Fieldings berühmtester Roman "Tom Jones" schildert die Abenteuer und Missgeschicke des schelmischen Helden Tom Jones und entfaltet ein reiches Bild englischen Lebens und englischer Sitten.
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4.5/5.0
Lorenz Laudenberg
aus Bergisch Gladbach
5/5
13.10.2009
Buch (Taschenbuch)
Leben als Theater
Ein wirklich durchschnittlicher Mensch ist dieser Tom Jones, mit allen Fehlern und Schwächen, seine Abenteuer auf der Bühne des Lebens gestalten sich allerdings keinesfalls durchschnittlich. Als Findelkind in behütetem Hause aufgewachsen, nach einer Intrige davon gejagt, beginnt für ihn eine Odyssee quer durch die englische Gesellschaft seiner Zeit. Er trifft, wie in einem Theaterstück, auf fast alle Charaktere, die man sich vorstellen kann, auf der Straße, in Wirtshäusern, in der "besseren Gesellschaft". (Henry Fielding ( 1707- 1754) selbst hatte sich im Leben auch immer wieder zu bewähren, sich als armer Adeliger in zahlreichen Berufen, u.a. als Anwalt, Richter, Stückeschreiber durchzuschlagen.) Dabei geht es natürlich auch um Liebe, Verrat, Betrug. Doch Tom Jones meistert auch die groteskeste, absurdeste Situationen letztendlich mit Tatkraft und Mut, die Situationskomik ist manchmal umwerfend! Am Ende wird alles gut. Der geläuterte Held ist nach tausend Abenteuern rehabilitiert! So hat Henry Fielding den ersten bedeutenden englischen humoristischen Roman geschrieben, mit ironischer Distanz, englischem Humor, richtungsweisend für die europäische Literatur. Sicher müssen wir uns beim Lesen erst an einen für unsere Zeit etwas ungewohnten, weitschweifigen Stil gewöhnen, das nehmen wir gern in Kauf, um einen der schönsten Romane der Weltliteratur zu genießen!
buchwürmchen
aus reutlingen
4/5
05.03.2015
Buch (Taschenbuch)
Die Geschichte des liebenswürd…
Die Geschichte des liebenswürdigen, jungen Findlings wird mit schwungvoller Leichtigkeit und der passenden Ironie erzählt. Der Gutsherrn Allwerth findet ein Säugling auf seiner Türschwelle. Gutherzig nimmt er den Jungen auf und gibt ihm den Namen Tom Jones. Dieser gedeiht prächtig, etwas naiv und gar dümmlich, doch mit einem großen Herzen gesegnet. Die Schwächen des Helden nutzt der eifersüchtige Cousin für seine Zwecke aus, Tom Jones verliert die Gunst seines Ziehvaters und zieht den Zorn des Nachbars auf sich, als er sich in dessen Tochter verliebt. Er verlässt seine Heimat und das Abenteuer beginnt. Nach vielen Schicksalsschlägen, wendet sich schließlich alles zum Guten und das so schnell und überzogen, dass es mir peinlich wurde. An dieser Stelle hätte ich mir etwas mehr Raffinesse gewünscht, schade den alles Übrige fand ich großartig.