Leider nicht von Smith gezeichnet, aber doch wunderschön. Eine epische Story wie die originale Bone-Saga.
So viel vorweg: Das Prequel zu Jeff Smiths legendärer Fantasy-Serie stammt nicht vom Meister selbst. Zumindest nicht die Illustrationen. Text und Handlung sind hingegen wieder aus seiner Feder. Und das merkt man! Wenngleich im zeichnerischen Stil stark vom Original abweichend (doch äusserst kunst- und liebevoll gestaltet, mit wunderbar epischer Ästhetik), bietet 'Rose' die selbe Art grandioser Epik, jenes wahrhaftige 'Herr-der-Ringe-Feeling', das im originalen 'Bone' gerade die letzten zwei Drittel der Serie hochleben liessen. Eine spannende, fesselnde Fantasy-Geschichte um mystische Mächte, menschliche Emotionen, Liebe und Verrat, Tod und Heldenmut. Und eine tolle Vorgeschichte zur Hauptsaga, die auch innerhalb jener Handlung einiges in neues Licht rückt.
Das humoristische Element von Smiths originaler Serie mag man hier zwar ein wenig vermissen, aber dennoch: In der epischen Storyführung bleibt sich der Maestro treu. Die junge Rose (später dann: 'Grandma Ben') ist eine ebenso sympathische wie inspirierende Heldin, deren lustige Hunde Euclid und Cleo doch auch einiges an drollig-lieber Situationskomik beitragen. - Dabei fast schöner gezeichnet als Maestro Smith es wohl selbst geschafft hätte! Der Comic-Magier Charles Vess hat hier im Auftrag seines Kameraden ein wahres Kunstwerk hinterlassen. Ein sehr schönes Bändchen, definitiv ein Must-Have für alle Freunde der Hauptserie. Wer jene noch nicht kennt, fängt aber doch besser dort, mit der ulkigen Hetzjagd 'out of Boneville' und dem unübertroffen komischen Grossen Kuhrennen an. Wer auch nach dem fulminanten Abschluss der Originalsaga noch das Bedürfnis nach mehr hat, kommt hier total auf seine Kosten. Ein Genuss.