Eine bewegende Geschichte über Heimat, Zusammenhalt und die Kraft der Liebe - Alina Bronsky entführt uns in das Niemandsland um Tschernobyl und lässt eine untergegangene Welt wiederauferstehen.
Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Nach dem Reaktorunglück baut sie sich mit Gleichgesinnten inmitten des verstrahlten Sperrgebiets ein neues Leben auf. Hier, wo die Vögel so laut rufen wie nirgends sonst und manchmal ein Toter auf einen Plausch vorbeikommt, findet sie im hohen Alter ihr selbstbestimmtes Paradies.
Während der sterbenskranke Petrov Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, hält Baba Dunja brieflichen Kontakt zu ihrer Tochter in Deutschland. Doch dann kommen Fremde ins Dorf - und die kleine Gemeinschaft sieht sich erneut vor einer Zerreissprobe.
Mit viel Herz und Witz erzählt Alina Bronsky in »Baba Dunjas letzte Liebe« von einer aussergewöhnlichen Frau und einer Dorfgemeinschaft, die ihren Mut und Zusammenhalt bewahrt. Ein Roman voller Kraft, Poesie und Menschlichkeit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
aus Schaffhausen
5/5
29.07.2019
eBook (ePUB 3)
Baba Dunja‘s letzte Liebe
Die Geschichte zieht sich zäh dahin...
Da ist zu viel um die Buchdeckel zuzuschlagen und zu wenig, um sie offen zu behalten. Habe mich für‘s Weiterlesen entschieden, wer aber froh, endlich bei der letzten Seite angekommen zu sein.
Baba Dunja - Eine Frau - lebensbejahend und anders
Baba Dunja ist nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl wieder in ihr Haus zurückgekehrt. Mit einigen anderen Rückkehrern lebt sie dort ruhig und eben etwas anders. Der Garten wird bestellt, ob verstrahlt oder nicht, das macht ihr nichts aus. Wer über achtzig Jahre ist hat einen anderen Blick auf die Welt. Plötzlich taucht ein Fremder mit einem Kind in dem Dorf auf und alles gerät durcheinander. Aliens Bronsky hat hier einen Roman der leisen Töne geschrieben. Sie erzählt die Geschichte von Baba Dunja und ihrem Dorf sanft und mit einem Augenzwinkern. Der Einblick in die Gemeinschaft und die Gedankenwelt bringt den Leser zum Nachdenken. Es klingt Etwas nach.
begine
aus Lemwerder
5/5
03.09.2015
eBook (ePUB 3)
Baba Dunjas letzte Liebe
Baba Dunjas letzte Liebe
ist ein berührender Roman.
Sie lebt in Tschernova und ist 80 Jahre alt.
Nach dem Reaktorunfall, an den ich mich noch gut erinnere, zieht Baba Dunja zurück nach Tschernova in ihr altes Haus.
Ihre Tochter Irina lebt als Chirurgin in Deutschland. Einmal im Jahr trifft sie ihre Mutter in der Stadt und sie ist immer wieder entsetzt, das Dunja zurück in ihr Dorf will, aber die meint sie sei zu alt um woanders zu leben. Ihre Enkelin bekommt sie nie zu sehen, die Gefahr ist zu groß.
Irina bringt immer wieder einmal im Jahr Kinder aus Tschernobil im Sommer nach Deutschland und dann wieder zurück.
In Tschernowa leben nur wenige Menschen, die sich da zurückgezogen haben.
Die Einwohner leben mit der Strahlung, aber als ein gesundes Kind dort auftaucht reagieren sie schnell, das das wieder zurück kommt.
Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten und sind meist liebenswert. Jeder lebt mehr für sich, aber wenn was ausser gewöhnliches passiert halten sie zusammen.
Die Autorin schreibt ihr Leben realistisch, so kann ich mir Baba Dunja und die anderen gut vorstellen und mit ihnen fühlen.
Ein guter Roman mit Poesie voller Herz und Witz, angenehm zu lesen.
Alina Bronskys Romane haben für mich eine besonders gute Atmosphäre.
So habe ich noch ihren Roman Scherbenpark gut in Erinnerung, obwohl ich ihn schon vor 6 Jahren gelen habe. Das ist schon etwas Besonderes, bei der Menge guter Romane die ich seit dem gelesen habe.
Mit diesem wird es bestimmt genauso gehen.
Der Roman ist lesenswert und sehr zu empfehlen.
vielleser18
aus Hessen
5/5
21.08.2015
eBook (ePUB 3)
Einen alten Baum verpflanzt man nicht
Tschernowo in der Nähe von Tschernobyl ist eine Geisterstadt. Sie wurde nach dem Reaktorunglück geräumt, das Dörfchen liegt in der Todeszone. Doch ein paar alte Menschen sind zurückgekehrt, sie wollen ihre letzten Jahre lieber in der angestammten Heimat verbringen.
Dazu gehört auch Baba Dunja, inzwischen schon Ende achtzig, aber noch sehr rüstig. Sie zieht in ihrem Garten das auf, was sie zum Leben benötigt, einmal im Monat macht sie sich auf in die nächste größere bewohnte Stadt um Vorräte zu kaufen und ihre Post abzuholen, die sie u.a. von ihrer Tochter bekommt, die in Deutschland wohnt.
Alina Bronsky erzählt aus Sicht von Baba Dunja, ein eindrucksvolles Porträit einer alten Frau, die ihre letzten Lebensjahre lieber in der verstrahlten Heimat verbringen möchte und nicht in einer anonymen Großstadt mit wenig Raum für Ruhe und einfaches Leben. Sie genießt die Stille, die wenigen Nachbarn, das, was sie mit im Garten heranziehen kann.
Die Autorin lässt die Protagonistin immer mal wieder zurück auf ihr Leben blicken. Eines Tages tauchen zwei Fremde im Dorf auf: ein Vater mit seiner kleinen Tochter und plötzlich wird alles anders......
Es ist ein ruhiger Roman, eine Geschichte, die davon lebt, dass man aus den Augen der alten Frau das Leben betrachtet. Es ist eine ganz anderes Leben als unseres. Doch zugleich schafft es Alina Bronsky, dass man sich das Häuschen von Baba Dunja vorstellen kann, die Frau, die zwei Stunden laufen zur Bushaltestelle laufen muss um in die Stadt zu kommen. Die kein Internet kennt, die zwar Strom, aber kein fliessendes Wasser im Haus hat. Ihre Gespräche mit den Nachbarn, ihre Gedanken hat die Autorin sehr realistisch geschildert.
Die Geschichte hat gerade mal 180 Seiten, es ist keine Geschichte mit großer Handlung, sondern eher ein ruhiger Strom, der zwischendurch mal durch ein paar Stromschnellen unruhiger wird, um dann am Ende wieder in ruhigen Bahnen dahin zu verlaufen. Und dieses ruhige passt zur Geschichte.
Das Buch hat es aktuell auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 geschafft.