Steve Jobs gilt als eine der prägendsten Figuren der digitalen Moderne. Doch sein Einfluss lässt sich weder auf einzelne Produkte noch auf die Geschichte eines Unternehmens reduzieren. Der Mann, der Computer nicht programmierte wie ein Ingenieur und dennoch entscheidend mitbestimmte, wie Menschen ihnen begegnen sollten, verband technische Möglichkeiten mit Gestaltung, Inszenierung und einem ausgeprägten Gespür für Erwartungen, die oftmals noch gar nicht ausgesprochen waren. Seine Geschichte beginnt lange vor Apple: bei einem adoptierten Kind, einem handwerklich geprägten Elternhaus, frühen Freundschaften, einer unsteten Studienzeit und Erfahrungen, deren Bedeutung sich häufig erst im Rückblick erschliesst.Aus der Zusammenarbeit mit Steve Wozniak entstand eine Verbindung unterschiedlicher Begabungen. Aus Erfolgen erwuchsen Macht und Konflikte, aus dem Verlust der eigenen Stellung bei Apple neue Wege über NeXT und Pixar. Als Jobs Jahre später zurückkehrte, war er nicht mehr derselbe Mann, der das Unternehmen verlassen hatte. Auch Apple war ein anderes Unternehmen geworden. Technik, Ästhetik, Reduktion und die Perspektive des Anwenders verdichteten sich zunehmend zu einer Haltung, die Produkte ebenso prägte wie ihre öffentliche Wahrnehmung.›Die Erfindung von Steve Jobs – Genie, Vision und Mythos‹ folgt deshalb nicht einer Abfolge von Geräten. Das Buch untersucht, wie aus einer Person eine Persönlichkeit und aus dieser Persönlichkeit schliesslich eine kulturelle Figur wurde. Es betrachtet den Menschen hinter der Inszenierung, trennt belegbare Biografie von späterer Legende und fragt nach jenen Erfahrungen, Beziehungen und Widersprüchen, aus denen eine aussergewöhnliche Wirkung entstehen konnte. Denn der Mythos kennt das Ende. Der Mensch, der ihn hervorbringt, kennt es nicht.
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