Wohlfühlkrimi mit einer liebenswert chaotischen Detektivin vor der Kulisse der atemberaubenden Bretagne.
Tereza Berger, vierzig, geschieden, süchtig nach Milchschokolade, erbt ein Haus in der Bretagne, auf der malerischen Halbinsel Crozon. Es entpuppt sich als neobretonische Bruchbude an der Dorfstrasse von Camaret-sur-Mer. Trotzdem ist es Liebe auf den ersten Blick – hier will sie sich den Traum einer eigenen Buchhandlung erfüllen. Als ein Deutscher, der das Künstlerdorf zu einer Touristenattraktion machen wollte, tot am Strand gefunden wird, gerät Tereza unter Mordverdacht. Irgendjemand will sie aus ihrer neuen Heimat vertreiben. Doch ihr Kampfgeist ist geweckt ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
aus Birr
5/5
16.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein Wohlfühlkrimi
Der Krimi verbindet die Sinnlichkeit des Essens, der schönen Umgebung, der Cafés usw.. mit den Beziehungen und Hintergründen der Leute, die auch recht interessant beschrieben sind. Wer Hochspannung sucht, ist aber meiner Meinung nach falsch beraten. Ich werde aber den zweiten Teil gerne lesen, da es doch eine recht interessante Figurenzeichnung hat und eben auch dieses Urlaubsfeeling etwas in meinen Alltag hineinbringt, gerade in den Zeiten von Corona auch eine Möglichkeit, geistig etwas zu reisen, geistig ein bisschen Urlaub zu nehmen,
Bewertung
aus Frickenhausen
5/5
06.10.2020
Buch (Taschenbuch)
Urlaubsfeeling kommt auf
gut geschrieben, gut zu lesen, da will man gleich hin, sehr anschaulich und unterhaltsam, hoffentlich kommt bald der nächste Teil
Bewertung
5/5
08.09.2020
Buch (Taschenbuch)
Krimi mit Tiefgang
Inmitten gefährlicher Meeresströmungen, kreativer Ideen und lokaler Traditionen, und eines Netzwerks von hilfsbereiten und womöglich vertrauensunwürdigen Nachbarn, lernt der Leser Tereza Berger, eine schweizerische Erbin eines bretonischen Hauses in Camaret sur Mer im westlichsten Zipfel Frankreichs kennen. Schnell wird der Leser mit den geheimnisvollen Toten am Strand konfrontiert, wo sich sonst nur entspannte Sonnenanbeter und SurferInnen tummeln. Der Krimi startet und viele mögliche Täter und Täterinnen werden vorgestellt, vor einem spektakulär schönen Hintergrund des maritimen Lebens in der Bretagne. Ein Sommerkrimi also, wo Urlaubsstimmung unweigerlich, trotz (oder vielleicht gerade wegen) der unheimlichen Morde, aufkommt. Wäre da nicht die tiefer gehende Sinnes- und Identitätssuche Tereza Bergers, der geschiedenen Mittevierziger, die erst nur für ein paar Tage auf die Halbinsel von Crozon fahren wollte, nur um die administrativen Angelegenheiten eines Hausverkaufs zu erledigen, dann sich aber durch die Herzlichkeit und Abgründigkeit der Seele des Hafenortes berühren, und in eine gefährliche Intrige verwickeln, lässt. Ein Konflikt, derjenige zwischen den Frauen von Camaret, die die Hafenmole umwelt- und lebensfreundlich gestalten wollen und der «Anciens», meistens Männer, die sich den Massentourismus weit vom Hals halten wollen, eskaliert und fordert noch mehr Leid, Schmerz und Tod.
Die Themen in diesem Sommerkrimi sind tiefgehend und relevant, die Protagonistinnen und Protagonisten erscheinen in sympathischer Art und Weise und das Werk verdient vollumfänglich das Attribut «Wohlfühlkrimi». Der Leser hätte sich gewünscht, noch mehr in die eigentliche Erfahrung Tereza’s einzutauchen. Wie alle Akteure erscheint Tereza meist brechtsch verfremdet, stellenweise einer persona gleich, mit gar wenig Innenleben: man fragt sich wo ihre intimen Unsicherheiten, offenen Fragen und eigenen Abgründe sind. Dies fehlt vor allem im zweiten und schnelleren Teil des Textes. Nur mit diesen Inhalten wäre der Krimi nicht mehr auf 250 Seiten zu fassen: hier ist Stoff für über 500 Seiten…
Allemal ein guter Moment der Lektüre, der gedankliche Anstösse zu einer globalisierten Welt, dem Verhältnis von Haben und Nicht-Haben, Macht und Grenzen, zum Geschlechterkampf, geben kann, und ein absolut spannender Krimi, von welchem man und frau mehr haben will.
Ueli Kramer
Bewertung
aus Breite-Nürensdorf
5/5
12.08.2020
Buch (Taschenbuch)
"Des Meeres und (auch) der Liebe Wellen". Von Sylvia Silva
Das Buch hat mich auf die Reise mitgenommen. Auf so eine schöne Reise! Diesmal nicht an den Greifensee (auch ein Schauplatz des Kasperski'schen Krimi-Universums), sondern unter den Salzwind der Bretagne. Für mich ein ganz großer Wurf. Nicht zuletzt, weil die Autorin mich, die ich so gern den Sand zwischen den Zehen spüre und den Salzwind der Nordsee, des Atlantiks, mitnimmt zu diesen so liebevoll erfundenen Figuren des Romans. Aus dieser Ambiance, aus diesem Panoptikum mehr oder weniger freundlicher Menschen zwischen listiger Stiftsdame, sinistrer Kapuzen-Nebenwelt, deutschem Künstlerzwielicht und bretonischer Bodenständigkeit steigt das bedrohliche, rätselhafte Geschehen ins Kommune.
Schon das Lesen vermittelt die Attraktivität der maritimen Motive, die Ambivalenz des Meeres steigt auf mit Faszination und düsterem Geheimnis; so fesselnd die Nebenwelt der Ku-Klux-Klan-artigen Anciens wie die Beherztheit der Frauenfiguren. Und in all das gewoben die Zärtlichkeit der Buchhandlung neben dem letztlich wohl doch sinistren kommerziellen Trust-geblähten Künstlertum-Disneyland.
Wie viel filmisches Potential und virile Motorrad-Affektion ist schon dem so gut gewählten Oldtimer-Motorrad inne, seinem schottischen Fahrer und dessen anachronistischem Ledermantel samt Lederhelm.
Leuchtturm und Bistro, Frauenstift und Wellenbrecher, geheimnisvolles Haus und Möwenschrei: Eine tolle Mischung!!!
Als Leserin, als Leser zu Gast möchte man dort wohnen bleiben. Den cleveren Frauen verschwistert und verbrüdert. An all den "Tagen mit vier Jahreszeiten".
Sylvia B.
aus Fredersdorf-Vogelsdorf
5/5
24.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Tereza ermittelt in der Bretagne
Bretonisch mit Meerblick von Gabriela Kasperski
zur Geschichte:
Tereza Berger, vierzig, geschieden, süchtig nach Milchschokolade, erbt ein Haus in der Bretagne, auf der malerischen Halbinsel Crozon. Es entpuppt sich als neobretonische Bruchbude an der Dorfstraße von Camaret-sur-Mer. Trotzdem ist es Liebe auf den ersten Blick – hier will sie sich den Traum einer eigenen Buchhandlung erfüllen. Als ein Deutscher, der das Künstlerdorf zu einer Touristenattraktion machen wollte, tot am Strand gefunden wird, gerät Tereza unter Mordverdacht. Irgendjemand will sie aus ihrer neuen Heimat vertreiben. Doch ihr Kampfgeist ist geweckt ...
mein Fazit:
Den Leser erwartet ein packender, geheimnisvoller, mysteriöser und zugleich spannender Roman, der von der unbewussten Suche nach einem wirklichen Zuhause für Tereza bestimmt wird. Mit viel Feingefühl hat die Autorin den Hauch der Bretagne für den Leser eingefangen. Ich hatte das Gefühl das Meer ist gleich neben mir... Der Leser folgt Tereza auf die kleine Halbinsel Crozon. Sie hat von einer alten Tante ein Haus geerbt und dieses möchte sie herrichten und so schnell wie möglich verkaufen. Kaum hat sie das Haus gefunden, entdeckt sie am Strand einen Toten und gerät unter Mordverdacht. Die Protagonistin Tereza ermittelt auf eigene Faust... Gleichzeitig wird sie Teil der kleinen Inselgemeinschaft, wo alles langsamer geht. Aber ist sie auch wirklich willkommen?
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4/5
30.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Atmosphäre, Schokolade und Rätselfreude
Ein malerisches Dorf in der Bretagne, ein unerwartetes Erbe, das zu einem Neuanfang wird, jede Menge leckeres Essen und eine ungewöhnliche Häufung von Todesfällen bietet Tereza Bergers erster Fall.
Ich-Erzählerin Tereza ist Mitte 40, geschieden, Mutter zweier erwachsener Kinder und Buchhändlerin in Zürich, als sie erfährt, dass sie eine Grosspatentante hatte, die ihr ein Haus in Camaret-sur-Mer hinterlassen hat. Voller Hoffnung auf einen finanziellen Neustart fährt sie mit ihrer alten Ente in die Bretagne, um das Haus schnellstmöglich zu verkaufen. Doch der Charme des renovierungsbedürftigen Hauses, seiner provisorischen Buchhandlung, des Dorfes und seiner Bewohner*innen stimmt sie langsam um. Ja, und dann ist sie plötzlich Hauptverdächtige in einem möglichen Mord und die beste Verteidigungsstrategie ist, eigene Ermittlungen anzustellen.
Nach einem Prolog vom 11. April zum Fund der ersten Leiche am Strand von Pen Hat, setzt die Handlung am 12. Juli ein und wird von dort engmaschig bis zum 15. August fortgeführt. «Bretonisch mit Meerblick» ist ein Krimi zum Miträtseln. Das Figurenarsenal erweitert sich stetig, je besser Tereza Land und Leute kennenlernt. Entsprechend viele Fährten gibt es für uns Hobby-Ermittler*innen. Gabriela Kasperski trifft die Atmosphäre, die ich mir (möglicherweise voller Klischees) für so ein französisches Dorf vorstelle, hervorragend. Das wechselhafte Wetter, die wunderschöne Landschaft, die mal kauzigen, aber überwiegend herzlichen Menschen, das tolle Essen, die örtlichen Sagen und Mythen – das Buch lädt direkt dazu ein, gedanklich auf Reisen zu gehen. Dazu tragen natürlich auch die vielen französischen Ausdrücke und Ortsbezeichnungen bei.
Dass sich der Ermittler, der Schotte Gabriel Mahon, so in Tereza verbeisst, erscheint zwar ungewöhnlich, aber so ist Tereza gleich mitten drin im Geschehen und den Ermittlungen. Gabriela Kasperski nimmt sich viel Zeit, uns die Region und ihre Menschen zu beschreiben, sodass sich die Spannung im eigentlichen Krimi gegen Ende rasant zuspitzt und in einem bedrohlichen Finish entlädt.
Die Figuren sind nicht nur zahlreich, sondern auch vielschichtig, sodass ich mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit ihnen freue. Im Ort verläuft ein tiefer Graben zwischen Modernisieren und Bewahrern, der ganze Familien spaltet. Zum Miträtseln luden, neben den Todesfällen, die Schmierereien an Terezas Haus und die Identität der geheimnisvollen Radiomoderatorin Sophie ein, deren kritischen und erhellenden Beiträge Tereza schnell im Ort ankommen lassen.
Tereza selbst ist eine quirlige, neugierige, kämpferische und optimistische Frau mit einer Vorliebe für Schokolade. Dass sie den grossen Buchbestand ihrer verstorbenen Grosspatentante zur Eröffnung ihrer eigenen Buchhandlung nutzt, dürfte auch der Traum vieler Lesenden sein. (Ebenso wie die Tatsache, haufenweise Schokolade und feine französische Backwaren mit Unmengen Butter essen zu können, ohne auszusehen wie ein Pralinchen ;-))
Ich werde mich jedenfalls gleich in den nächsten Band stürzen und von einem Urlaub in der Bretagne träumen – wenn auch ohne Todesfälle.