Am achtzehnten August 1933 entdeckte der Pförtner des Krankenhauses von Steyr ein schlafendes Kind. Neben dem Säugling, der in Lumpen gewickelt war, lag ein Stück Papier, auf dem mit ungelenker Schrift geschrieben stand: »Ich heisse Sidonie Adlersburg und bin geboren auf der Strasse nach Altheim. Bitte um Eltern.«
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Das bekannteste Werk von Erich Hackl
Magdalena Berger aus Grieskirchen am 15.07.2011
Bewertungsnummer: 730334
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Erich Hackl erzählt die Lebensgeschichte des kleinen Zigeunermädchens Sidonie Adlersburg aus Sierning bei Steyr. Sidonie wurde während der NS- Zeit ihren Pflegeeltern weggenommen und ins Konzentrationslager überstellt, weil sie eine andere Hautfarbe hat und nicht der Rassenideologie der Nazis entspricht. Erich Hackl ruft vergessene, tragische Lebensschicksale wieder in Erinnerung. Eine wahre Geschichte, so authentisch erzählt dass sie Mitten ins Herz geht.
Illustriert sehr gut die Grausamkeiten des Nationalsozialismus
Bewertung aus Fischamend am 24.11.2008
Bewertungsnummer: 591635
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich hab mir die Geschichte Sidonies der zu Herzen genommen und ich finde es einfach schrecklich, wie man mit Menschen, die anders waren umgegangen ist. Das Schlimmste ist, dass Hitlers Verbrechen Spuren in der heutigen Gesellschaft hinterlassen haben: Noch immer kursieren Vorurteile über "Zigeuner", noch immer hat man grundlos Angst vor Menschen, die anders sind, und noch immer will man keine Ausländer in Österreich.
Es hat mich dann doch sehr mitgenommen, dass die Geschichte auf einem wahren Schicksal basiert und ich finde es bewunderswert, dass es Hackl trotz des schrecklichen Verbrechens gelungen ist sachlich zu bleiben, was ich nicht geschafft hätte.
Ich selbst habe ein Referat über dieses Werk gehalten und mich daher auch über die Nachwirkungen informiert und herausgefunden, dass Hackl mit "Abschied von Sidonie" einiges erreicht hat: Durch Hackls Einsatz und den Erfolg seines Buches wurde schließlich am Heim der sozialistischen Jugend in Sierning eine Gedenktafel für Sidonie angebracht. 1990 wurde es unter dem Titel "Sidonie" von Karin Brandauer verfilmt.
Es stimmt schon, dass "Abschied von Sidonie" schwer zu lesen ist. Ich habe es vor allem irritierend gefunden, dass der Autor keine Anführungszeichen verwendet und gerne sehr genaue Orts- und Zeitangaben in langen verschachtelten Sätzen verpackt.
Ich denke "Abschied von Sidonie" ist ein Buch, das man zweimal oder öfters lesen muss, um es wirklich zu verstehen.
Es zeigt all die Grausamkeiten des Nationalsozialismus an einem Einzelschicksal auf, doch man ist sich bewusst, dass Sidonies Schicksal kein Einzelschicksal ist, sondern dass aberta