Journal culinaire. Kultur und Wissenschaft des Essens No. 42: Essigsauer
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Beschreibung
Produktdetails
Verkaufsrang
19119
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
25.05.2026
Abbildungen
zahlreiche farbige und schwarzweisse Abbildungen und Tabellen
Herausgeber
Martin Wurzer-BergerVerlag
Edition Wurzer & VilgisSeitenzahl
156
Maße (L/B/H)
29.5/17.1/1 cm
Gewicht
349 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-941121-42-3
Für andere kulinarische Belange war die Alternative Branntweinessig, der in grünen Fünf-Liter-Kanistern in die Küche kam. Er brachte seinen Geschmack an die eingelegten knackigen Gürkchen, die durch Dilldolde, gelbe Senfkörner, schwarze Pfefferkörner, Zwiebelchen, Lorbeerblatt und ein Stückchen Meerrettich aromatisiert wurden. Dass der Essig nicht nur geschmacklich wirksam und prägend war, sondern vor allem der Haltbarkeit diente, war Heranwachsenden unbekannt.
Gigantische Kürbisse waren die Dritten im Bunde der mit Essig eingelegten Gemüse. Sie bedurften mit Zucker einer Zutat, deren Fehlen bei den zumeist zuckerfreien Gewürzgurken positiv bemerkt wurde. Eingelegte Kürbisse blieben – womöglich wegen der eigenartigen Kombination von Saurem und Süssem – wenig gelitten. Die angebrochenen Gläser fristeten im Kühlschrank ein Rückwanddasein.
Dieser Prolog zur essigsauren Ausgabe No. 42 des Journal Culinaire führt in eine Zeit, in der eigene Gemüsegärten unterhalten wurden und das in substanziellen Mengen gewonnene Gemüse eingekocht oder sauer konserviert wurde. Er soll aber keinen nostalgisch-verklärenden Beigeschmack hervorrufen. Er illustriert, dass biografische Zufälligkeiten in der Ernährung sich zu erstaunlich beharrlichen Narrativen verdichten. Nicht wenige fühlen sich mit zuckerfreien, wirklich sauren französischen Cornichons wohl – und sind ernsthaft schockiert, wenn französische Traditionsmarken ihre Cornichons für den deutschen Markt mit Zucker »verbessern«. Essverhalten ist nicht leicht zu verändern.
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