Zwei klassische Romane des frühen 19. Jahrhunderts, deren Behandlung des Themas Liebe frappierend modern erscheintIn seinen beiden letzten Romanen überrascht Wieland, ein Meister psychologischen Erzählens, mit seiner Modernität in der Behandlung des Themas Liebe. »Menander und Glycerion« schildert exemplarisch die offene Beziehung zwischen dem Dramatiker Menander und der schönen Blumenbinderin Glycerion, die trotz beiderseitiger Zuneigung und Einsichtsfähigkeit am Unterschied der Geschlechter scheitert. In »Krates und Hipparchia« verwandelt Wieland eine Episode aus dem Leben des historisch verbürgten Philosophen Krates von Theben in einen eleganten Briefroman. Wider Erwarten sieht sich der hässliche, ältliche Kyniker mit der Liebe einer selbstbestimmt handelnden jungen Frau konfrontiert. Während er seinem Ideal der Enthaltsamkeit treu zu bleiben versucht, bietet Hipparchia alles auf, um die Widerstände von Gesellschaft, Familie und nicht zuletzt von Krates selbst zu überwinden.
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