Von der Autorin von »Die Frau des Zeitreisenden«: Die Geschichte der Tochter des Zeitreisenden.Audrey Niffenegger ezählt in »Die Unruhe der Zeit« die Geschichte von Henry und Clares Tochter Alba.Alba DeTamble ist Musikerin und eine Zeitreisende, wie schon ihr Vater. Von einem Moment auf den anderen verschwindet sie aus der Gegenwart und taucht in einer anderen Zeit auf. Sie kann die Zeitreisen nicht kontrollieren, die Vergangenheit nicht ändern – und die Zukunft oft kaum verstehen. Aber sie lernt, ihre Fähigkeiten zu nutzen, besser, als es ihrem Vater Henry je gelungen ist. Und stellt doch bald fest, dass die Dinge ausser Kontrolle geraten sind: Alba ist in zwei unterschiedlichen Zeiten mit zwei unterschiedlichen Männern verheiratet: Da ist Zach, ein Schriftsteller in der Gegenwart. Und dann ist da noch Oliver, ein Pianist aus der Zukunft.Albas Reisen führen sie vom Küchentisch ihrer Mutter in die von Unruhen erschütterten Strassen Chicagos und immer wieder in das »Gelbe Haus«, einen Ort, an den sie während aller Zeiten zurückkehren kann. Als Bindeglied zwischen ihrer Community von Künstlerinnen und Wissenschaftlern und ihren Verbündeten aus Vergangenheit und Zukunft kämpft Alba gegen den Zerfall der Welt. Und bekommt Hilfe von unerwarteter Seite. Doch wie viel Vertrauen kann sie riskieren und gehört die Gegenwart uns jemals ganz?
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Jürg K.
4/5
25.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine leicht melancholische Geschichte
Audrey Niffenegger erzählt hier die Geschichte von Henry und Clares Tochter Alba. Alba DeTamble ist Musikerin und eine Zeitreisende, wie schon ihr Vater. Von einem Moment auf den anderen verschwindet sie aus der Gegenwart und taucht in einer anderen Zeit auf. Bald stellt sie fest, dass die Dinge ausser Kontrolle geraten sind. Alba ist in zwei unterschiedlichen Zeiten mit zwei unterschiedlichen Männern verheiratet. Da ist Zach, ein Schriftsteller in der Gegenwart. Und dann ist da noch Oliver, ein Pianist aus der Zukunft. Dieser Roman fühlt sich an wie ein Echo der Geschichte von Clare und Henry vertraut, aber zugleich völlig eigenständig. Alba DeTamble ist keine blosse Fortsetzung ihrer Eltern, sondern eine Frau, die mit einer Gabe lebt, die ebenso überwältigend wie zerstörerisch ist. Ihre Zeitreisen wirken weniger romantisch als bei Henry, eher wie ein ständiges Ringen um Identität. Wer bin ich, wenn ich nie ganz in der Gegenwart bleibe? Was mich besonders berührt hat, ist Albas Zerrissenheit zwischen zwei Leben, zwei Zeiten, zwei Männern. Zach und Oliver stehen nicht nur für unterschiedliche Epochen, sondern für verschiedene Versionen von Nähe. Gleichzeitig beeindruckt mich ihr Mut. Alba mischt sich ein, kämpft gegen den Zerfall der Welt, als wäre ihre Fähigkeit nicht nur Bürde, sondern Auftrag. Die Verbindung aus Kunst, Wissenschaft und Freundschaft verleiht der Geschichte eine melancholische Weite. Für mich ist es ein Roman über Zeit als Kraft, die Menschen formt und zerreisst und über eine Frau, die versucht, dennoch ganz zu bleiben.