Seinerzeit hat Hitlers tödliches Giftgas Tabun niemanden umgebracht. Doch seit dem Krieg tötet es jedes Jahr ahnungslose Touristen an den deutschen Küsten!
Auf den Gleisen des Rasenden Roland verbrennt ein junger Familienvater. Die blinde ehemalige Oberstaatsanwältin Katharina König ahnt, dass es kein normaler Unfall war, wie es die Behörden auf Rügen glauben machen wollen. Alle schweigen und bald geraten sie und ihr junger Assistent Elias selbst in Lebensgefahr.
Als ein hochintelligenter Rechtsradikaler auftaucht, wird klar, dass es um viel mehr geht. Wie soll eine Blinde gemeinsam mit einem charmanten, erfolglosen Jazzmusiker den teuflischen Plan eines Terroristen verhindern, der die Welt aus den Angeln heben will?
Michael Pauls fesselnder Öko-Politthriller TABUN fasst ein heisses Eisen an! Hochspannung ist bis zur letzten Seite garantiert! Nach "Wimmerholz" und "Das Haus der Bücher" ist es der erste Fall von Katharina König.
Warnung! Nach diesem brillant recherchierten Thriller ist ein unbedarfter Urlaub an Ost- oder Nordsee kaum noch möglich.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
28.04.2024
eBook (ePUB)
Eine Handlung, die einen nicht mehr loslässt ...
Das Buch „TABUN – Tod aus der Ostsee“ von Michael Paul ist ein Politthriller und beschäftigt sich mit den Überresten und der Entsorgung der Kampfmittel des Zweiten Weltkriegs in die Ostsee und deren furchtbaren Nachwirkungen und Bedrohungen in der heutigen Zeit.
Als der Jazzmusiker Elias in New York mitten in der Nacht von seiner Tante aus Deutschland angerufen wird, lässt er alles stehen und liegen und fliegt zu ihr. Noch am Flughafen übergibt diese ihm Dokumente, welche ihn auf die Insel Rügen führen. Dort ist unter mysteriösen Umständen ein junger Familienvater ums Leben gekommen und Elias soll sich mit diesen Umständen etwas näher befassen. Als er auf Rügen die blinde ehemalige Oberstaatsanwältin Katharina König trifft, sind sich die Beiden sicher, dass es kein gewöhnlicher Unfall war und die Behörden etwas verschweigen.
Katharina und Elias beginnen mit ihren Nachforschungen, welche sie ins Visier eines hochintelligenten und schwerreichen Rechtsradikalen bringt und dem ein Menschenleben nichts bedeutet – auch das von Elias und Katharina nicht. Denn es geht um viel mehr und um etwas sehr großes.
Michael Pauls historische Romane „Wimmerholz“, „Das Haus der Bücher“, „Versteckt im Schwarzwald“ und „Die Trostbriefschreiberin“ haben mich sehr berührt, da diese Romane unvergessliche Geschichten gegen das Vergessen sind.
Mit seinem Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ beschreitet Michael Paul ein neues Genre. Auch wenn das Genre Thriller nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört, wollte ich dieses Buch dann doch lesen, da es in diesem Thriller auch historische Elemente und Tatsachen verarbeitet sind.
Schon der Prologs des Buches riss mich förmlich in die Handlung hinein, aus der es ab der ersten Seite kein Entrinnen mehr gibt. Eigentlich wollte ich nur ein wenig reinlesen – und blieb einfach hängen. Kontinuierlich spitzt sich die Handlung auf ein Ereignis zu und Michael Pauls rasanter und bildhafter Sprachstil sorgen für ein enormes Lesetempo und eine außerordentliche und gleichzeitig bedrückende Atmosphäre, da viele der beschriebenen Dinge und Begebenheiten auf Tatsachen beruhen. Nur ungern legte ich das Buch zur Seite, hielt, vor allem gegen Ende, vor Spannung stellenweise die Luft an und rauschte durch die insgesamt 324 Seiten.
Neben der spannenden Handlung konnten mich auch die interessanten Haupt- und Nebenfiguren in diesem rasanten Politthriller überzeugen. Sie alle haben ihre eigene Vergangenheit, ihre Geschichten und Erlebnisse, die sie zu den Menschen gemacht haben, welche sie sind.
Elias ist, neben Katharina König, einer der Protagonisten. Er ist in seinem Leben noch nicht so wirklich angekommen, nach einem abgebrochenen Studium schlägt er sich als Jazzmusiker in New York durch. Gerade als der große Durchbruch winkt, wird er von seiner Tante nach Deutschland beordert. Ich mochte Elias ehrliche Art, vor allem aber, dass er in einigen Situationen über sich hinauswächst und sich auch trotzdem seiner Schwächen bewusst ist.
Auch die Art, wie die beiden Hauptfiguren aufeinandertreffen und nicht wissen, wie sie auf den jeweils anderen reagieren sollen und wie sie dann zu einem Team zusammenwachsen schildert Michael Paul sehr authentisch und einfühlsam.
Katharina, eine ehemalige und berühmte Staatsanwältin, hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Nach ihrer Erblindung ist in ihrem Leben nichts mehr so, wie es einmal war – ihr Berufsleben aber auch ihr Privatleben liegen in Scherben. Sie muss sich nun in einem völlig anderen Leben zurechtfinden, was ihr an einigen Tagen gut gelingt, an anderen Tagen nicht. Denn: Katharina kennt zwar viele (einflussreiche) Menschen, doch sie ist am Ende des Tages doch sehr einsam und seht sich nach einer tiefen Freundschaft und Verbundenheit. Katharinas vielschichtiger und interessanter Charakter zeigt sich im Laufe der Handlung, immer wieder zeigen sich dem Leser/ der Leserin neue Facetten.
Neben diesen beiden Hauptfiguren spielen noch einige weitere Figuren große und auch kleine Rollen. Michael Paul stattet diese mit vielen Details aus, was zu ihrer großen Authentizität führt. Außerdem besitzen sie alle ihre Ecken und Kanten und vieles aus ihren Lebensgeschichten offenbart sich erst im Laufe der Handlung. Dies sorgt zusätzlich für einen guten Lesefluss, da man als Leser/ Leserin einfach wissen muss, wie und warum es so gekommen ist und wie es mit ihnen im weiteren Handlungsverlauf weitergeht.
Das große Thema des Buches „TABUN – Tod aus der Ostsee“ ist die Versenkung von Munition und chemischer Kampfstoffe in die Nord- und Ostsee nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
In der deutschen Nord- und Ostsee lagern Altlasten von ca. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, die im Zweiten Weltkrieg durch Militäroperationen oder danach durch Verklappung versenkt wurden. Heute bedrohen alte Minen, Bomben und Torpedos das Meer und seine Anwohner: Denn bis zu 3000 Kilogramm Munition im Jahr gehen einem Fischer ins Netz.
Doch nicht nur die alten Minen, Bomben und Torpedos bedrohen die Nord- und Ostsee: Neben diesen konventionellen Munitionen wurden auch große Menge des Nervengiftes Tabun, entgegen ursprünglicher Informationen der USA, in der Ostsee versenkt. Hier ist die Rede davon, dass in der nördlichen Ostsee rund eine halbe Million Tabun-Bomben verklappt wurden.
Tabun ist ein Nervenkampfstoff, der 1936 vom deutschen Chemiker Gerhard Schrader entdeckt wurde. Ab 1942 wurde es industriell gefertigt und im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht in Bomben und Granaten verfüllt, jedoch nicht eingesetzt.
Im Körper blockiert Tabun die Acetylcholinesterase. Diese ist Bestandteil der Kommunikationsvorgänge im Nervensystem. Daher kommt es, je nach Stärke der Vergiftung, zu Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen, Augenschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Zucken der Muskulatur, unkontrollierter Harn- und Stuhlabgang, Atemnot, Appetitlosigkeit, Angstzustände, Spannungen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Der Tod tritt schlussendlich durch Atemlähmung ein.
Michael Paul beschreibt diese historischen Hintergründe und auch den Status Quo sehr intensiv – hier merkt man, wie sehr sich der Autor in das Thema hineingearbeitet hat und auch, wie wichtig ihm die Aufarbeitung des schwierigen Themas ist. Er legt den Finger in eine offene Wunde und stellt damit das Thema ‚Urlaub an der Ost- oder Nordsee‘ in Frage.
Fazit: Der Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ ist ein spannender und vor allem aufrüttelnder und eindringlicher Thriller, welcher mit interessanten und vielfältigen Figuren besticht. Ab der ersten Seite reißt die Handlung den Leser/ die Leserin mit und lässt diese auch nach der letzten Seite nicht mehr los und mit vielen Eindrücken und Gedanken zurück. Absolut lesenswert!
Thrillertante
5/5
18.01.2021
eBook (ePUB)
Tabun
In dem Thriller Tabun dreht sich alles um das gleichnamige, hochtoxische Nervengift.
Michael Paul hat hier einen hochspannenden und gleichermaßen erschreckenden Thriller geschrieben, der es dem Leser kaum möglich macht, das Buch aus den Händen zu legen! Begeistert hat mich, dass der Thriller unheimlich gut recherchiert ist. Von dem Nervengift über die Örtlichkeiten bis hin zu der erblindeten und symphatischen Protagonistin, Oberstaatsanwältin Katharina König und wie sie sich als sehbehinderte im Alltag zurechtfindet, ist der Thriller überaus authentisch geschrieben und hat es mir ermöglicht, mich gut bin die Geschichte und die Charaktere hineinzuversetzen!
Der Autor hält den Spannungsbogen von Beginn an hoch und lässt zu keinem Zeitpunkt nach, im Gegenteil, das Buch wird von Kapitel zu Kapitel spannender!
Ich habe von Michael Paul sowohl "Wimmerholz" als auch "Das Haus der Bücher" gelesen, die mich beide begeistert haben und so war ich sehr gespannt, auf den ersten Thriller des Autoren und wurde nicht enttäuscht! Wie schon die beiden ersten Bücher, hat mich "Tabun" nachdenklich gemacht und ich bin mir sicher, dass auch dieser Thriller lange nachhallen wird!
Von mir gibt es eine absolute Leseempfe
Michas wundervolle Welt der Buecher
5/5
30.10.2019
eBook (ePUB)
Spannend
Meinung
Von der ersten bis zur letzen Seite schafft der Autor es einen in seinen Bann zu ziehen durch das spezielle Thema und den flüssigen Schreibstil.
Die gute Recherche macht das ganze auch noch richtig informativ und hat neben der Spannung auch noch den Effekt das man etwas wichtiges mitnimmt nach dem man das Buch beendet hat.
Die Hauptcharaktere kommen durch die tolle Beschreibung authentisch rüber und das unterstützt auch nochmal die Glaubhaftigkeit der Story .
Ein Thriller der einen nach dem lesen zum Nachdenken anregt von mir eine klare Leseempfehlung
Liselottchen
aus Rankweil
4/5
06.01.2020
eBook (ePUB)
»Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.«
Noch aus der Nazi-Zeit stammt ein gefährliches Giftgas namens Tabun, auf dessen Einsatz Hitler jedoch (zum Glück) dann verzichtete. Doch wohin damit? Nach dem Krieg wurde es in Fässer verpackt und von den Alliierten ab ins Meer entsorgt, natürlich streng geheim.-----------------------------
Schon allein ein Tropfen dieses Elements ist tödlich, und eine unüberschaubare Anzahl von Tonnen ruht auf dem Meeresgrund. Es kommt in Giftklumpen, die Bernstein täuschend ähnlichsehen, an die Oberfläche und entzündet sich schon bei dreißig Grad, also beispielsweise bei Körperwärme. Als ein junger Familienvater qualvoll verbrennt und die ganze Sache vertuscht wird, soll eine private Stiftung den Fall weiter verfolgen. Frau Professor Sarah Kohn, eine siebzigjährige bekannte Historikerin, die diese Organisation mit dem Namen ›ad lucem‹ verwaltet, schickt zwei Ermittler ins Rennen: Ihren Neffen Elias, der sich mehr oder weniger erfolglos als Musiker versucht und die ehemalige Staatsanwältin Katharina König, die nach einem Attentat erblindet ist. Ihnen zur Seite steht eine taffe Privatermittlerin Phil, die sie mit Details zu den Hintergründen versorgt. Auch Katharinas Exmann, BKA-Beamter Max, hilft, soweit es ihm möglich ist. Angekommen auf Rügen gerät Elias gleich mitten in eine Demonstration: Eine Pipeline soll gebaut werden, radikale Links-Demonstranten versuchen das mit rücksichtslosen Mitteln zu verhindern. Sind sie nur Umweltschützer oder steckt mehr dahinter? Katharina und Elias nehmen die Befragungen auf und stoßen immer tiefer in ein Wespennest. Gleichzeitig taucht der rechtsradikale Andreas Aschenbach auf der Insel auf, der mit Katharina noch eine ganz private Rechnung offen hat. Als Katharina auf einen Zeitzeugen stößt und sich mit dessen Tochter anfreundet, bringt sie das in unmittelbare Gefahr ... ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Roman besticht in seiner Ernsthaftigkeit und der peniblen Recherche des Autors. Ich war gleich mitten im Geschehen und las die Geschichte fast in einem Rutsch durch. Schon die Kapitelüberschriften weisen auf ein furchtbares Ereignis hin: Noch acht Tag, noch sieben Tage ...
Bereits das erste Kapitel berührt, ein Idyll wird jäh zerstört, als ein Mann vor den Augen seiner Frau verbrennt. Stück für Stück wird die erschreckende Tatsache enthüllt, dass die Ostsee quasi wie eine Zeitbombe tickt, weil jede Menge Giftgas darin entsorgt wurde. Von Szene zu Szene mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn es ist spannend geschrieben und jedes Mosaiksteinchen macht Sinn. Mit der blinden Ermittlerin Katharina König schuf der Autor eine faszinierende Figur. Es war für mich gleichermaßen bewegend und lehrreich wie sie mit der Welt zurechtkommt, welche Hilfsmittel sie benützt und welchen Umgang mit ihr sie am meisten schätzt. Auch Elias, ein verkrachter Archäologiestudent, der zunächst nur unwillig mit von der Partie ist, wächst an seinen Aufgaben. Besonders beeindruckend war sein Agieren in schwindelnden Höhen, trotz Höhenangst. Die Background-Ermittlerin Phil (eine Geliebte von Katharinas Exmann Max, dieses Detail war in meinen Augen unnötig) passte, auch wenn ihre Distanzlosigkeit zeitweise nervte. Sie erinnerte mich in ihrer hochintelligenten aber schrillen Art an Liz Salander aus der Milleniums-Trilogie.
Ab der zweiten Hälfte des Buches verdichtet sich die Handlung, der Spannungsbogen steigt permanent und während der letzten Kapitel ertappte ich mich mehrmals dabei, dass ich den Atem anhielt. Das Ende verrate ich hier natürlich nicht. -------------------------------
Probleme hatte ich anfangs mit dem Schreibstil und dem raschen Szenenwechsel. Der Blickwinkel ändert sich oft, in einem Absatz ist es Katharina, im nächsten Elias und dann wieder vom Blick eines auktorialen Erzählers. Das verwirrt ein wenig, ich gewöhnte mich jedoch rasch daran. Und auch das Privatleben der Hauptpersonen wurde lediglich angedeutet, aber nicht ausgearbeitet. Es werden schwerwiegende private Verwicklungen angeschnitten, und ich fühlte mich dann als Leserin quasi in der Luft hängengelassen. Katharina steckt im Privatleben alles weg und ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie sich so viel gefallen ließ und lässt. Exmann Max ist für mich das Allerletzte (ich wäre nicht fähig, so freundschaftlich mit ihm umzugehen, wie Katharina das tut). Auch das Verhalten von Tochter Anna ist in meinen Augen unrealistisch, würde ich ihr niemals durchgehen lassen. Von Elias hätte ich ebenfalls gerne mehr gehört.--------------------------------------------------------------------------
Dennoch: Unter dem Strich ist es auf jeden Fall ein mitreißender Roman, der mich faszinierte und in nachdenklicher Stimmung zurückließ, da die drohende Gefahr durchaus existent ist. Ein unbedingtes Lese-Muss für alle Thriller-Fans, die Wartezeit bis zu Teil 2 wird mir schwerfallen.