, bleibt unklar, was er tatsächlich für sie empfindet und in welchem Maß er ihre Zuneigung erwidert oder für seine eigenen Interessen nutzt. Dann verschwindet Fero. Betty wird mit einer Pistole, an der Blutspuren des jungen Mannes haften, und Falschgeld aufgegriffen. Obwohl keine Leiche gefunden wird, steht sie bald wegen Mordes vor Gericht. Ihre Verteidigung übernimmt Mark Steinert, für den der Prozess zum wichtigsten Fall seiner bisherigen Karriere wird. Er versucht, aus den widersprüchlichen Aussagen und den nur zögerlich preisgegebenen Informationen seiner Mandantin ein schlüssiges Bild zu gewinnen. Dabei entwickelt er nicht nur eine professionelle, sondern auch eine zunehmend obsessive Bindung an Betty und verliebt sich in sie. Je tiefer er in ihre Geschichte eintaucht, desto weniger kann er sich sicher sein, ob sie ihm die Wahrheit erzählt oder ihn ebenso geschickt lenkt wie die Menschen in ihrem Umfeld. Während im Gerichtssaal um die Beweislage gerungen wird, stilisieren die Medien Betty zur Projektionsfläche einer gesellschaftlichen Grundsatzdebatte. Es stellt sich die Frage, ob sie eine Frau ist, die ihre Machtposition ausnutzt, oder ob sie gerade deshalb verurteilt wird, weil sie sich Freiheiten nimmt, die Männern im gesellschaftlichen Diskurs eher zugestanden werden. Der Prozess wird zum öffentlichen Spektakel, und die Frage nach Feros Schicksal verschränkt sich zunehmend mit der Frage, wie sehr Wahrheit von persönlichen Interessen, Erinnerungen und gesellschaftlichen Erwartungen abhängt. Zunächst einmal liest sich „Pony Show“ ausgesprochen flüssig. Ich habe das Buch in einem Zug gelesen, was nicht zuletzt an Juli Zehs zugänglicher Sprache liegt. Sie schreibt klar, pointiert und ohne unnötige sprachliche Verästelungen. Ihre Sätze sind häufig prägnant, ihre Analogien anschaulich und ihre Beobachtungen auf Wirkung hin formuliert. Juli Zeh versteht es, komplexe Sachverhalte in eine Sprache zu überführen, die unmittelbar verständlich bleibt. Darin liegt eine Stärke, die man nicht mit literarischer Simplifizierung verwechseln sollte. Zugänglichkeit ist schließlich eine Kunst für sich. Und sie führt hier zum barrierefreien Lesevergnügen. Die Handlung entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entzieht. Neue Informationen verschieben die Perspektive, Gewissheiten geraten ins Wanken, und immer wieder stellt sich die Frage, was tatsächlich geschehen ist und wem man überhaupt glauben kann. Juli Zeh beherrscht das Spiel mit Erwartungen und Verdachtsmomenten. Allerdings ist ihr Roman auch ein Beispiel dafür, dass erzählerische Dynamik nicht zwangsläufig aus einer immer größeren Zahl von Wendungen entsteht. Mit zunehmender Lektüre stellt sich eine gewisse Ermüdung ein. Nicht jede neue Volte vertieft den Konflikt, bisweilen verlängert sie ihn lediglich. Auch die Liebesgeschichte zwischen Anwalt und Mandantin fügt sich in diese Tendenz ein. Sie lässt das ohnehin komplexe Geschehen noch konstruierter erscheinen. Insgesamt hätte der Roman an einigen Stellen von mehr Zurückhaltung profitiert. Seine eigentliche Bedeutung gewinnt „Pony Show“ ohnehin weniger aus der Frage nach dem Tathergang als aus dem gesellschaftlichen Resonanzraum, den Juli Zeh um den Fall errichtet. Hier zeigt sich ihr ausgeprägtes Gespür für den gesellschaftlichen Diskurs. Sie greift Themen auf, die unsere Gegenwart prägen, und führt sie in einer konkreten Geschichte zusammen, Feminismus und Patriarchat, weibliche Selbstbestimmung und gesellschaftliche Altersbilder, toxische Beziehungen und Machtmissbrauch, sexuelle Rollenbilder, die Mechanismen sozialer Medien, digitale Empörungskultur sowie das Verhältnis von Recht, Wahrheit und öffentlicher Meinung. Hinzu kommen Fragen nach der Funktionsweise der Justiz, nach medialer Vorverurteilung und nach der Macht von Erzählungen, die sich gegenüber den tatsächlichen Ereignissen verselbstständigen. Der Roman macht sichtbar, wie sehr die öffentliche Wahrnehmung von den Geschichten abhängt, die über einen Menschen erzählt werden. Die Wahrheit muss sich gegen Deutungen behaupten, die längst ein Eigenleben entwickelt haben. In diesem Sinne ist der Gerichtssaal nicht nur ein Ort der Rechtsprechung, sondern auch eine Bühne, auf der um Glaubwürdigkeit und Deutungshoheit gerungen wird. Der Titel “Pony Show“ verweist treffend auf diese Dimension des Spektakels. Dass ich das Buch in einem Zug gelesen habe, spricht für seine erzählerische Zugkraft. „Pony Show“ ist für mich im gesamten weniger ein rundum überzeugender Roman oder ein zeitgemäß thrillender Krimi als ein aufschlussreiches Dokument seiner Gegenwart. Ein Buch, das wichtige Konflikte sichtbar macht, seine Leser zum Mitdenken auffordert. Ich verstehe nach der Lektüre, warum das Buch Aufmerksamkeit auf sich zieht. Deshalb und nicht nur deshalb ist es für mich lesenswert, 4,5 Sterne.

  • MarieOn

    5/5

    23.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hochspannung

    Sie schauen aus dem Fenster auf die Straße. Es sieht aus, als wäre ein Karnevalszug hindurchgerauscht, Getränkedosen, Plastikflaschen, zertretene Tomaten, Plakate mit der Forderung „Free Betty“. Betty schaut zu ihrem Anwalt Dr. Steinert auf, er betrachtet die dunklen Ringe unter den geröteten Augen. Was kann er ihr glauben, fragt er sich. Er hat ein Verhandlungsstop herausgeholt. Jetzt haben die Schöffen, der Staatsanwalt, der Richter und Betty zehn Tage Ruhe. Er wird sich eine neue Strategie zurechtlegen müssen, weil Betty ihm alles über Feros Verschwinden gesagt hat, außer das wichtige. Sie vertraut ihm nicht, weicht aus, windet sich. Er weiß, wie sich Scham anfühlt und er weiß, dass der Staatsanwalt Ringlow ein Ass in der Hand hält, seine Selbstsicherheit und das angedeutete Grinsen verraten ihn. Komm raus hier, sagt Steinert und greift Bettys Arm. Sie lässt sich zum Fahrstuhl führen. Vor dem Haupteingang behält er die Gegend genau im Auge. Dass die Presse abgerückt ist, heißt nicht, dass nicht irgendwo noch ein Journalist lauert und tatsächlich sieht er eine Frau mit buntem Mantel und großer Tasche auf sie zueilen. Er greift Bettys Hand und spornt sie an, schneller zu laufen. Sie stolpert hinter ihm her. Er drückt seinen Öffner, der Wagen blinkt ihnen entgegen, reißt die Beifahrertür auf, schiebt sie hinein, sprintet ums Auto herum, springt hinein, startet und fädelt sich in den zähen Verkehr ein. Er umkrampft das Lenkrad und fragt, warum sie nicht einmal das machen kann, was er ihr sagt. Betty guckt aus dem Fenster, lässt seinen Ausbruch an sich vorüberziehen. Sie fahren schweigend weiter. Fazit: Die Verfassungsrichterin und vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Juli Zeh hat sich in diesem Buch auf einen Mordprozess konzentriert. Ihr Icherzählender Protagonist Mark Steinert vertritt seine Mandantin Bethany Hell, Leiterin eines großen Verlagshauses vor dem Schöffengericht. Der Staatsanwalt Ringlow hat sie wegen Mordes angeklagt. Sie soll ihren 20 Jahre jüngeren Mitarbeiter getötet haben. Ein Mord aus Leidenschaft. Der Prozess ist der erste Fall wegen Mordes, den Steinert führt und für seine junge Kanzlei, im Falle des Gewinns eine Reputation oder im Fall einer Niederlage eine Schande. Auch der junge Staatsanwalt hat triftige Gründe, den Fall zu gewinnen. Steinerts größtes Problem liegt in seiner Mandantin selbst. Sie rückt nur zögernd mit den nötigen Informationen raus, ist berühmt und die Presse erschwert die Verhandlungssituation und sie ist begehrenswert. Die Autorin lässt mich durch die Augen Steinerts zusehen, wirft uns kleine, leicht verdauliche Häppchen zu und beginnt ein Katz- und Mausspiel. Ich beobachte, wie Steinert seiner Mandantin zunehmend verfällt und scheinbar an Objektivität einbüßt. Bettys Geschichte einer leidenschaftlichen, aber platonischen Liebe, weckt in Steinert das Gefühl, mit seiner Familie und besonders seiner Frau, selbst einen zweitrangigen Lebensentwurf zu tragen, der besser sein könnte. Die Selbstzweifel des Anwalts, seine Eifersucht auf das Opfer, die Zweifel an den Darstellungen seiner Mandantin, das sie Beschützen wollen, seine ganze Zerrissenheit, gibt der Geschichte eine enorme Spannung. Ich habe diese über 500 Seiten, von denen keine zufiel war, mit großem, gleichbleibenden Interesse gelesen. Ein bis zum Ende spannender Justizthriller mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, bei dem auch das Thema Feminismus einen überzeugenden Platz gefunden hat. Ich mochte auch ihr Buch „Über Menschen“ sehr.

  • Lilli33

    5/5

    21.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Prozess

    Die gestandene Bethany „Betty“ Hell führt sehr erfolgreich den renommierten Hamburger Verlag Lysander. Schnell erkennt sie die Qualitäten des neuen Lektoratsmitarbeiters Fero Lebed. Die Zusammenarbeit mit ihm macht ihr Spaß. Fero glänzt durch Fachwissen, Charme und Empathie. Betty ist wie berauscht von dem zwanzig Jahre jüngeren Mann. Doch dann verschwindet er spurlos, und Betty wird an der ungarischen Grenze mit einem Koffer voll Falschgeld und einer Pistole verhaftet. An der Waffe findet sich Blut - Feros Blut. Betty wird wegen Mordes angeklagt. Verteidigt wird sie von dem Anwalt Mark Steinert, aus dessen Perspektive wir den Prozess und das Drumherum erleben. Auf etwa 500 Seiten versuchen wir nun herauszufinden, was geschehen ist. Hat Betty Fero tatsächlich getötet? Die Angeklagte schweigt beharrlich. Erst als immer mehr Indizien auftauchen, öffnet sie sich ihrem Verteidiger und erzählt nach und nach ihre Geschichte. Doch immer wieder schleichen sich Zweifel ein - beim Anwalt wie auch bei den Lesenden -, ob das alles so stimmt, wie Betty es erzählt oder ob sie einfach eine großartige Schauspielerin ist. Dabei stellt sich auch die Frage, ob Betty von Fero manipuliert wurde oder ob es eher umgekehrt war. Toxisch war die Beziehung auf jeden Fall. Juli Zeh zeichnet hier ein detailliertes Bild einer starken und doch zerbrechlichen Frau mit einer psychologischen Raffinesse, die mich beeindruckt hat. Die Einblicke in das deutsche Justizwesen wirken authentisch, ebenso die Beschreibungen von Pressearbeit und Social Media. Der Prozess ist nicht einfach nur ein Prozess, sondern eine Show, in der etliche Leute einen Auftritt haben wollen. Aktivistinnen instrumentalisieren ihn als Werkzeug im Kampf gegen das Patriarchat. Der Staatsanwalt sieht sich auf dem Sprung in die Politik und giert nach einem Sieg. Und auch Mark Steinert und seine Kanzlei können sich keine Niederlage erlauben. Die Autorin weiß mit Worten umzugehen. Fast unmerklich setzt sie mir immer wieder neue Gedanken zum Geschehenen in den Kopf, bis ich nicht mehr weiß, wo vorne und wo hinten ist. Auch wenn manches Verhalten der Protagonist:innen doch recht unwahrscheinlich ist, hat mich das hier überhaupt nicht gestört, denn es fügt sich perfekt in die Handlung ein, die irgendetwas zwischen unterhaltsam und tiefgründig ist. Mich wird dieser Roman auf jeden Fall noch einige Zeit gedanklich beschäftigen.

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Bewertungen (9)

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