Ein Schlüssel dreht sich, eine Tür öffnet sich, und das neue Leben steht nicht als Versprechen im Raum, sondern als nackte, atmende Gegenwart. Mia Graf erzählt vom ersten Semester als Schwelle: von Mädchen, die sich nicht mehr verstecken, von Körpern, die einander finden, bevor Namen fallen, von einer Unerfahrenheit, die nicht bricht, sondern aufblüht. Die Sammlung ist hell, ungeduldig, von einer Sinnlichkeit durchzogen, die das Staunen nie ganz verliert.Celia erwartet Abenteuer und findet drei Frauen, die einander bereits gehören. Nancy erhebt sich, nackt, lächelt, sagt ihren Namen und küsst sie, als wäre das die einzig mögliche Begrüssung. Hände lösen den Stoff, Münder finden Hals, Brust, Rücken. Celia hat fast nichts gewusst von Berührung, und nun weiss ihr Körper alles auf einmal. Sie fällt aufs Bett, ein Mund schliesst sich über sie, ein anderer verlangt ihren, und sie öffnet sich, weil das Stöhnen der anderen sie mutiger macht als jeder Entschluss. Orgasmen kommen in Wellen, die sie nicht zählen kann; später, als die anderen sich zurückziehen, bleibt sie noch lange in sich selbst gefangen. Nancy begrüsst sie an der Harkens University, als wäre das der natürlichste Satz der Welt, und schiebt zwei Finger in sie, als gehörte das zum Immatrikulieren.Manches Studium beginnt nicht im Hörsaal. Es beginnt damit, dass jemand den Mut hat, die Tür nicht wieder zu schliessen.
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