Der Titel dieses Buches ist bewusst polemisch. Begriffe wie -Kriegstreiber- und -Kriegswahn- sind politische Wertungen, keine neutralen oder völkerrechtlichen Kategorien. Die nachfolgenden Kapitel behandeln diese Begriffe deshalb als zu prüfende These. Wo staatliche Positionen, russische Begründungen, ukrainische Forderungen, NATO- oder EU-Dokumente wiedergegeben werden, werden sie als solche gekennzeichnet. Ziel ist nicht, Propaganda einer Seite zu reproduzieren, sondern die Eskalationslogik der europäischen Sicherheitspolitik und ihre Gegenargumente nachvollziehbar zu machen.Die völkerrechtliche Ausgangslage wird dabei ausdrücklich benannt: Die UN-Generalversammlung verurteilte 2022 mit grosser Mehrheit die russische Aggression gegen die Ukraine und verlangte den Abzug der russischen Streitkräfte.Kritik an europäischer Aufrüstung ist nicht automatisch eine Rechtfertigung russischer Gewalt. Umgekehrt darf die Verurteilung des russischen Angriffskriegs nicht dazu führen, dass jede Debatte über Diplomatie, Rüstungskontrolle oder Eskalationsgefahren moralisch delegitimiert wird.
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