»Ilias« und »Odyssee« haben zahlreiche Künstler zu bildlichen Nachschöpfungen inspiriert. Nur wenige haben sich jedoch an umfangreichere Zyklen gewagt. Zu diesen zählt der englische Bildhauer und Zeichner John Flaxman (1755-1826), der 1793 eine der aussergewöhnlichsten Bildfolgen zu Homers Epen schuf. Seine Umrisszeichnungen erinnern in ihrem klassizistischen Stil an antike Vasenmalereien. Durch den bewussten Verzicht auf Farbe und die Betonung der Linie gelangen Flaxman ausdrucksstarke Illustrationen, die bis heute seinen Ruhm begründen. Mit dieser bibliophilen Neuausgabe im originalen Querformat liegt nach mehr als 100 Jahren erstmals wieder der vollständige Zyklus mit den dazugehörigen Gesängen vor. Die Texte werden in der klassischen Übersetzung von Flaxmans deutschem Zeitgenossen Johann Heinrich Voss wiedergeben. Abgerundet wird der Band von einer fundierten Einleitung zu Künstler und Werk sowie einzelnen Illustrationen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
EvaMaria
aus Bregenz
5/5
03.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Odyssee
Manche wundern sich sicher, wieso ich solch ein Buch lese, aber ich brauche es manchmal einen Klassiker zu lesen. Nun ist dieses Mal die Wahl auf die Odyssee gefallen.
Dieses wunderbare Buch konnte mich wirklich absolut begeistern, obwohl die Sprache stellenweise nicht unbedingt einfach war. Ich hatte allerdings absolut kein Problem damit.
Auf einigen Seiten habe ich gelesen, dass manche die Übersetzung nicht so optimal fanden und auch manche es als störend empfanden, dass das Versmaß nicht eingehalten wurde.
Beides Sachen, die mich persönlich nicht gestört haben.
Die Übersetzung fand ich toll und für mich war es mal was Neues eine Geschichte in dieser Art zu lesen. Ich bin sehr gut in den Lesefluss gekommen und habe das Buch, trotz der eher schwierigen Thematik und Schreibweise recht flott lesen können. Ich möchte aber noch sagen, ich würde das Buch nicht unbedingt nebenbei lesen, da man sich schon darauf einstellen können muss.
Das Buch wird ja in 24 Gesänge unterteilt und die Geschichte spielt an verschieden Orten und gibt die unterschiedlichsten Ereignisse von Odysseus und seinen Angehörigen wieder. Natürlich wird es aber auch zu einem positiven Ende kommen.
Sehr positiv würde ich zudem den Anhang des Buches beschreiben, denn hier wird noch sehr vieles erklärt und beschrieben, deswegen sind bei mir auch keine offenen Fragen zurückgeblieben.
Großes Lob gibt es auch für den Coverdesigner. Ich finde in dieser Farbgestaltung wirkt das Cover sehr edel und passt wunderbar zu diesem Klassiker.
Fazit:
5 von 5 Sterne. Klare Kauf und Leseempfehlung. Ich bin froh, dass ich diesen Klassiker nun ebenfalls gelesen habe.
Zitronenblau
4/5
14.04.2021
Buch (Set mit diversen Artikeln)
Eine prosaische Übertragung der homerischen Epen
Ich habe vor Jahren die Ilias und die Odyssee gelesen und wollte wieder schnell und einfach in den Stoff kommen. Diese Ausgabe macht es möglich!
Der Übersetzer Lempp übertrug beide Epen auf ca. 1.000 Seiten. Die Sprache ist hierbei wirklich sehr einfach, wenn nicht tirvial. Ich denke, mit diesen beiden Bänden dürfte niemand Verständnisprobleme haben. Da meine Erinnerung an die Hampe-Übersetzung schon etwas verblasst ist (ich glaube Voß habe ich nie gelesen), habe ich einige Stellen abgeglichen, insbes. den Schiffskatalog. Und siehe da: die Inhalte werden nicht zer- oder verrissen - kein Wunder, die Prosa lässt ja auch mehr Platz und ist nicht metrisch determiniert.
Zum Inhalt werde ich an dieser Stelle nichts weiter sagen. Anmerkungen mache ich noch zu den Erläuterungen. Natürlich stellt sich hier die Frage, wie viel Register und Erläuterung soll "angesetzt" werden. Klar ist, dass die vorliegende Fassung so simpel ausgearbeitet ist, dass jedem die Geschichte eingeht. Aber ich werte diese Homer-Prosa als Einstieg in das Werk und in diesem Lichte sind die Hintergrundbemerkungen zu unvollständig. Stattdessen werden Erläuterungen, die in der Ilias gemacht wurden, auch in der Odyssee aufgeführt (z.B. Argos) - obschon dies damit argumentiert wird, dass jemand die Werke "umgekehrt" liest, wobei natürlich die Ilias vor der Odyssee gelesen werden sollte.
Das Nachwort von Michael Schroeder ist recht schmal, wirklich nur notwendig in seinen Angaben (zu Homer, zu den Epen, zur Homerischen Sprache etc.).
Die Ausgabe an sich ist natürlich sehr schön, fast zu schön für die (ich nenne es mal stark simplifizierte) Prosaübertragung.
Für Einsteiger und Auffrischer, die sich nicht gleich wieder mit den Hexametern eindecken möchten, empfehlenswerte Ausgabe mit wenigen Abstrichen.