Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
25.01.2012
Herausgeber
Wend KässensVerlag
SuhrkampSeitenzahl
375 (Printausgabe)
Dateigröße
1229 KB
Auflage
1
Sprache
Deutsch
EAN
9783518769201
1961, vor jetzt 50 Jahren, begann Paul Nizon, seine Journale zu führen. Täglich notiert er dort, was ihm wichtig ist, und hält so die Wahrnehmung auf sich und die Welt wach. Was als Alltagsprotokoll, Autobiographie und Werkstattbericht begann, hat sich längst zu etwas Eigenständigem ausgewachsen, zur anderen Seite von Paul Nizons Werk. Vier Journale sind bislang erschienen, und von Buch zu Buch ist mehr offenbar geworden, dass sich hier jemand sein Leben erschreibt, seinen Lebensroman erfindet.
In Urkundenfälschung, dem Journal über die Jahre 2000 bis 2010, finden sich berückend-schöne Alltagsbeobachtungen und Erzählungen, hellsichtige Porträts von Schriftstellern und Zeitgenossen, erschreckende Traumsequenzen und euphorisierende Stadtminiaturen, die einem zum sofortigen Aufbruch verlocken. Wir verfolgen mit, wie der Roman »Das Fell der Forelle Gestalt« annimmt, und lesen über seine Scheidung, die wie eine Naturkatastrophe erlebt wird. Wir erfahren in dieser »grandios-rigorosen Tagebücherei«, die »frei, wild, zart, in eigener Sache, aber zeitdurchtränkt« daherkommt, unendlich viel über das Handwerk des Schreibens und über den »Reichtum des Lebens« - in einer Sprachintensität und Unmittelbarkeit ohnegleichen.
In Urkundenfälschung, dem Journal über die Jahre 2000 bis 2010, finden sich berückend-schöne Alltagsbeobachtungen und Erzählungen, hellsichtige Porträts von Schriftstellern und Zeitgenossen, erschreckende Traumsequenzen und euphorisierende Stadtminiaturen, die einem zum sofortigen Aufbruch verlocken. Wir verfolgen mit, wie der Roman »Das Fell der Forelle Gestalt« annimmt, und lesen über seine Scheidung, die wie eine Naturkatastrophe erlebt wird. Wir erfahren in dieser »grandios-rigorosen Tagebücherei«, die »frei, wild, zart, in eigener Sache, aber zeitdurchtränkt« daherkommt, unendlich viel über das Handwerk des Schreibens und über den »Reichtum des Lebens« - in einer Sprachintensität und Unmittelbarkeit ohnegleichen.
Kundinnen und Kunden meinen
Der Schweizer Schriftsteller…
MaWiOr aus Halle am 05.02.2012
Bewertungsnummer: 2702744
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Schweizer Schriftsteller und Feuilletonist Paul Nizon (1929 in Bern geb.) studierte zunächst Archäologie, Literatur- und Kunstgeschichte. Bereits 1961 begann er seine Journale zu führen. Seit fünfzig Jahren notiert er dort, was ihm wichtig ist, und hält so die Wahrnehmung auf sich und die Welt wach. 2009 erschienen in der Edition „Suhrkamp Quatro“ bereits vier Journale der Jahre 1961 bis 1999, nun liegt mit „Urkundenfälschung“ die Fortsetzung dieser persönlichen Aufzeichnungen des Autors vor. Mit seinen Journalen startete Nizon ein einzigartiges Tagebuchprojekt. Es war für ihn eine Art literarisches Laboratorium, in dem er über seine Alltagsbeobachtungen und seine schriftstellerischen Arbeiten reflektieren konnte. Skizzenhaft und sehr persönlich schrieb er über Schriftstellerkollegen und Zeitgenossen, aber auch mit seinen Frauenbeziehungen setzte er sich hier auseinander. Naturbetrachtungen und seine Reisen fanden hier ebenfalls ihren Niederschlag. Darüber hinaus entpuppt sich Nizon als ein aufmerksamer Beobachter des politischen Geschehens. Für Nizon, der die engste Verkettung von Schreiben und Leben für sich beansprucht, ist das Journal bis heute ein wichtiges, ja notwendiges Begleitelement seines gesamten Schreibprozesses. Es ist für ihn eine stetige Selbstfindung und ruft schöpferische Energien hervor. Hier liegt der Ursprung seiner meisten Dichtungen. Schreiben als reflexive Praxis, als Festhalten seines Weges von der bürgerlichen zur künstlerischen Existenz. Hier erschreibt sich jemand sein Leben. Neben den Alltagsreflektionen der Jahre 2000 - 2010 nimmt auf den vorliegenden 376 Seiten der Schreibprozess an seinem Roman „Das Fell der Forelle“ einen breiten Raum ein. Über lange Zeit war die Arbeit an diesem Buch so etwas wie eine innere Heimat, ja eine Art Testament. Ähnlich intensiv setzt sich Nizon mit seiner Scheidung auseinander, die er wie eine Naturkatastrophe erlebt. Für Nizon ist alles im Leben literarisches Material und so findet man hier hellsichtige Ana-lysen und Kritiken neben fast banaler Alltagsbeschreibung. Die neue Suhrkamp-Ausgabe wird durch ein Nachwort „Dichter der Verwandlung“ von Herausgeber Wend Kässens, eine biografische Chronologie und ein Personenregister komplettiert. Manfred Orlick