Dass Stimmungen und Atmosphären an Formen der Historisierung gebunden sind, lässt sich kaum bestreiten. Genauso ist davon auszugehen, dass sie an vielfältigen ästhetisch-medialen Prozessen beteiligt sind oder durch diese überhaupt erst hervorgebracht werden. Als Schwelle einer verstärkten kulturgeschichtlichen Relevanz werden häufig das 18. und 19. Jahrhundert angesehen. So sehr es naheliegt, dass subjektbezogene Stimmungen und räumlich geprägte Atmosphären erst in einem entsprechenden diskursiven Umfeld emergieren können, so wenig lässt sich dies mit der Beobachtung Leo Spitzers in Verbindung bringen, wonach der Stimmungsbegriff auf antike und später christliche Konzepte der Weltharmonie zurückgeht. Die Publikation hat daher das Ziel, Stimmungen und Atmosphären auch jenseits von historischen Schlüsselepochen ausfindig zu machen. Im Zentrum steht die Frage, welche Situationen, Handlungen, Räume und Umwelten entfaltet werden und welche mediale und diskursive Dynamik sich abzeichnet.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.