Geißler in Thüringen Die Entstehung einer spätmittelalterlichen Häresie
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
09.01.2013
Verlag
De Gruyter MoutonSeitenzahl
545 (Printausgabe)
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783050057910
Die vorliegende Arbeit zeigt die Traditionsstränge von der Geisslerbewegung um die Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Ende des 15. Jahrhunderts auf. Eine genaue Untersuchung der Geisslerzüge 1348/49 bildet die Grundlage für eine besondere Betrachtung der spezifisch thüringischen Entwicklungen. Obwohl die Geisslerzüge 1348/49 im mitteldeutschen Raum keinen aussergewöhnlichen Verlauf genommen hatten, bildete sich dort in den 1360er Jahren um den Geisslerführer Konrad Schmid eine häretische Gruppierung, die sich bis in das späte 15. Jahrhundert halten konnte. Die Angehörigen der Sekte sahen sich ausdrücklich in einer Traditionslinie zu ihren "Vorgängern" von 1348/49, lehnten die Kirche und ihre Sakramente ab und hielten allein die Geisselbusse für heilbringend. Im Zentrum ihrer Lehre stand mit der Selbstgeisselung zum einen ein Element radikaler mittelalterlicher Bussfrömmigkeit. Zum andern sind in ihrer Kritik an der Kirche aber durchaus schon vorreformatorische Züge zu erkennen. Aufgrund der Verfolgung der Geissler durch die Inquisition blieben jedoch nicht nur die Glaubenssätze der Sekte erhalten; die überlieferten Dokumente ermöglichen es darüber hinaus, die Struktur der häretischen Gruppe herauszuarbeiten sowie die Organisation des kirchlichen Vorgehens gegen die Geissler nachzuzeichnen.
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