Produktbild: Das verlorene Paradies

Das verlorene Paradies Europa 1517-1648

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Fr. 36.90

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

26.04.2018

Verlag

Herder eBooks

Seitenzahl

782 (Printausgabe)

Dateigröße

7385 KB

Originaltitel

Christendom Destroyed

Übersetzt von

Michael Haupt

Sprache

Deutsch

EAN

9783806237573

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Format

ePUB

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Erscheinungsdatum

26.04.2018

Verlag

Herder eBooks

Seitenzahl

782 (Printausgabe)

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7385 KB

Originaltitel

Christendom Destroyed

Übersetzt von

Michael Haupt

Sprache

Deutsch

EAN

9783806237573

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Der europäische Sündenfall

S.A.W am 19.06.2018

Bewertungsnummer: 1104469

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Greengrass gibt einen Überblick über die Rahmenbedingungen, die zur Entstehung der Reformation in Europa führten. Zu selben Zeit, als Spanier und Portugiesen die Seewege nach West- und Ostindien entdeckten, bildeten sich mit dem osmanischen, dem Mogul- und dem Mingreich große Wirtschaftsräume aus, die nun alle durch Handel vernetzt waren, was die Händler reich machte. Feldfrüchte aus der Neuen Welt führten zu mehr Nahrungsmittelsicherheit, die kleine Eiszeit führte wiederum zu Missernten und damit zum Aufbegehren gegen die Obrigkeit. Die Humanisten hinterfragten das scholastische Weltbild, das Gottesgnadentum der Herrscher wurde immer weniger akzeptiert. Die Habsburger verteidigten den Führungsanspruch des Papstes, die Fürsten und die Bauern wollten davon nichts mehr wissen, besonders der teure Finanzapparat der Kirche stieß den Leuten sauer auf. Der Autor beschreibt die frühe Neuzeit mit enzyklopädischer Genauigkeit bis ins letzte Detail und verliert den großen Bogen doch nicht aus den Augen: Das Ende des Mittelalters zeigte sich in vielen Brüchen: Die Adligen, die in manchen Gegenden 20% der Bevölkerung ausmachten, verarmten teils oder suchten ihre Stellung durch diebstahlartige Enteignungen zu sichern. So rafften englische Lords das meiste Land in Irland an sich und drückten die Iren auf den Status eines Kolonialvolks. In Brandenburg arbeiteten die Bauern freiwillig mit den Gutsherren zusammen, da diese ihnen einen gesicherten Absatz versprachen. Das Christentum wurde von den Wissenschaftlern herausgefordert. Die Erkenntnisse von Kopernikus, Giordano Bruno, Galilei und Kepler stürzten das geordnete Weltbild; Magier, Alchemisten und Humanisten bauten auf ein Denken, das ohne Gott auskam. Durch die Expansion nach Übersee fransten die Grenzen der Christenheit aus. Wie sollte man mit Indianern und Afrikanern umgehen? Die Spanier beuteten die Indios grausam aus, die Portusiesen rissen den Seehandel in Asien an sich. Das Silber von Potosi gab Europa einen Finanzschub und ermöglichte den Herrschern kriegerische Abenteuer. Die fortlaufenden Kriege zwischen Frankreich und Karl V. verwüsteten vor allem Italien und führten zu einer politischen Spaltung, in deren Windschatten sich der Protestantismus ausbreitete. Die Bedrohung durch die Osmanen führte nur zu kurzer Einheit, bald brachen die Konflikte zwischen den Königreichen wieder auf. Luthers Protest war eine Reaktion gegen die Verweltlichung des Papsttums, das unter Julius II. militärisch expandierte. Tetzels Ablasshandel beruhte auf einem Handel zwischen dem Papst und dem Fürsten von Brandenburg, die sich den Gewinn teilten. Der Bauernkrieg Thomas Münzers wurde von Luther verurteilt, da er sich die Gunst der Fürsten erhalten wollte. Die Gegenreformation berief sich auf Augustinus, der im Kampf gegen die Donatisten die Anwendung von Gewalt gegen Abtrünnige befürwortet hatte (so schaut also Heiligkeit aus!) Philipp II. schickte Herzog Alba, um den Aufstand der Niederlande niederzuschlagen, die Hugenotten wurde in der Bartholomäusnacht niedergemetzelt. Im Kampf der Konfessionen entstand in allen Ländern ein Nationalbewusstsein, das sich zunehmend säkularisierte. Philipp II. überzog seine finanziellen Kräfte und war bankrott, als ihm 1580 mit Portugal neue Mittel in die Hände fielen, die er aber im Kampf gegen die Niederlande und England wieder vergeudete. Bei seinem Tod bestand eine Pattsituation mit Frankreich und den mit Frankreich verbündeten Osmanen. Der Versuch Ferdinands II., Deutschland zu rekatholisieren führte zum Eingreifen von Schweden und Frankreich in den Dreißigjährigen Krieg, aus dem beide Länder als neue Mächte hervorgingen. Spanien zerbrach an den Kosten des Krieges und verlor Portugal. 1648 war die Einheit des Christentums endgültig zerbrochen und durch die Konkurrenz der europäischen Großmächte abgelöst. Es empfiehlt sich, das Buch in kleinen Stücken zu lesen, da sonst die Fülle der Information gar nicht perzipiert werden kann. Rüdiger Opelt, Autor von „Tantalus Welt. Die Überwindung nationaler Traumata“

Der europäische Sündenfall

S.A.W am 19.06.2018
Bewertungsnummer: 1104469
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Greengrass gibt einen Überblick über die Rahmenbedingungen, die zur Entstehung der Reformation in Europa führten. Zu selben Zeit, als Spanier und Portugiesen die Seewege nach West- und Ostindien entdeckten, bildeten sich mit dem osmanischen, dem Mogul- und dem Mingreich große Wirtschaftsräume aus, die nun alle durch Handel vernetzt waren, was die Händler reich machte. Feldfrüchte aus der Neuen Welt führten zu mehr Nahrungsmittelsicherheit, die kleine Eiszeit führte wiederum zu Missernten und damit zum Aufbegehren gegen die Obrigkeit. Die Humanisten hinterfragten das scholastische Weltbild, das Gottesgnadentum der Herrscher wurde immer weniger akzeptiert. Die Habsburger verteidigten den Führungsanspruch des Papstes, die Fürsten und die Bauern wollten davon nichts mehr wissen, besonders der teure Finanzapparat der Kirche stieß den Leuten sauer auf. Der Autor beschreibt die frühe Neuzeit mit enzyklopädischer Genauigkeit bis ins letzte Detail und verliert den großen Bogen doch nicht aus den Augen: Das Ende des Mittelalters zeigte sich in vielen Brüchen: Die Adligen, die in manchen Gegenden 20% der Bevölkerung ausmachten, verarmten teils oder suchten ihre Stellung durch diebstahlartige Enteignungen zu sichern. So rafften englische Lords das meiste Land in Irland an sich und drückten die Iren auf den Status eines Kolonialvolks. In Brandenburg arbeiteten die Bauern freiwillig mit den Gutsherren zusammen, da diese ihnen einen gesicherten Absatz versprachen. Das Christentum wurde von den Wissenschaftlern herausgefordert. Die Erkenntnisse von Kopernikus, Giordano Bruno, Galilei und Kepler stürzten das geordnete Weltbild; Magier, Alchemisten und Humanisten bauten auf ein Denken, das ohne Gott auskam. Durch die Expansion nach Übersee fransten die Grenzen der Christenheit aus. Wie sollte man mit Indianern und Afrikanern umgehen? Die Spanier beuteten die Indios grausam aus, die Portusiesen rissen den Seehandel in Asien an sich. Das Silber von Potosi gab Europa einen Finanzschub und ermöglichte den Herrschern kriegerische Abenteuer. Die fortlaufenden Kriege zwischen Frankreich und Karl V. verwüsteten vor allem Italien und führten zu einer politischen Spaltung, in deren Windschatten sich der Protestantismus ausbreitete. Die Bedrohung durch die Osmanen führte nur zu kurzer Einheit, bald brachen die Konflikte zwischen den Königreichen wieder auf. Luthers Protest war eine Reaktion gegen die Verweltlichung des Papsttums, das unter Julius II. militärisch expandierte. Tetzels Ablasshandel beruhte auf einem Handel zwischen dem Papst und dem Fürsten von Brandenburg, die sich den Gewinn teilten. Der Bauernkrieg Thomas Münzers wurde von Luther verurteilt, da er sich die Gunst der Fürsten erhalten wollte. Die Gegenreformation berief sich auf Augustinus, der im Kampf gegen die Donatisten die Anwendung von Gewalt gegen Abtrünnige befürwortet hatte (so schaut also Heiligkeit aus!) Philipp II. schickte Herzog Alba, um den Aufstand der Niederlande niederzuschlagen, die Hugenotten wurde in der Bartholomäusnacht niedergemetzelt. Im Kampf der Konfessionen entstand in allen Ländern ein Nationalbewusstsein, das sich zunehmend säkularisierte. Philipp II. überzog seine finanziellen Kräfte und war bankrott, als ihm 1580 mit Portugal neue Mittel in die Hände fielen, die er aber im Kampf gegen die Niederlande und England wieder vergeudete. Bei seinem Tod bestand eine Pattsituation mit Frankreich und den mit Frankreich verbündeten Osmanen. Der Versuch Ferdinands II., Deutschland zu rekatholisieren führte zum Eingreifen von Schweden und Frankreich in den Dreißigjährigen Krieg, aus dem beide Länder als neue Mächte hervorgingen. Spanien zerbrach an den Kosten des Krieges und verlor Portugal. 1648 war die Einheit des Christentums endgültig zerbrochen und durch die Konkurrenz der europäischen Großmächte abgelöst. Es empfiehlt sich, das Buch in kleinen Stücken zu lesen, da sonst die Fülle der Information gar nicht perzipiert werden kann. Rüdiger Opelt, Autor von „Tantalus Welt. Die Überwindung nationaler Traumata“

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Das verlorene Paradies

von Mark Greengrass

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