Jedes Jahr führen 19 Millionen Abtreibungen unter unsicheren Bedingungen zum Tod von 68.000 Frauen. Tatsächlich sind 49 % der Abtreibungen weltweit "risikobehaftet", entweder weil der Schwangerschaftsabbruch in dem jeweiligen Land verboten ist oder weil der Zugang zu medizinischen Einrichtungen fehlt. Im Jahr 2015 lebten 40 % der Frauen im gebärfähigen Alter in Ländern, in denen Abtreibung eingeschränkt oder unzugänglich ist. In Lateinamerika und der Karibik unterliegt der Schwangerschaftsabbruch nach wie vor Verboten oder zahlreichen Zugangsbeschränkungen (physischer, wirtschaftlicher, geografischer, religiöser, kultureller Art usw.) und wird darüber hinaus allgemein verschwiegen. Dabei ist die Abtreibungsfrage auch Teil einer globalen Logik der Entwicklung, des Abbaus von Ungleichheiten und der allgemeinen Gewährleistung des Zugangs zur öffentlichen Gesundheitsversorgung für alle. Obwohl die Initiativen der Zivilgesellschaft zugunsten der reproduktiven und sexuellen Rechte ermutigend sind, bestehen zahlreiche Hindernisse fort. Dieses Buch bietet eine Untersuchung der verschiedenen Rechtsvorschriften zum Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen, aber auch ihrer Ursprünge und ihrer Folgen für die Gesundheit von Frauen.
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