Nach verlustreich gewonnenem zehnjährigem Kampf gegen Troja (heute Hisarlik im Nordwesten der Türkei) machen sich die Griechen auf den Heimweg. Odysseus, einer ihrer tapfersten und redegewandtesten Helden, will zurück in sein Inselkönigreich Ithaka. Ein Jahrzehnt lang kreuzt er mit seiner raubeinigen Mannschaft durchs Mittelmeer, immer wieder aufgehalten von widrigen Winden, mordlustigen Riesen, Seeungeheuern und dem eigenen Leichtsinn. Alle seine Reisegefährten kommen ums Leben. Odysseus treibt auf einer Holzplanke im Meer, landet auf einer Insel und kniet hilfeflehend vor der zauberhaften Prinzessin Nausikaa nieder. Die rettet ihn, auch weil die Göttin Athene ihr dazu geraten hatte. Athene nämlich mag Odysseus sehr, obwohl (oder gerade weil) er ein schwieriger Charakter ist: Er ist intelligent, lügt aber wie gedruckt, neigt im Zorn zu Gewalt, manchmal auch zur Weinerlichkeit und zu ausgiebigen Liebesabenteuern. Als er nach knapp 20 Jahren entkräftet und zerlumpt in Ithaka ankommt, ist er ein Fremder im eigenen Land: Niemand ausser Argos, dem Hofhund, erkennt ihn wieder. Die jungen Männer der Insel rücken seiner wunderschönen Frau Penelope mit Geschenken auf den Pelz. Odysseus nimmt Rache: Zusammen mit seinem Sohn Telemach und dem „göttlichen Schweinehirten“ Eumaios bringt er seine Konkurrenten in einem epischen Blutbad zur Strecke, feiert sodann eine rauschende Nacht lang Wiedersehen mit Penelope und stellt den Frieden im Inselreich wieder her.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bücherdrache
5/5
15.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Von Göttern, Irrfahrten und der Sehnsucht nach Heimat
„Odyssee“ von Homer ist eines jener Werke, deren Einfluss auf die Literatur bis heute spürbar ist. Dennoch war es für mich eine besondere Erfahrung, diesen antiken Klassiker nicht nur als bedeutendes Kulturgut, sondern als lebendige Geschichte zu lesen.
Im Mittelpunkt steht Odysseus, der nach dem Trojanischen Krieg auf seinem langen Weg zurück nach Ithaka immer wieder neuen Prüfungen begegnet. Dabei ist er kein makelloser Held, sondern eine faszinierende Figur voller Widersprüche. Seine Klugheit, sein Einfallsreichtum und seine Fähigkeit, schwierige Situationen zu meistern, stehen neben seiner List und seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein.
Besonders gefallen hat mir die Verbindung aus Abenteuer, Mythologie und menschlichen Themen. Hinter den Begegnungen mit Göttern, Ungeheuern und geheimnisvollen Inseln steht vor allem eine Geschichte über Heimkehr, Treue und die Frage, was einen Menschen mit seiner Heimat verbindet. Auch Penelope und Telemachos bekommen dabei eine wichtige Rolle und zeigen, dass diese Erzählung weit mehr ist als nur die Reise eines einzelnen Helden.
Homers Erzählweise besitzt eine ganz eigene Kraft. Trotz des hohen Alters wirkt die Geschichte erstaunlich zugänglich und abwechslungsreich. Viele Motive, die wir heute aus Fantasy und Abenteuerliteratur kennen, finden hier ihren Ursprung.
Die „Odyssee“ ist für mich nicht nur ein bedeutendes Werk der Weltliteratur, sondern vor allem eine zeitlose Erzählung über Mut, Verlust, Hoffnung und die Suche nach dem eigenen Zuhause.
EvaMaria
aus Bregenz
5/5
03.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Odyssee
Manche wundern sich sicher, wieso ich solch ein Buch lese, aber ich brauche es manchmal einen Klassiker zu lesen. Nun ist dieses Mal die Wahl auf die Odyssee gefallen.
Dieses wunderbare Buch konnte mich wirklich absolut begeistern, obwohl die Sprache stellenweise nicht unbedingt einfach war. Ich hatte allerdings absolut kein Problem damit.
Auf einigen Seiten habe ich gelesen, dass manche die Übersetzung nicht so optimal fanden und auch manche es als störend empfanden, dass das Versmaß nicht eingehalten wurde.
Beides Sachen, die mich persönlich nicht gestört haben.
Die Übersetzung fand ich toll und für mich war es mal was Neues eine Geschichte in dieser Art zu lesen. Ich bin sehr gut in den Lesefluss gekommen und habe das Buch, trotz der eher schwierigen Thematik und Schreibweise recht flott lesen können. Ich möchte aber noch sagen, ich würde das Buch nicht unbedingt nebenbei lesen, da man sich schon darauf einstellen können muss.
Das Buch wird ja in 24 Gesänge unterteilt und die Geschichte spielt an verschieden Orten und gibt die unterschiedlichsten Ereignisse von Odysseus und seinen Angehörigen wieder. Natürlich wird es aber auch zu einem positiven Ende kommen.
Sehr positiv würde ich zudem den Anhang des Buches beschreiben, denn hier wird noch sehr vieles erklärt und beschrieben, deswegen sind bei mir auch keine offenen Fragen zurückgeblieben.
Großes Lob gibt es auch für den Coverdesigner. Ich finde in dieser Farbgestaltung wirkt das Cover sehr edel und passt wunderbar zu diesem Klassiker.
Fazit:
5 von 5 Sterne. Klare Kauf und Leseempfehlung. Ich bin froh, dass ich diesen Klassiker nun ebenfalls gelesen habe.
Zitronenblau
4/5
14.04.2021
Buch (Set mit diversen Artikeln)
Eine prosaische Übertragung der homerischen Epen
Ich habe vor Jahren die Ilias und die Odyssee gelesen und wollte wieder schnell und einfach in den Stoff kommen. Diese Ausgabe macht es möglich!
Der Übersetzer Lempp übertrug beide Epen auf ca. 1.000 Seiten. Die Sprache ist hierbei wirklich sehr einfach, wenn nicht tirvial. Ich denke, mit diesen beiden Bänden dürfte niemand Verständnisprobleme haben. Da meine Erinnerung an die Hampe-Übersetzung schon etwas verblasst ist (ich glaube Voß habe ich nie gelesen), habe ich einige Stellen abgeglichen, insbes. den Schiffskatalog. Und siehe da: die Inhalte werden nicht zer- oder verrissen - kein Wunder, die Prosa lässt ja auch mehr Platz und ist nicht metrisch determiniert.
Zum Inhalt werde ich an dieser Stelle nichts weiter sagen. Anmerkungen mache ich noch zu den Erläuterungen. Natürlich stellt sich hier die Frage, wie viel Register und Erläuterung soll "angesetzt" werden. Klar ist, dass die vorliegende Fassung so simpel ausgearbeitet ist, dass jedem die Geschichte eingeht. Aber ich werte diese Homer-Prosa als Einstieg in das Werk und in diesem Lichte sind die Hintergrundbemerkungen zu unvollständig. Stattdessen werden Erläuterungen, die in der Ilias gemacht wurden, auch in der Odyssee aufgeführt (z.B. Argos) - obschon dies damit argumentiert wird, dass jemand die Werke "umgekehrt" liest, wobei natürlich die Ilias vor der Odyssee gelesen werden sollte.
Das Nachwort von Michael Schroeder ist recht schmal, wirklich nur notwendig in seinen Angaben (zu Homer, zu den Epen, zur Homerischen Sprache etc.).
Die Ausgabe an sich ist natürlich sehr schön, fast zu schön für die (ich nenne es mal stark simplifizierte) Prosaübertragung.
Für Einsteiger und Auffrischer, die sich nicht gleich wieder mit den Hexametern eindecken möchten, empfehlenswerte Ausgabe mit wenigen Abstrichen.