Petermännchen, der Poltergeist
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Altersempfehlung
6 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum
01.01.1992
Verlag
Edition DigitalSeitenzahl
66 (Printausgabe)
Dateigröße
727 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783863940461
Wie gelangt ein Teufelsgespenst ins Franziskanerkloster zu den frommen Brüdern in die Landesresidenz Schwerin? Warum flieht es dann wieder und ausgerechnet ins Fürstenschloss auf der Burginsel?
Eine episodenhafte Geschichte um die Entwicklung eines Poltergeistes vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, ein Novum in der deutschen Kulturgeschichte. Ein freier und gerechtigkeitsliebender Poltergeist begibt sich um eines bunten, glöckchenbehangenen Röckchens willen bei den Mönchen des Schweriner Franziskanerklosters in Dienst. Er erkennt, dass er sich zum Knecht macht, verlässt die (vor der Reformation) gottlosen Mönche und zieht ins nahegelegene Schweriner Schloss. Hier erlebt er das Treiben am Herzogshofe, hilft den Bediensteten und wehrt sich gegen Ungerechtigkeiten. Die Menschen nennen den mutigen Poltergeist (oder ist es gar der Hofzwerg des Herzogs?) Petermännchen.
Auf der Grundlage historischer Dokumente und Studien wird ein Stück mecklenburgische Geschichte vermittelt und die wahrscheinlich tatsächliche Entstehung einer Sagenfigur in unterhaltsamer Form geschildert. Mit Nachwort und Anhang (Faksimiledruck der Berichte aus den Jahren 1559 und 1747, die der Geschichte zugrunde liegen). Illustrationen von Horst Schmedemann.
Inhalt:
Wie Puck die Mönche foppt; Puck als Klosterknecht; Wie Puck einem Edelmann zum Paradies verhilft; Warum Puck das Kloster verlässt; Puck zieht ins Schloss; Puck erlebt eine bescheidene Fürstenhochzeit und erhält einen neuen Namen; Wie der Schlossgeist einen Feldherrn vertreibt; Aufregung im Schloss - wer ist der Zwerg; Ein unerhörtes Ereignis; Der wahrhafte Bericht von einem Knecht, genannt der Pück; Nachricht von dem kleinen Mängen.
Leseprobe
In deutschen Landen, hoch im Norden, lag einst das Herzogtum Mecklenburg. Vor langer, langer Zeit, Hunderte von Jahren sind seitdem vergangen, da ereignete sich in der Fürstenresidenz Schwerin gar Seltsames. Schier über Nacht erschien ein Poltergeist in der mittelalterlichen Stadt. Und ausgerechnet im Franziskanerkloster! Ein Teufelsgespenst bei den frommen Brüdern - wie sollte das wohl zugehen?
Es wurde gemunkelt, dass ihn die Mönche von einer Reise mitgebracht hätten. Ja, kann man denn einen Geist einfach mitbringen? Etwa wie ein Geburtstagsgeschenk in buntes Seidenpapier gewickelt mit einem rosa Schleifchen darum? Oder wie ein Hündchen an der Leine mitführen? Was mag nur geschehen sein?
Dem Schloss fast gegenüber, in einer Strasse, die zum Burgsee führt und heute noch Klosterstrasse heisst, befand sich damals das Kloster des Franziskanerordens. Wer nun glaubt, dass die Mönche darin Tag und Nacht beteten, oft fasteten, in graue Gewänder gehüllt und überaus ärmlich und bescheiden nur ihrem Gott lebten, wie sie einstmals gelobt, der irrt sich gewaltig. Das Kloster war reich, ihm gehörten Land und Häuser, es besass viel Geld. Die Mönche lebten gut, sehr gut sogar. Sie schmausten nach Herzenslust, gingen in die Wirtshäuser, wo sie literweise Bier und Wein tranken, so dass sie dicke Bäuche und rote Nasen bekamen.
Über die Klosterbrüder wird nun berichtet, dass sie durch ein leichtfertiges Versprechen den "unsauberen Geist" nach Schwerin gebracht hätten. In einer alten Schrift können wir darüber lesen. Vieles aber blieb ein Geheimnis.
Vernehmen wir nun den wahrhaften Bericht von jenem Geist, genannt der Puck, welcher in das Schwerinsche Franziskaner-Kloster gelangte und später eine richtige Heimat in dem zauberhaften Schloss auf der Burginsel nahebei fand.
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