Portrait
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Friedrich Paulsen
Friedrich Paulsen (geb. 1965 in Kiel) absolvierte nach dem Abitur in Braunschweig eine Ausbildung als Krankenpfleger und studierte anschliessend Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU). Nach klinischer Tätigkeit in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie der HNO wurde er 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Anatomischen Institut der CAU und habilitierte sich 2001 für Anatomie bei Prof. Dr. med. Bernhard Tillmann. Forschungsaufenthalte führten ihn 2002/2003 an die University of Bristol, UK.
2003 erhielt er Rufe auf C3-Professuren in München und Halle-Wittenberg (Gründung eines Weiterbildungszentrums für Klinische Anatomie) sowie später auf Ordinariate im Saarland, Tübingen, Wien und Erlangen. Seit 2010 ist er Professor für Anatomie und Institutsdirektor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), von 2016 bis 2022 war er zudem Vizepräsident. Von 2006-2026 war er Herausgeber der Annals of Anatomy (jetzt Honorary Editor-in-Chief) und seit 2014 Mitglied der Sachverständigenkommission des IMPP (derzeit im Kontrollausschuss).
Er ist Ehrenmitglied mehrerer anatomischer Fachgesellschaften, seit 2006 Schriftführer der Anatomischen Gesellschaft, war 2009–2019 Generalsekretär der IFAA und 2021–2023 Präsident der EFEM. Er erhielt zahlreiche wissenschaftliche und didaktische Auszeichnungen, darunter den Anton-Waldeyer-Preis. 2022 und 2023 wurden ihm Ehrendoktorwürden in Bukarest und Iași verliehen; letztere verbunden mit der Ehrenbürgerschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Fragestellungen zu Augenoberfläche, Tränensystem, Trockenem Auge, Hirnmechanik und klinischer Anatomie.
Prof. Dr. med. Jens Waschke
Jens Waschke (geb. 1974 in Bayreuth) hat an der Universität Würzburg Medizin studiert und 2000 in der Anatomie promoviert. Nach dem AiP in der Anatomie und der Inneren Medizin habilitierte er sich 2007 für das Fach Anatomie und Zellbiologie. Zwischen 2003 und 2004 verbrachte er einen neunmonatigen Forschungsaufenthalt in der Physiologie an der University of California in Davis. Von 2008 an war er Inhaber des neu gegründeten Lehrstuhl III an der Universität Würzburg, bevor er an die Ludwig-Maximilians-Universität in München berufen wurde. Dort leitet er seit 2011 an der Anatomischen Anstalt den Lehrstuhl I. Weitere Angebote aus Wien, Hannover und Würzburg lehnte er ab. Im Jahr 2018 wurde Jens Waschke zum Präsidenten der Anatomischen Gesellschaft gewählt. Aktuell gehört er der Sachverständigenkommission des IMPP und dem Fachkollegium der DFG an und ist Ehrenmitglied der Anatomischen Gesellschaften von Äthiopien und Chile.
Seit 2019 veröffentlichte Jens Waschke die Bücher „Mensch – einfach genial" und „Cutting edge“, um die Anatomie und deren Geschichte für eine breite Leserschaft verständlich zu erklären, sowie seine Anatomie-Krimis „Einbein" und „Waidmannsheil“.
In seiner Forschung untersucht Jens Waschke die Mechanismen, die die Haftung zwischen Zellen kontrollieren, um neue Therapieansätze für die blasenbildende Hauterkrankung Pemphigus, die arrhythmogene Kardiomyopathie und Morbus Crohn zu identifizieren. Zu diesem Zweck hat er 2026 den Sonderforschungsbereich TRR 425 DEFINE als Co-Sprecher mitbegründet.