Die Folgen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs prägen die Stadt Görlitz wie kaum eine andere. Seit 1945 trennt die Neisse die Stadt zwischen Deutschland und Polen. Die Machtübertragung an die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) erfolgte durch freie und demokratische Wahlen, die Folgen waren 12 Jahre Diktatur und ein neuer Weltkrieg. Wie konnte es dazu kommen, und wie haben die Menschen in Görlitz die Zeit zwischen 1933 und 1945 durchlebt? Dieses umfangreich bebilderte Lesebuch stellt die Görlitzerinnen und Görlitzer in den Mittelpunkt: Einige haben die Zeit als Kinder erlebt und darüber berichtet. Nachfahren haben die Geschichte ihrer Eltern und Grosseltern erzählt. Mittlerweile sind über 80 Jahre seit dem Ende des Krieges vergangen. Es hat sich gezeigt, dass die Geschichte des Nationalsozialismus in Görlitz bislang wenig erforscht und kaum aufgearbeitet wurde. In den Jahren der DDR wurden Täter und Opfer des Nationalsozialismus vor allem aus einem ideologischen Blickwinkel betrachtet. Die Lebenswirklichkeit und der Alltag der Bevölkerung blieben ebenso wie politische Grautöne ausgespart. Dieses Buch möchte die Zeit des Nationalsozialismus und kurz nach Kriegsende in Görlitz neu beleuchten. Immer wieder wird dabei auch der Ostteil der Stadt, das heutige Zgorzelec in den Blick genommen.
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