Ein mitreissender Krimi über die Schuld einer Stadt und das Trauma einer Familie.
Auf einem Zürcher Filmfestival feiert ein umstrittenes Dokudrama über die kolonialistische Vergangenheit der Stadt Premiere. Als eine junge Frau im Archivmaterial ihre lange verschollene Mutter zu erkennen glaubt, nehmen Werner Meier und Zita Schnyder Ermittlungen in dem Cold Case auf. Die Spuren führen zur Familie der Filmregisseurin – und hinter Reichtum und Renommee tun sich menschliche Abgründe auf.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
peedee
Book Circle Community
5/5
20.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Oha, einmal mehr sehr spannend und herausfordernd
Schnyder & Meier, Band 8: Hat Zürich eine kolonialistische Vergangenheit? Das umstrittene Dokudrama „Züri-Kolon“, das an einem Zürcher Filmfestival gezeigt werden soll, hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt. Als Nelly Gomez auf einem Foto ihre seit Jahren verschollene Mutter zu erkennen glaubt, kommen Werner Meier und Zita Schnyder ins Spiel – zusammen mit Eli Apfelbaum nehmen sie Ermittlungen auf, die zur Familie der Filmregisseurin sowie ins nahe und ferne Ausland führen…
Erster Eindruck: Das Cover mit dem Schatten einer Person und dem interessanten Lichtspiel gefällt mir sehr gut.
Dies ist Band 8 einer Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Interessanter ist es dennoch, die Protagonisten von Anfang an zu begleiten. Da ich alle bereits erschienenen Bände gelesen habe, wusste ich, dass hier wieder eine geballte Ladung von Protagonisten und Verflechtungen auf mich warten würde. Und genau so war es dann auch.
Es ist immer wieder schön, Zita und Werner „wiederzusehen“, ebenso Eli oder Beanie und all die anderen von der Polizei Zürich.
Als über die bevorstehende Filmpremière von „Züri-Kolon“ gesprochen wurde, war ich sehr irritiert, denn den Filmtitel fand ich merkwürdig, da „colon“ ja Darm heisst. Ich verstehe, dass es hier die Abkürzung für „Kolonialisierung“ o.ä. ist, aber trotzdem war der Filmtitel für mich nur suboptimal gewählt. Was hat Andrea von Hartmann, die Filmemacherin, alles in diesen Film gepackt, dass so kontrovers darüber diskutiert wird? Und warum will ihr Bruder Martin, der Politiker, Teile des Films verbieten lassen? Befürchtet er, die bevorstehende Wahl zu verlieren?
Auch Zita und Werner stellen sich viele Fragen, nachdem durch Eli der Kontakt mit Nelly Gomez, einer jungen Frau von St Croix, den Jungferninseln, hergestellt wurde. Sie sucht ihre Mutter, deren Spuren nach Zürich und Dänemark führten, aber vor zig Jahren versandeten. Wieso denkt Nelly, dass gerade jetzt neue Hinweise auf den Verbleib ihrer Mutter gefunden wurden?
Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, darunter immer wieder Passagen aus Sicht von Nino. Diese waren für mich besonders komplex, da sie sehr verwirrend und oftmals sinnfrei schienen. Kolonialistische Vergangenheit, Rassismus, Kunst, Stiftung, Politik, psychische Erkrankung – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Von mir gibt es erneut 5 Sterne und ich freue mich auf eine Fortsetzung.
Bewertung
aus Forch
5/5
16.04.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein Krimi, unblutig spannend, gut durchdacht – ein ergreifendes Lesevergnügen zu einem aktuellen Thema
Mit grossem Interesse habe ich die kriminellen, kolonialen «Zürcher Verstrickungen» von Gabriela Kasperski gelesen: Ihre fundierten Recherchen hat die Autorin gekonnt in eine mehrere Generationen umfassende Familiengeschichte verwoben und daraus einen packenden Krimi «gestrickt». Schillernde, wirre, tapfere, mysteriöse und tragische Figuren, denen das sympathische Ermittlerteam um Zita Schnyder und Werner Meier auf den Fersen (und Flossen) ist. Das Team begleitet mit Witz, Charme, guten Nerven und feinem Gespür eine Tochter auf der Suche nach ihrer verschollenen Mutter und eine Filmemacherin bei der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte. Eine Verfolgungsjagd und Spurensuche vom Zürichsee über Kopenhagen bis in die Karibik. Fazit: Ein spannendes, angenehm unblutiges, minutiös durchdachtes, ideen- und lehrreiches, ergreifendes Lesevergnügen zu einem aktuellen Thema!
Claudia R.
5/5
23.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein ereignisreicher Krimi mit einem äusserst sensiblen Thema.
Werner Meier und Zita Schnyder nehmen die Ermittlungen in einem Cold Case auf. Die Spuren führen die beiden zur Familie einer Filmregisseurin, die einen Dokumentationsfilm über die kolonialistische Vergangenheit der Stadt Zürich drehte.
Gabriela Kasperski hat es mit «Zürcher Verstrickungen» wieder einmal geschafft, einen absolut rasanten und komplexen Krimi herauszugeben. Der Krimi startet temporeich und nimmt den Spannungsbogen bis ans Ende gekonnt auf. Über das hoch brisante Thema der Stadt Zürich und die Verwicklungen mit der kolonialistischen Vergangenheit hat die Autorin sehr gut recherchierte Arbeit geleistet.
Der ständige Perspektivenwechsel der Propagandisten macht den Krimi sehr spannend und ereignisreich. Meier & Schnyder sind sympathische Figuren. Es geht im Krimi auch um das Alltägliche, so dass der ganze Plot sehr authentisch rüberkommt.
«Zürcher Verstrickungen» überzeugt durch und durch. Gabriela Kasperski schafft es, immer noch einen draufzusetzen. Der neunte Fall von Schnyder & Meier wird sehnsüchtig erwartet.
Lesezeichenfee
5/5
19.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Zürcher Skandal
Der 8. Fall für Zita und Werner
Werner Meyer und Zita Schnyder ermitteln in einem Cold Case. Eine Regisseurin aus einer renommierten, reichen Züricher Familie dreht einen Film zu einem brisanten Thema.
Bei Gabriela Kasperski kann man sich weiterbilden, denn ich habe wieder neue Sachen gelernt. Klar, dass Beanie da „reinstolpert“.
Es gab wieder brisante Themen, schwarz weiß, hell dunkel. Es ist wohl auch ein Generationenkonflikt. Klar, Sklaverei ist verachtenswert und die Leute kommen damit durch, mit den Kolonien bzw. der Ausbeuterei. Das ist nicht ok! Blöderweise wuchsen ältere Generationen mit M*köpfe, N*küsse, Z*schnitzel, auf, hatten da aber nur was leckeres zu Essen im Kopf und nun ist das alles falsch und sie werden auch angegriffen. Wie weit darf das gehen? Müssen dann Berliner, Wienerle, Kopenhagener usw. irgendwann auch umbenannt werden? Auch Gemälde mit diskriminierten Themen, werden beschmiert, sollen weg oder Tafeln darunter gemacht werden. Ein heißes Eisen, das Gabriela Kasperski wieder eingeflochten hat, in ihren spannenden Krimi.
Ich mag ja den Schreibstil der Autorin und ich fühle mich da immer wieder wie zuhause. Auch mag ich die schweizer Ausdrücke, weil sie oft den „Schwäbischen“ ähnlich sind und ich sie verstehe. Auch ist sie immer für spannende, brisante Überraschungen gut. Jedenfalls wurde ich bei diesem Krimi wieder überrascht und bin sehr begeistert.
Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Auch der neueste Krimi der Autorin Gabriela Kasperski ist ein Bestseller wert. Mit ihrem unnachahmlichen, schweizer Schreibstil, der brisanten Wendungen, der heißen Eisen und Wendungen ist auch dieser Krimi erstklassig. 10 Feensternchen dafür.
Bewertung
aus Gronau
5/5
19.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Skandal in Zürich
Werner Meyer und Zita Schnyder ermitteln in einem Cold Case. Eine Regisseurin aus einer renommierten, reichen Züricher Familie dreht einen Film zu einem brisanten Thema.
Bei Gabriela Kasperski kann man sich weiterbilden, denn ich habe wieder neue Sachen gelernt. Klar, dass Beanie da „reinstolpert“.
Es gab wieder brisante Themen, schwarz weiß, hell dunkel. Es ist wohl auch ein Generationenkonflikt. Klar, Sklaverei ist verachtenswert und die Leute kommen damit durch, mit den Kolonien bzw. der Ausbeuterei. Das ist nicht ok! Blöderweise wuchsen ältere Generationen mit M*köpfe, N*küsse, Z*schnitzel, auf, hatten da aber nur was leckeres zu Essen im Kopf und nun ist das alles falsch und sie werden auch angegriffen. Wie weit darf das gehen? Müssen dann Berliner, Wienerle, Kopenhagener usw. irgendwann auch umbenannt werden? Auch Gemälde mit diskriminierten Themen, werden beschmiert, sollen weg oder Tafeln darunter gemacht werden. Ein heißes Eisen, das Gabriela Kasperski wieder eingeflochten hat, in ihren spannenden Krimi.
Ich mag ja den Schreibstil der Autorin und ich fühle mich da immer wieder wie zuhause. Auch mag ich die schweizer Ausdrücke, weil sie oft den „Schwäbischen“ ähnlich sind und ich sie verstehe. Auch ist sie immer für spannende, brisante Überraschungen gut. Jedenfalls wurde ich bei diesem Krimi wieder überrascht und bin sehr begeistert.
Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Auch der neueste Krimi der Autorin Gabriela Kasperski ist ein Bestseller wert. Mit ihrem unnachahmlichen, schweizer Schreibstil, der brisanten Wendungen, der heißen Eisen und Wendungen ist auch dieser Krimi erstklassig. 10 Feensternchen dafür.
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4/5
12.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Spannender Cold Case inkl. Kolonialgeschichte
Der achte Fall für Meier und Schnyder, «Zürcher Verstrickungen», ist ein Cold Case, der uns tief in die (Zürcher) Kolonialgeschichte führt.
Nelly Gomez, eine junge Frau aus St. Croix in der Karibik, sucht Eli Apfelbaums und Werner Meiers gegründete «Agentur für Besondere Affären» auf, um ihre vor über 20 Jahren verschwundene Mutter aufzuspüren. Die Recherchen, in die auch Zita eingebunden wird, führen sie nach Kopenhagen, ins Engadin, die USA, die Karibik und natürlich nach Zürich. Gleichzeitig beschäftigen Beanie Barras ein scheinbar ertrunkener Mann und Drohungen gegen die Schwarze Moderatorin eines Dok-Films zu Züris Kolonialgeschichte, der beim Stadtfilmfestival uraufgeführt werden soll.
Nach einem Prolog vom 29. Juli 1841 in St. Croix setzt die eigentliche Handlung einmal mehr an einem Montag ein. Die einzelnen Wochentage sind erneut in viele, überwiegend kurze Kapitel unterteilt und Gabriela Kasperski wechselt als allwissende Erzählerin zwischen den Perspektiven der einzelnen Figuren hin und her. Eine Ausnahme macht sie jedoch im Fall von Nino, einem psychisch kranken Mann, der uns als Ich-Erzähler Einblick in seine Welt gibt. Wir haben es also wieder einmal mit einer rasanten Erzählweise, gelungenem Spannungsaufbau, vielen Figuren, Verdächtigen und Fäden zu tun, die uns Rätsel aufgeben, bis sie am Ende, etwas antiklimaktisch, zusammengeführt werden.
Grosse Freude hatte ich am Spannungsaufbau, an der Weiterentwicklung der bereits bekannten Figuren und an der politischen und geschichtlichen Komponente des jüngsten Krimis im Schnyder-und-Meier-Universum. Er erforderte höchste Konzentration, um bei all den Figuren und vor allem Ninos verworrener Erzählweise nicht den Durchblick zu verlieren und hat mich einmal mehr bestens unterhalten.