In einem volkstümlichen Viertel Neapels wachsen sie auf, derbes Fluchen auf den Strassen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schiesserei aus. Hier gehen sie gemeinsam in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Lila und die schüchterne, beflissene Elena, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater sein brillantes Kind zwingt, in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, das Leben zu leben, das eigentlich ihrer besten, ihrer so unberechenbaren Freundin zugestanden hätte.
Dieses Buch ist Teil der Neapolitanischen Saga .
Die Neapolitanische Saga von Elena Ferrante erzählt die Geschichte der beiden Protagonistinnen Lila und Lenù von ihrem gemeinsamen Aufwachsen im Neapel der 1950er-Jahre an. Bis die eine spurlos verschwindet und der anderen nichts bleibt, als dagegen anzuschreiben.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Brüggen
5/5
03.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Beste Freundinnen
Elena Ferrante erzählt sehr unterhaltsam die Geschichte zweier Freundinnen, die in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen und gemeinsam von einer großen Zukunft träumen. Einerseits unzertrennlich, andererseits voller Rivalitäten zeichnet die Autorin eine Mädchenfreundschaft, die authentisch, ehrlich und ohne verklärende, naive Romantik auskommt.
Die beiden Mädchen wählen unterschiedliche Lebenswege, um der Armut zu entkommen, werden jedoch immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und bleiben trotz aller Turbulenzen auf unerklärliche Weise miteinander verbunden.
Die Orientierungslosigkeit von Jugendlichen sowie die faszinierende Darstellung einer so innigen Freundschaft mit Hindernissen, habe ich noch nie so atmosphärisch dicht und mit soviel Nähe zum Geschehen lesen dürfen. Die beiden Mädchen sind nicht nur bloße Romanfiguren, sondern werden unter der Feder der genialen Autorin zu Menschen aus Fleisch und Blut.
Die aufsässige Lila, die einen Traum aufgeben muss, um sich und ihre Familie zu retten, habe ich ebenso in mein Herz geschlossen wie Elena, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und die Ihre Rettung aus der Armut mit schulischen Fleiß und Ehrgeiz erkämpfen will.
Das Buch endet mit einem so dramatisch spannenden Ereignis, dass ich den Folgeroman kaum erwarten kann.
Bewertung
aus Knonau
5/5
28.07.2019
Buch (Taschenbuch)
Meine geniale Freundin
Geniales Buch, Elena Ferrante ist eine wunderbare Erzählerin; atmosphärisch spürbar - wurde voll reingezogen.
Timo Funken
5/5
18.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Meine geniale Freundin
Eine tolle Geschichte, deren Charaktere mit besonderem Scharfsinn und Feingefühl herausgearbeitet sind. Ein Buch über eine besondere Freundschaft. Absolut empfehlenswert!
Liebe Grüße
Timo Funken
Bewertung
5/5
02.02.2019
Buch (Taschenbuch)
Freue mich auf das Buch
Leider kann ich es im Moment noch nicht lesen!
Silvia
Bewertung
aus Köln
4/5
31.05.2019
Buch (Taschenbuch)
Einstieg in die Neapolitanische Saga, Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft, geprägt von Neid, Eifersucht und dem Streben nach mehr.
Seit 30 Jahren kündigt Raffaella Cerullo, von allen nur Lina gerufen, an, zu verschwinden. Offensichtlich ist ihr dies nun gelungen, denn ihre beste Freundin aus Kindertage Elena Greco, die Lina immer nur Lila nannte, erhält von deren Sohn einen Anruf, dass die 66-Jährige seit zwei Wochen unauffindbar ist.
In Elena kommen Erinnerungen auf und sie blickt zurück auf die gemeinsame Kindheit mit Lila, die von Gewalt, Neid, Konkurrenzdruck, Eifersucht, Eifer und einer engen Verbundenheit der beiden Mädchen geprägt war.
"Meine geniale Freundin" ist Band 1 der Reihe "Neapolitanische Saga" von Elena Ferrante und ein sehr eigenwilliges Porträt über ein intelligentes, unberechenbares Mädchen sowie eine Kindheit und frühe Jugend Ende der 1950er-Jahre in Rione, einem Stadtteil von Neapel in Italien.
Elena und Lila freunden sich im Grundschulalter an. Elena eifert der zierlichen und hochintelligenten Lila nach, die ohne große Anstrengungen Klassenbeste ist. Elena fühlt sich dadurch angespornt, möchte so sein wie die selbstbewusste Lila, die vor keinen Streitigkeiten oder Aufsässigkeiten gegenüber Lehrer und Eltern zurückschreckt.
Nach der Grundschule trennen sich allerdings ihre Wege, da es Lila, der Tochter eines Schusters seitens der Eltern nicht gestattet wird, eine höhere Schule zu besuchen. Elena ist zwar auch nur die Tochter eines Pförtners, darf aber dennoch auf das Gymnasium gehen. Zunächst lassen ihre schulischen Leistungen nach, aber als sie merkt, dass Lila ganz alleine lernt und ihr immer noch stets einen Schritt voraus ist, strengt sie sich erneut an und kann aufgrund des selbstgemachten Konkurrenzdrucks das Gymnasium mit Bestnoten abschließen. Elena hadert allerdings mit ihrem äußeren Erscheinungsbild seitdem sie in der Pubertät ist. Im Gegensatz zu der noch knabenhaften Lila fühlt sie sich mit ihren weiblichen Formen und dem pickeligen Gesicht dick und hässlich. Und so ist es wiederum Lila, die wenig später aufblüht und ohne es zu wollen oder zu kokettieren, die Aufmerksamkeit der Jungen auf sich zieht.
Elena steht stets im Schatten von Lila, fühlt sich ihr gegenüber minderwertig, ist dadurch aber auch bestrebt, sich anzustrengen und immer mehr zu geben, als gefordert ist. Ihre Verbindung ist in meinen Augen eine wenig herzliche Freundschaft, sondern würde von mir als anstrengend und einseitig empfunden werden. Dies macht die Geschichte auch so besonders, da es sich nicht um eine 08/15-Freundschaft handelt.
Die Schilderung der damaligen Zeit in den 1950er-Jahren, als Frauen sich den Männern unterzuordnen hatten und Mädchen weniger Anerkennung und Unterstützung für ihre schulischen Leistungen fanden, sehr authentisch. Auch die Atmosphäre in dem etwas heruntergekommenen, ärmlichen Stadtteil, in dem nicht nur Gewalt zwischen Schülern herrscht, sondern ganz selbstverständlich auch unter Erwachsenen eingesetzt wird, um die Fronten zwischen konkurrierende Familien zu klären oder Konflikte zu lösen.
"Meine geniale Freundin" ist ein interessanter, wenn auch stellenweise etwas langatmiger Einstieg in die "Neapolitanische Saga", hat mich aber neugierig auf die weiteren Bände gemacht. Ich bin gespannt darauf zu erfahren, wie sich die kindliche, wetteifernde Freundschaft zwischen Elena und Lila im Erwachsenenalter entwickelt, vor allem ob diese immer noch so von der Dominanz von Lila geprägt sein wird und was den Ausschlag dafür gibt, dass diese verschwinden möchte.