Warum hören intelligente Menschen auf, selbst zu denken? Diese Frage beschäftigte Dietrich Bonhoeffer bereits vor mehr als achtzig Jahren. Für ihn war Dummheit nicht einfach ein Mangel an Intelligenz. Er beschrieb einen Prozess, in dem Menschen unter dem Einfluss von Macht, Gruppen und gesellschaftlichen Bedingungen ihre Fähigkeit zum eigenen Urteil verlieren können. Dennis Besseler verbindet Bonhoeffers Überlegungen mit Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten: Reisen in extreme Regionen, Entscheidungen unter Unsicherheit, unternehmerische Fehleinschätzungen und Situationen, in denen Handeln notwendig wurde, obwohl wesentliche Informationen fehlten. Dabei geht es um eine zentrale Frage: Wie können Menschen urteils- und handlungsfähig bleiben, wenn Gewissheit nicht erreichbar ist? Besseler untersucht, wie Wahrnehmung, Einordnung, Entscheidung und Handeln zusammenwirken – und wo auch strukturierte Entscheidungsprozesse an ihre Grenzen stossen. „Dummheit“ ist kein klassischer Ratgeber und kein Versprechen auf einfache Lösungen. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit Macht, Verantwortung, Unsicherheit und der Frage, unter welchen Bedingungen Menschen aufhören, selbst zu urteilen. Ein Sachbuch über die Grenzen unseres Denkens – und über die Verantwortung, trotzdem Entscheidungen zu treffen.
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