Nicht dass die Geschichte bis jetzt schlecht gewesen wäre, ganz im Gegenteil! Allerdings übertrifft dieses Buch m.M.n. alle bisher erschiene Bänder. Was mir besonders gefällt, ist dass viele wichtige Entwicklungen bei den Charakteren stattfinden (die Geschichte kommt schnell vorwärts) und dabei einige doch sehr überraschende Wendepunkte enthalten sind. Dies wird, wie gewohnt, in hohem Niveau erzählt. Vor allem aber, gibt es praktisch keine langatmige Passagen/Kapitel, wie das leider in den nachfolgenden Bücher zum Fall wird.
Jakob Schör
5/5
30.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Spektakulärer als Band I und…
Spektakulärer als Band I und II, die ich unmittelbar zuvor im Januar und Februar gelesen hatte. Seinen Charakteren mutet der Autor in Buch 3 einiges zu, bringt sie teilweise an den Rand der physischen und/oder psychischen Belastbarkeit. Überraschende Wendungen, jede Menge Abwechslung und ein erhellender Blick auf Jaime Lannister, der in einem ganz anderen Licht gezeigt wird als zuvor - ähnlich wie The Hound (Sandor Clegane) nicht ein so schlechter Mensch, wie es zuvor den Anschein hatte. Habe gleich nach Abschluß der Lektüre des dritten Bandes zu Band IV ( A Feast for Crows) gegriffen - das sagt wohl alles. Just can't get enough - nach wie vor eine imponierende Leistung des Autors!
Callisto
5/5
15.04.2012
Buch (Taschenbuch)
Der dritte Band des Liedes…
Der dritte Band des Liedes von Feuer und Eis schließt nicht direkt an Band 2 an, sondern geht noch einmal ein wenig in der Zeit zurück und erzählt einige Ereignisse vor der Schlacht von Kings Landing bevor der Erzählstrang weitergewoben wird. Martin bleibt seiner Erzählweise treu und schildert weiterhin die Ereignisse in Westeros aus verschiedenen Blickwinkeln, jedoch kommen in diesem Band einige neue Personen bzw. neue Sichtweisen hinzu. Auch diesmal steht eine Prophezeiung am Anfang des Buches, welche die Komplette Handlung vorwegnimmt, ähnlich wie im ersten Band, die auch während der Handlung durch weitere Prophezeiungen untermauert wird. Die Geschichte ist voller Hinweise auf kommende Ereignisse, so dass kaum eines der Geschehnisse wirklich überraschend ist, denn alles wird vorher angekündigt, teilweise schon in Band 1 oder Band 2 der Reihe. Diese ausgefeilte Erzählweise, die Hinweise, die bereits im ersten Band Ereignisse dieses dritten Bandes andeuten zeigt, wie minutiös geplant diese Geschichte ist. Ereignisse aus der Vergangenheit beeinflussen die Gegenwart und Zukunft und nehmen den Protagonisten teilweise die Möglichkeit die Ereignisse selbst zu kontrollieren, denn die Entscheidungen wurden teilweise vor ihrer Geburt bereits für sie getroffen und überrollen sie. Dieses Buch ist eine Parabel auf Macht, das Streben nach Macht und die Unfähigkeit diese verantwortungsvoll einzusetzen. Macht um der Macht willen, Macht um Reichtum anzuhäufen korrumpiert die Protagonisten und vieles davon findet sich in unserer aktuellen Politik wieder. Der Bürgerkrieg in Westeros wird immer brutaler, Allianzen zerbröckeln, jeder verrät jeden, jeder nimmt Rache, und keiner ist bereit zu vergeben. In diesen Kriegswirren versuchen die Kinder von Ned Stark ihren Weg zu gehen und zu überleben. Bran ist auf der Suche nach der dreiäugigen Krähe, Sansa versucht in Kings Landing zu überleben, Arrya will nach Hause und Robb versucht sein Reich zusammenzuhalten. Für die wirklichen Überraschungen sorgen jedoch Jaime und Tyrion, die langsam zu sich selber finden und erkennen wer sie sind und sein wollen. Sie beginnen sich zu emanzipieren, und eigene Entscheidungen zu treffen. Der Einfluss der Magie wird stärker spürbar, sie erwacht erneut. Die Geschichte wird langsam von einem alternate history Mittelaltersaga zu einem klassischen High Fantasy Roman und zusammen mit den Protagonisten lernt auch der Leser langsam diese magischen Prinzipien kennen. Nur einer erkennt, welche Gefahr dem Reich wirklich droht und welcher Kampf das Überleben der Menschen sichern wird: Stannis Baratheon, aber auch seine Tage sind gezählt und der wiedergeborene Retter Azor Ahai ist noch ahnungslos, welches große Schicksal ihm beschieden ist. Vielen Autoren muss man vor allem einen Vorwurf machen: Sie lieben ihre Protagonisten wie eigenen Kinder und tun alles, um sie am Leben zu erhalten. Das ist ein Vorwurf, den man Martin nicht machen kann. Kein Leben ist sicher, jeder kann sterben, jederzeit. Die Geschichte ist wichtiger als ihre handelnden Personen, eine Seltenheit in der der Literatur.