Die symphonische Programmmusik gehört zu den kontroversestenErscheinungen des Wiener Konzertlebens der zweiten Hälfte des19. Jahrhunderts. Die damals in der Presse veröffentlichtenBesprechungen dieses Repertoires verhandelten neben Faktur undGattung der Werke auch die künstlerische Befähigung der aufgeführtenKomponisten. Im Rahmen solcher Erörterungen, in denen nicht dasWerk, sondern der Künstler im Zentrum der Kritik stand, spieltenzudem Aspekte wie nationale oder religiöse Zugehörigkeit einebedeutende Rolle.Im vorliegenden Band wird der Wiener Pressediskurs übersymphonische Programmmusik aus rezeptionsgeschichtlicherPerspektive untersucht. Auf der Grundlage von eintausendMusikkritiken wird das breite Spektrum an Bewertungskriterien,die für die Urteilsbildung zahlreicher zeitgenössischer Rezensentenmassgeblich waren, analysiert und deren historische Bedingtheitreflektiert.
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