Seit der Antike wird die Funktion des Geldes mit der Sprache verglichen. In Verbindung mit den semiologischen Ansätzen de Saussures, Barthes‘, Goux‘ und Derridas erörtet Kramer die Debatten der marxistischen Linguistik und Sprachphilosophie und stellt sich verbreiteter Lesarten der Marx’schen Werttheorie entgegen, inderm er von der Konventionalität des Geldes als dem konstitutiven Artikulationsmoment aller Wertbestimmungen ausgeht. Dabei bietet er einen umfassenden sowie tiefgehenden Überblick über die Genealogie des Zeichen- und Wertbegriffs in Sprache und Ökonomie, der von den anthropologischen Sprachkonzepten von Marx und Engels und der strukturalen Linguistik de Saussures über die Marx'sche Geldtheorie zu der späteren Wertdiskussion bei Sohn-Rethel, Althusser, Operaismus und der Neuen Marx-Lektüre bis hin zu Luhmanns Medientheorie des Geldes reicht – und schliesst damit eine Lücke in der Epistemologie der Gesellschafts- und Kulturwissenschaften.
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