Der Kieler Kulturphilosoph Ralf Konersmann zeigt: In der europäischen Geschichte waren Mass und Masse, Ethik und Technik, Moral und Wissen zwei Seiten ein und derselben Medaille. Es galt, sich nicht bloss hier oder da, sondern generell an das Mass zu halten - an das, was sowohl sachlich als auch sittlich geboten ist. Konersmann erzählt nun die grosse Ideengeschichte des Masses: wie dieses Verhältnis wechselseitiger Bestätigung von Mass und Massen einmal gedacht und gesichert war, unter welchen Umständen es dennoch zerbrach und welche Konsequenzen das Auseinandertreiben der vormals verbundenen Begriffswelten nach sich zog. Konersmann rückt den heute allgegenwärtigen Vormarsch des Messens, Zählens und Rechnens in eine genealogische Perspektive, durch die wir ihn erst wirklich verstehen - und unsere Gegenwart besser begreifen.
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