Brudermord, Freiheitsdrang, Weltenrichter Religiöse Kommunikation und öffentliche Theologie in der amerikanischen Revolutionsepoche
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Produktdetails
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Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
01.07.2015
Verlag
De Gruyter OldenbourgSeitenzahl
388 (Printausgabe)
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783110309591
Diese Arbeit untersucht den öffentlichen Diskurs im Amerika der Revolutionszeit und liefert ein besseres Verständnis der Glaubenskommunikation und öffentlichen Theologie Amerikas. Dabei nimmt sie die Grundsynthese aus Glaube und Freiheit ins Visier und fragt nach den religiösen Anteilen dieser Synthese. Diese Anteile werden nicht an eine kirchliche Lehre zurückgebunden, sondern als Glaubenskommunikation im Revolutionsdiskurs gedeutet.
Der erste Teil der Arbeit fragt anhand der Revolutionsdeutung Bernard Bailyns nach den mentalen Antriebskräften zur Revolution und arbeitet zunächst die Revolutionsepoche als zentrale Schaltstelle für den weiteren Verlauf der Religionsentwicklung Amerikas heraus. Die Arbeit untersucht sodann die religiöse Kommunikation im öffentlichen Diskurs anhand von Texten zur sogenannten Bischofskrise (1769), zum Boston Massaker (1770) und in Gestalt traditioneller religiöser Gattungen (1775/1776). Zudem werden die amerikanische Unabhängigkeitserklärung (1776), die Flugblätter mit denen die deutschen Soldaten zur Desertation aufgefordert wurden (1776) und die Kongressdebatte zur Bestimmung des neuen Nationalwappens (1776) analysiert.
Der zweite Teil widmet sich zunächst der neuartigen Ausbalancierung von Theologie und Glauben zwischen öffentlicher Ressource und privaten Grundüberzeugungen. Danach erfolgt eine Untersuchung der Theologie der wichtigsten Flugschrift der amerikanischen Revolution, Thomas Paines Common Sense (1776). Paine bezieht sich in seiner Argumentation auf zentrale biblische Erzählungen. Für Paine ist Amerika eine sakramentale Heilsgemeinschaft und die amerikanische Unabhängigkeit eine Folge des göttlichen Vorsehungshandelns. Die Arbeit befasst sich schliesslich mit den Pfarrern Neuenglands, die mit ihren Predigten zu besonderen Anlässen massivst in den revolutionären Diskurs eingriffen. In den Predigten der zumeist in Harvard und Yale ausgebildeten Pfarrer wird der Gott der Bibel und Vernunft als die allerletzte Quelle der Freiheit Amerikas bestimmt.
Die Arbeit geht davon aus, dass nach dem Verschwinden des puritanischen Leitparadigmas nicht erst in der Zeit des Second Great Awakening, sondern in der Revolutionsepoche sich das Grundmuster des amerikanischen Zusammenspiels von Religion und Politik ausbildet, da es bereits bei der Loslösung vom englischen Mutterland zur alle weitere Entwicklung bestimmenden Verbindung von Freiheitsdenken und Gottesglaube kommt. Die Arbeit wendet sich ausserdem gegen die Wahrnehmung der amerikanischen Revolution als vorrangig säkulares Ereignis.
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