Auf der Laienbühne seines Grossvaters in Vermont lernt William, dass gewisse Rollen sehr gefährlich sind. Und dass Menschen, die er liebt, manchmal ganz andere Rollen spielen, als er glaubt: so wie die geheimnisvolle Bibliothekarin Miss Frost. Denn wer sich nicht in Gefahr begibt, wird niemals erfahren, wer er ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Möglicherweise
aus Rostock-Warnemünde
5/5
16.11.2025
eBook (ePUB)
Ein Roman über Zugehörigkeit und Zumutungen
John Irvings In einer Person erzählt die Lebensgeschichte des Schriftstellers Billy Abbott, der schon früh merkt, dass sein Begehren nicht in klare Kategorien passt. Die erste große Verliebtheit – eine Frau, die sich später als transsexuelle Person herausstellt – löst in ihm eine lang anhaltende Verunsicherung aus. In den folgenden Jahren ringt Billy mit der Frage, wie er sich selbst verorten soll: heterosexuell, homosexuell, bisexuell – oder jenseits solcher Begriffe.
Irving zeichnet diese Suche ruhig und ohne moralische Wertung nach. Unterstützt wird Billy vor allem von seinem Großvater und seinem liberalen Stiefvater, während seine Mutter und andere weibliche Familienmitglieder mit Ablehnung oder Sorge reagieren. Zahlreiche Nebenfiguren – teils skurril, teils schrill – sind typisch für Irvings Werk und werden mit einer Mischung aus Distanz und Sympathie geschildert. Der Roman führt durch mehrere Jahrzehnte, einschließlich der AIDS-Krise, die Irving sachlich, aber eindringlich beschreibt.
Nebenbei formuliert der Text ein stilles Plädoyer für Toleranz: weniger durch programmatische Aussagen als durch die unaufgeregte Darstellung eines Lebens, das sich gängigen Erwartungen entzieht. In einer Person ist damit ein präzise beobachtetes Gesellschaftsporträt und ein Roman über Menschen, die ihren Weg jenseits klarer Grenzen suchen.
Ein unprätentiöses, zugängliches Buch, das aufgrund seiner Figuren und seiner gelassenen Erzählhaltung überzeugt.
Literaturlounge eu
aus Gießen
5/5
19.07.2016
Buch (Taschenbuch)
Einfach nur gut
John Irving erzählt in eindringlichen aber auch lustigen Worten, von einem Bi-Sexuellen Jungen im Vermont der 50er Jahre, welcher sich selbst noch nicht versteht und somit auch die Welt, die ihn umgibt nicht versteht. Er fühlt sich immer wieder zu der wesentlich älteren Bibliothekarin Mrs. Frost hingezogen. Er sagt immer wieder er liebt Sie.
Er erzählt auch, wie er sich als Teenager in einen Mitschüler verliebt hat, der ihn aber irgendwie immer nieder macht. Immer wieder stellt er fest, dass er sich zu Jungen oder Männern hingezogen fühlt, aber auch zu Frauen - am besten mit breiten Schultern und wenig Brüsten.
Sein Berufswunsch ist Schriftsteller zu werden, und diesen wird er sich auch erfüllen. Sehr oft beschreibt er, wie man als Schwuler in den USA immer wieder diskriminiert wurde und wie es war, wenn man damals eine andere sexuelle Neigung hatte.
Was mich auch sehr bewegt hatte, war die Art wie John Irving beschreibt, wie es in den 80er Jahren war, als die AIDS Welle ihren Höhepunkt hatte und immer mehr seiner Freunde und Weggefährten, auch die aus der Schule oder dem späteren Umfeld von William unseren Roman Helden
Je länger man dieses Buch liest, desto mehr wachsen einem die Figuren in dem Buch ans Herz und man fühlt mit. Es beschäftigt einen und man ist froh, in einer toleranteren Zeit zu leben. Wobei man immer auch das Gefühl hat, dass noch nicht alles perfekt ist.
Was das Buch so lesenswert macht ist, dass NIE mit einem erhobenen Zeigefinger gesagt wird so war es und das war schlecht.
Nein, es wird ein Plädoyer für die Offenheit zwischen den Menschen und ihren verschiedenen Neigungen gehalten.
Es werden Probleme aufgezeigt, die man immer irgendwie hat. Wo man denkt, ist man nun wirklich noch normal? Jeder Mensch hat etwas wo er sagt, ich glaube das ist doch nicht normal.
Aber anstatt das wir es offen aussprechen, was uns bedrückt, fressen wir es immer wieder in uns rein. Wir sind nicht offen uns gegenüber, geschweige denn unserem Umfeld. Ich denke, dass vieles was in dem Buch beschrieben wird nur deswegen passiert ist, weil wir nicht offen miteinander umgehen.
http://www.literaturlounge.eu
aus Gießen
5/5
16.04.2016
Buch (Taschenbuch)
John Irving erzählt in…
John Irving erzählt in eindringlichen aber auch lustigen Worten, von einem Bi-Sexuellen Jungen im Vermont der 50er Jahre, welcher sich selbst noch nicht versteht und somit auch die Welt, die ihn umgibt nicht versteht. Er fühlt sich immer wieder zu der wesentlich älteren Bibliothekarin Mrs. Frost hingezogen. Er sagt immer wieder er liebt Sie. Er erzählt auch, wie er sich als Teenager in einen Mitschüler „verliebt“ hat, der ihn aber irgendwie immer nieder macht. Immer wieder stellt er fest, dass er sich zu Jungen oder Männern hingezogen fühlt, aber auch zu Frauen - am besten mit breiten Schultern und wenig Brüsten. Sein Berufswunsch ist Schriftsteller zu werden, und diesen wird er sich auch erfüllen. Sehr oft beschreibt er, wie man als Schwuler in den USA immer wieder diskriminiert wurde und wie es war, wenn man damals eine andere sexuelle Neigung hatte. Was mich auch sehr bewegt hatte, war die Art wie John Irving beschreibt, wie es in den 80er Jahren war, als die AIDS Welle ihren Höhepunkt hatte und immer mehr seiner Freunde und Weggefährten, auch die aus der Schule oder dem späteren Umfeld von William unseren Roman „Helden“ Je länger man dieses Buch liest, desto mehr wachsen einem die Figuren in dem Buch ans Herz und man fühlt mit. Es beschäftigt einen und man ist froh, in einer toleranteren Zeit zu leben. Wobei man immer auch das Gefühl hat, dass noch nicht alles perfekt ist. Was das Buch so lesenswert macht ist, dass NIE mit einem erhobenen Zeigefinger gesagt wird so war es und das war schlecht. Nein, es wird ein Plädoyer für die Offenheit zwischen den Menschen und ihren verschiedenen Neigungen gehalten. Es werden Probleme aufgezeigt, die man immer irgendwie hat. Wo man denkt, ist man nun wirklich noch normal? Jeder Mensch hat etwas wo er sagt, ich glaube das ist doch nicht normal. Aber anstatt das wir es offen aussprechen, was uns bedrückt, fressen wir es immer wieder in uns rein. Wir sind nicht offen uns gegenüber, geschweige denn unserem Umfeld. Ich denke, dass vieles was in dem Buch beschrieben wird nur deswegen passiert ist, weil wir nicht offen miteinander umgehen.
Bewertung
4/5
06.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Ehrlich und wichtig
Wer bin ich und wer darf ich sein? Die Vielfalt sexueller Orientierungen und der dazugehörigen Menschen in einer Geschichte unbeschönigt, aber auch unkompliziert erzählt. Wie komme ich damit klar, wer ich bin und, vor allem, wie kommen die Anderen damit klar?
Schonungslos formuliert und ab dem ersten Satz grossartig geschrieben. LGBTQ in den 50ern, dargestellt mit vortrefflichen Figuren, die alle ihr eigenes Buch verdient hätten, allen voran die Bibliothekarin Miss Frost. Bisexualität so natürlich und ehrlich geschildert, wie wir es sonst nur von Heterosexualität gewohnt sind. Sehr wichtige Themen kriegen in diesem Buch den Raum, die sie verdient haben. Abgerundet wird all das mit einer spürbaren Liebe für die Literatur und ihre Wichtigkeit im Leben eines (jungen) Menschen.
Das Buch erschien mir ein bisschen zu lang. Gegen Ende verlor die Geschichte diesen Zug, der mich anfangs das Buch nicht mehr zur Seite legen liess.
Ein sehr wichtiges Buch, das sich ganz natürlich den Themen annimmt, die wir immer noch als Ausnahme oder Einzelfall erachten. Lesen auf jeden Fall!
Bewertung
aus Frauenkirchen
3/5
26.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Trotzdem immer noch Irving-Fan
Da kann J. Irving nichts dafür - ich habe es trotz des äußerst schwierigen Themas vollständig gelesen. Mir scheint, die Intersexualität dürfte in Amerika ein noch größeres Problem sein als in Europa.