In der Manhattan-Siedlung stehen die ersten Hochhäuser der Stadt. Überragt werden sie nur von den Karawanken; oben, auf dem Kamm, verläuft die Grenze zwischen Österreich und Jugoslawien. Isabella war das aussergewöhnlichste Mädchen in der ManhattanSiedlung, und jetzt ist sie tot. Angeblich hat sie sich erhängt. Davor hat sie dem Ich-Erzähler noch eine Platte geborgt: "Imagine" von John Lennon. Isabella war seine erste grosse Liebe.Kurz nach Isabella stirbt Tito. Über seinen Tod wird in der Kärntner Kleinstadt mehr gesprochen als über den der Vierzehnjährigen – allzu präsent ist die Angst, dass die jugoslawische Volksarmee über die Karawanken einfällt. Und die Angst, dass aus dem Kalten ein heisser Krieg wird, unter Einsatz der neu entwickelten Neutronenbombe womöglich.Led Zeppelin und David Bowie, neue Highscores beim Stratofortress-Flipper und dicke Rauchwolken der Smart-Zigaretten verhüllen das Unbehagen der Jugendlichen ein wenig, das sich speziell beim Ich-Erzähler in der Frage kanalisiert: Warum hat Isabella sich umgebracht?Der Blick auf die 1980er Jahre ist ein Blick in den Spiegel. Viele Themen von damals, seien es politische oder ökologische, sind die Themen von heute.Robert Woelfl legt mit seinem Romandebüt "Manhattan" ein authentisches, schnörkellos geschriebenes Zeitbild aus der Sicht eines Teenagers vor, das nicht nur Kinder der 80er in seinen Bann ziehen wird.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.