25 Jahre lang war Vernon Subutex in der Pariser Subkultur ein geachteter Vertreter von Sex, Drugs und Rock 'n' Roll; in seinem Plattenladen gaben sich Musiker:innen und Originale die Klinke in die Hand. Bis Napster, iTunes und Spotify die Musik dematerialisierten und diesen magischen Ort kurz und schmerzvoll dichtmachten. Plötzlich mittellos und auf der Strasse hält sich Vernon an einen alten Grundsatz: »So tun, als ob nichts wäre«. Reihum quartiert er sich auf den Schlafsofas alter Kumpels und Weggefährt:innen ein – und so beginnt eine Reise quer durch die französische Gesellschaft.Virginie Despentes entwirft in ihrem dreiteiligen Erfolgsroman DAS LEBEN DES VERNON SUBUTEX ein grandioses Sittengemälde unserer Zeit. Für die Comicadaption hat sie in ihrem Wunschzeichner Luz einen Geistes- und Seelenverwandten gefunden: Luzʹ Zeichnungen sind wie Despentesʹ Texte nervös, energiegeladen und zugleich sensibel in ihrer Wut – pointiert und ätzend arbeitet sich das Duo an den aktuellen gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Umwälzungen ab und schafft einen Comic, der dem berühmten Roman substanziell Neues abgewinnt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Villach
5/5
03.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Cool, bunt, schräg
Bereits vor ein paar Jahren haben mich die Romane von Virginie Despentes begeistert. So war ich sehr neugierig auf die neu erschiene Graphic Novel und hatte zugleich die Befürchtung, dass das schief gehen könnte (wie es sonst bei Filmen passiert).
Die Geschichte des ehemaligen Plattenladenbesitzers, jetzt Obdachlosen und Lebenskünstlers Vernon Subutex ist in diesem Format unglaublich gut gelungen und adaptiert. Bunt, schräg, cool. Die ungewöhnlichen Charaktere aus dem Roman werden ausdrucksstark gezeichnet und verleihen dem Text eine geniale Visualisierung. Hervorragend werden die jeweiligen Protagonist*innen und das Milieu, aus dem sie kommen, dargestellt und ergeben insgesamt eine ganz eigene Atmosphäre.
Ein über 300 Seiten starker Comic, der mich schwer imponiert hat und nie Gefahr läuft, dem Roman nicht das Wasser reichen zu können. Ganz im Gegenteil. Wer bis jetzt die Romane noch nicht gelesen hat, sollte es mit diesem hier versuchen, sehr beeindruckend.
Übersetzung aus dem Französischen von Claudia Steinitz und Lilian Pithan.