Produktbild: Das Spinnennetz

Das Spinnennetz Roman (Werke Bd. 4, Seite 65 - 146)

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

21.09.2009

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

112 (Printausgabe)

Dateigröße

3242 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783462300413

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

21.09.2009

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

112 (Printausgabe)

Dateigröße

3242 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783462300413

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Der Weg zum Faschismus war erkennbar

Raumzeitreisender aus Ahaus am 02.02.2026

Bewertungsnummer: 3033832

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Roth beschreibt in seinem Roman "Das Spinnennetz" anhand der Figur des Theodor Lohse, einem desillusionierten Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg, den Nährboden des Faschismus. Aus seiner Analyse der Nachkriegssituation entwickelt er eine bestechende Vision auf den Nationalsozialismus in Deutschland. War die Entwicklung zur Diktatur vorhersehbar? Theodor Lohse fällt der Wiedereinstieg ins zivile Leben schwer. Seine Familie hätte ihn lieber als toten Kriegshelden gesehen, statt als abgehalfterten Leutnant. Er ist unzufrieden, weil er die strenge und gerechte Ordnung der Armee vermisst, in der Intelligenz und Vermögen keine Rolle spielen. Als nur mäßig Begabter aber von Ehrgeiz Getriebener, sucht er Orientierung. Er träumt von der Macht. Bei einem Spaziergang durch die Straßen blickt er bedächtig auf ein Plakat von General Ludendorf. Er schreibt einen ehrerbietigen Brief an Ludendorf und erhält auch eine Antwort. Sein Selbstwertgefühl steigt. Lohse wird Mitglied einer zweifelhaften nationalistischen Geheimorganisation, in der Befehl und Gehorsam zur ersten Pflicht gehören. Er nimmt die neue Rolle an und kündigt seinen Job. Allmählich entwickelt sich Lohse vom potenziellen zum realen Täter. So mischt er sich unter eine Gruppe von Sozialisten, die er für vaterlandslose Gesellen hält und verrät diese nach einem Anschlag. Lohse ist stolz auf sich. Für seine Karriere ist ihm jedes Mittel recht. Die Führerhörigkeit wird besonders deutlich, als er die Bemerkung des Chefs der Geheimorganisation "Vielleicht stirbt Klitsche", in die Tat umsetzt. Lohse wird zum Mörder und avanciert durch Tatsachenverdrehung zum Held. Als Folge seiner Taten leidet er unter Verfolgungswahn. Mit Aufsätzen für den "Nationalen Beobachter" und Schuldzuweisungen gegenüber den Juden und Kommunisten will er diesen kompensieren. Er wird Mitglied der nationalsozialistischen Partei, die ihn umgarnt. In einer konspirativen Aktion gegen kommunistische Arbeiter kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen. Die Nationalsozialisten siegen. Die Zeitungen berichten über Straßenkämpfe und den Sieg der Ordnung. Lohses Aktivitäten bei dieser nationalen Erhebung werden besonders herausgestellt und sein gesellschaftliches Ansehen wächst. Er wird "Chef des Sicherheitswesens" und verhaftet Andersdenkende. Wie verhalten sich die Mitläufer? Deren Psychogramm beschreibt Roth perfekt in einer kleinen Szene in einer Bar: "Eine paar Kameraden seine Gruppe umschmeichelten ihn, machten ihm Platz in der Mitte, sahen ihm auf den Mund und – erkannten sie an den ersten Sätzen, dass es eine lustige Geschichte würde, dann lachten sie und waren erschüttert von Theodors Humor." Der Schluss der Geschichte lässt eine düstere Zukunft erahnen. Nahm Roth die Wirklichkeit vorweg? Der Roman enthält eine profunde Charakterstudie der Täter und Mitläufer des Nationalsozialismus. Der Name Hitler taucht auf und Roth ahnt Anfang der 1920er Jahre, dass von ihm eine große Gefahr ausgeht. Seine Vision ist düster, wird aber vom realen Nationalsozialismus bei weitem übertroffen.

Der Weg zum Faschismus war erkennbar

Raumzeitreisender aus Ahaus am 02.02.2026
Bewertungsnummer: 3033832
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Roth beschreibt in seinem Roman "Das Spinnennetz" anhand der Figur des Theodor Lohse, einem desillusionierten Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg, den Nährboden des Faschismus. Aus seiner Analyse der Nachkriegssituation entwickelt er eine bestechende Vision auf den Nationalsozialismus in Deutschland. War die Entwicklung zur Diktatur vorhersehbar? Theodor Lohse fällt der Wiedereinstieg ins zivile Leben schwer. Seine Familie hätte ihn lieber als toten Kriegshelden gesehen, statt als abgehalfterten Leutnant. Er ist unzufrieden, weil er die strenge und gerechte Ordnung der Armee vermisst, in der Intelligenz und Vermögen keine Rolle spielen. Als nur mäßig Begabter aber von Ehrgeiz Getriebener, sucht er Orientierung. Er träumt von der Macht. Bei einem Spaziergang durch die Straßen blickt er bedächtig auf ein Plakat von General Ludendorf. Er schreibt einen ehrerbietigen Brief an Ludendorf und erhält auch eine Antwort. Sein Selbstwertgefühl steigt. Lohse wird Mitglied einer zweifelhaften nationalistischen Geheimorganisation, in der Befehl und Gehorsam zur ersten Pflicht gehören. Er nimmt die neue Rolle an und kündigt seinen Job. Allmählich entwickelt sich Lohse vom potenziellen zum realen Täter. So mischt er sich unter eine Gruppe von Sozialisten, die er für vaterlandslose Gesellen hält und verrät diese nach einem Anschlag. Lohse ist stolz auf sich. Für seine Karriere ist ihm jedes Mittel recht. Die Führerhörigkeit wird besonders deutlich, als er die Bemerkung des Chefs der Geheimorganisation "Vielleicht stirbt Klitsche", in die Tat umsetzt. Lohse wird zum Mörder und avanciert durch Tatsachenverdrehung zum Held. Als Folge seiner Taten leidet er unter Verfolgungswahn. Mit Aufsätzen für den "Nationalen Beobachter" und Schuldzuweisungen gegenüber den Juden und Kommunisten will er diesen kompensieren. Er wird Mitglied der nationalsozialistischen Partei, die ihn umgarnt. In einer konspirativen Aktion gegen kommunistische Arbeiter kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen. Die Nationalsozialisten siegen. Die Zeitungen berichten über Straßenkämpfe und den Sieg der Ordnung. Lohses Aktivitäten bei dieser nationalen Erhebung werden besonders herausgestellt und sein gesellschaftliches Ansehen wächst. Er wird "Chef des Sicherheitswesens" und verhaftet Andersdenkende. Wie verhalten sich die Mitläufer? Deren Psychogramm beschreibt Roth perfekt in einer kleinen Szene in einer Bar: "Eine paar Kameraden seine Gruppe umschmeichelten ihn, machten ihm Platz in der Mitte, sahen ihm auf den Mund und – erkannten sie an den ersten Sätzen, dass es eine lustige Geschichte würde, dann lachten sie und waren erschüttert von Theodors Humor." Der Schluss der Geschichte lässt eine düstere Zukunft erahnen. Nahm Roth die Wirklichkeit vorweg? Der Roman enthält eine profunde Charakterstudie der Täter und Mitläufer des Nationalsozialismus. Der Name Hitler taucht auf und Roth ahnt Anfang der 1920er Jahre, dass von ihm eine große Gefahr ausgeht. Seine Vision ist düster, wird aber vom realen Nationalsozialismus bei weitem übertroffen.

Deutschland, Deutschland

Polar aus Aachen am 08.12.2007

Bewertungsnummer: 572912

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wie entwurzelt die Soldaten aus dem ersten Weltkrieg zurückkehrten, wie sie zur leichten Beute von Rechtsradikalen wurden, beschreibt Joseph Roth in seinem meisterhaften Roman Das Spinnennetz. Sein Erscheinungsdatum weist fast prophetisch in die düstere Zukunft, die Deutschland im Dritten Reich erwartete. Wer sich heute fragt, wie es in diesem Land soweit hat kommen können, sollte Das Spinnennetz lesen. Der Riss, der nach dem ersten Weltkrieg sich durch Deutschland zog, und führte zu Kämpfen, in denen sich Gruppierungen und politische Parteien voller Haß begegneten. Die Rollen waren fest verteilt und die jeweilig andere Seite die Ausgeburt des Bösen. Wer wollte da abseits stehen? Nach der Entwurzelung des Kriegs keine neue Heimat finden? In der Person des Soldaten Lohse warnt Roth vor dem heraufziehenden Faschismus, deren Bodensatz die Enttäuschung, die Erniedrigung ihn zu einem Mitläufer vorherbestimmt. Diese Gefahr besteht zu allen Zeiten. Auch wenn die Geschichte uns eines Besseren belehren sollte. Damit wir das nicht vergessen, sollten wir immer wieder zu Büchern wie Das Spinnennetz von Joseph Roth greifen.

Deutschland, Deutschland

Polar aus Aachen am 08.12.2007
Bewertungsnummer: 572912
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wie entwurzelt die Soldaten aus dem ersten Weltkrieg zurückkehrten, wie sie zur leichten Beute von Rechtsradikalen wurden, beschreibt Joseph Roth in seinem meisterhaften Roman Das Spinnennetz. Sein Erscheinungsdatum weist fast prophetisch in die düstere Zukunft, die Deutschland im Dritten Reich erwartete. Wer sich heute fragt, wie es in diesem Land soweit hat kommen können, sollte Das Spinnennetz lesen. Der Riss, der nach dem ersten Weltkrieg sich durch Deutschland zog, und führte zu Kämpfen, in denen sich Gruppierungen und politische Parteien voller Haß begegneten. Die Rollen waren fest verteilt und die jeweilig andere Seite die Ausgeburt des Bösen. Wer wollte da abseits stehen? Nach der Entwurzelung des Kriegs keine neue Heimat finden? In der Person des Soldaten Lohse warnt Roth vor dem heraufziehenden Faschismus, deren Bodensatz die Enttäuschung, die Erniedrigung ihn zu einem Mitläufer vorherbestimmt. Diese Gefahr besteht zu allen Zeiten. Auch wenn die Geschichte uns eines Besseren belehren sollte. Damit wir das nicht vergessen, sollten wir immer wieder zu Büchern wie Das Spinnennetz von Joseph Roth greifen.

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Das Spinnennetz

von Joseph Roth

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Svenja Halter

Orell Füssli Rösslitor St.Gallen

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4/5

Dunkle Vorhersage

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Roth erzählt in seinem Debütroman "Das Spinnennetz" die Geschichte eines deutschen Soldaten, der sich nach dem Ersten Weltkrieg mit seinem Leben nicht abfinden möchte. Theodor Lohse vermisst die Zeit, als er noch jemand war. Im Krieg gedient hatte er, stolz darauf Leutnant zu sein. Wie so viele Deutsche leidet er nach Ende des Krieges unter der wirtschaftlichen Lage und der Niederlage. Nun muss er als Hauslehrer über die Runden kommen, das ausgerechnet bei einem reichen Juden. Durch einen Bekannten ergibt sich für eine Chance. Er tritt einer Geheimorganisation ein, soll Landesverräter aufspüren und diese entlarven. Dazu gehören Kommunisten, Kritiker der Nation und vor allem auch Juden. Theodor findet hier endlich seine Berufung, wird immer machthungriger, skrupelloser und geht für den eigenen Erfolg über Leichen. "Das Spinnennetz" erschien 1923 und zeichnet doch ein erschreckend wahres Bild der darauffolgenden zwölf Jahren. Es ist aber keinesfalls eine Erzählung der Vergangenheit, denn der Aufstieg rechtsextremistischer Mächte ist heute genauso aktuell.
  • Svenja Halter
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Dunkle Vorhersage

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Joseph Roth erzählt in seinem Debütroman "Das Spinnennetz" die Geschichte eines deutschen Soldaten, der sich nach dem Ersten Weltkrieg mit seinem Leben nicht abfinden möchte. Theodor Lohse vermisst die Zeit, als er noch jemand war. Im Krieg gedient hatte er, stolz darauf Leutnant zu sein. Wie so viele Deutsche leidet er nach Ende des Krieges unter der wirtschaftlichen Lage und der Niederlage. Nun muss er als Hauslehrer über die Runden kommen, das ausgerechnet bei einem reichen Juden. Durch einen Bekannten ergibt sich für eine Chance. Er tritt einer Geheimorganisation ein, soll Landesverräter aufspüren und diese entlarven. Dazu gehören Kommunisten, Kritiker der Nation und vor allem auch Juden. Theodor findet hier endlich seine Berufung, wird immer machthungriger, skrupelloser und geht für den eigenen Erfolg über Leichen. "Das Spinnennetz" erschien 1923 und zeichnet doch ein erschreckend wahres Bild der darauffolgenden zwölf Jahren. Es ist aber keinesfalls eine Erzählung der Vergangenheit, denn der Aufstieg rechtsextremistischer Mächte ist heute genauso aktuell.

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