So einfach ist das nicht, mit dem Innehalten. Jene, die viel Zeit dafür hätten, wollen nicht, und jene, die wollen, finden keine Zeit dafür, oder nur selten. Zu Letzteren gehört öfter als ihm lieb ist der Autor, der sein neuestes Buch daher auch als Streitschrift gegen sich selbst sieht. Seine Leserinnen und Leser erwartet keine betuliche Anweisung, sondern eine Anstiftung, ein vergnügt und boshaft geschnürtes Bündel aus Themen und Geschichten, die Lust darauf machen, nicht allzu wichtig zu nehmen, was sich wichtig macht in unserem Leben, dem Irrglauben abzuschwören, dass alles jederzeit sofort zu geschehen hat. Komarek fordert aber auch noch spitzzüngig und zuweilen satirisch andere Spielarten des Innehaltens ein: den bedachtsamen Umgang miteinander, mit der Sprache, und, und
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Vöcklabruck
5/5
04.12.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht weil es gelesen werden muss, sondern zum Innehalten.
Innehalten mit Alfred Komarek: bewußtseinsschaffend, satirisch und erfahrungsreich.
Alfred Komarek schreibt über die Zeit, die er als Kind noch als unendlich sieht, über die Messung von Zeit auf seine Art: mit altmodischen Taschenuhren, die es zulassen die Zeit in der Hand zu halten. Er schreibt über Trends, über Bussi-Bussi- Gesellschaft, über das Hetzen um immer in jedem Bereich ein volles Programm zu erfüllen. Viele Themen greift er auf, betrachtet sie, zeigt seine Art innezuhalten, auch selbstkritisch und ironisch, mit breitem Wissen und dennoch ohne Belehrung und Ratschläge. Mit der Verwendung von Ausdrücken aus der aktuellen Jugendsprache zeigt er, dass er dennoch am Puls der Zeit ist.
Ein Buch in das man immer wieder reinschauen sollte, zum Innehalten, zum Überdenken seines Lebens, zum Finden seiner persönlichen Werte.