Mit Anfang zwanzig ist Laura Coleman vor allem eins: orientierungslos. Frustriert kündigt sie ihren Job in London und reist mit dem Rucksack durch Bolivien. Dort führt ein Zufall sie in eine Tierauffangstation mitten im Dschungel. Das Camp ist schmutzig, die Tiere sind verblüffend exzentrisch und überall schwirren Mücken - doch trotz aller Beschwerden gibt Laura nicht auf und bleibt. Als ihr aufgetragen wird, täglich mit dem traumatisierten Pumaweibchen Wayra spazieren zu gehen, ist sie entschlossen, sich der Herausforderung zu stellen. Langsam bildet sich ein feines Band, das die beiden für immer verändert ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Florian Horn
aus Naila
5/5
17.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Buch- Highlight 2022
Wie der Titel schon sagt, geht es um Freundschaft und Vertrauen zu einer Pumadame. Die Autorin spielt förmlich mit Emotionen und hat eine absolute Liebesgeschicht an den Dschungel und Wayra die Pumadame.
War wirklich faszinierend und absolut begeisternd ....
Renas Wortwelt
4/5
07.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Plädoyer für die Tiere, die Natur und die Menschlichkeit
So kann man sich irren. Als ich dieses Buch entdeckte, ließen mich Titel und Klappentext einen Roman erwarten. Doch weit gefehlt. Laura Coleman erzählt hier ihre eigene Geschichte. Die jedoch mindestens so fesselnd und interessant ist wie ein gelungener Roman.
Laura ist erst Anfang Zwanzig, fühlt sich aber rastlos und unausgefüllt. Sie reist durch Südamerika und in Bolivien kommt sie so, weniger aus Idealismus als aus Ziellosigkeit, in die Tierauffangstation „Comunidad Inti Wara Yassi“. Hier kümmert man sich vor allem um traumatisierte Tiere, Tiere, die aus ihrer artgerechten Umgebung, ihrer angestammten Gemeinschaft, von Menschen herausgerissen worden waren und dann oft unter völlig unzureichenden Umständen gehalten wurden, vielleicht gequält wurden.
Das Lager muss man sich dabei nicht als gut gepflegtes, perfekt ausgestattetes Tierasyl vorstellen. Es gibt dort kaum Wasser, wenig Strom, baufällige Käfige und rattengeplagte Unterkünfte. Die wenigen festen Gebäude versinken ebenso im Schlamm wie die hölzernen Verschläge, die als Toiletten, Waschräume oder Versorgungsstationen genutzt werden.
Es gibt dort wenige dauerhafte Mitarbeiter, die meisten, die in dieser Station arbeiten, sind Freiwillige, meist sehr junge und sehr idealistische Menschen. Diesen Idealismus braucht es auch, um die Zustände und die Situation der Tiere ertragen zu können.
Laura bekommt, wie die anderen auch, feste Aufgaben. Eine davon ist die Betreuung des verstörten Pumaweibchens Wayra. Täglich führt Laura das traumatisierte Tier nun spazieren, immer voller Angst und gleichzeitig fasziniert von dem eigenwilligen, wunderschönen Puma.
Die Schilderungen, die Beschreibungen sind so plastisch, dass man beim Lesen meint, die Nässe und den Schlamm zu spüren, die vielfältigen Geräusche des Dschungels zu hören und den Gestank in den Gehegen der Tiere zu riechen. Der Bericht ist so spannend wie ein Thriller, so berührend wie eine Liebesgeschichte und so erschütternd wie ein Drama.
All die Vorfälle, die Probleme, mit denen die Menschen in dieser Station zu kämpfen haben, lassen viele von ihnen verzweifeln, aufgeben. Auch Laura versucht immer wieder den Absprung, will heimkehren, nur um dann doch wieder zu Wayra zurückzukommen.
Ein gut geschriebenes Buch, ein Plädoyer für die Tiere, die Natur und die Menschlichkeit.
Laura Coleman - Spaziergang mit Puma
aus dem Englischen von Jasmin Humburg
Lübbe, Oktober 2022
Klappenbroschur, 350 Seiten, 16,00 €
Paula Schlagbauer
Book Circle Community
3/5
06.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Im bolivianischen Dschungel mit Laura Coleman
Ich wusste nicht genau, was ich erwartet hatte –
aber es war auf jeden Fall anders. „Anders“ im positiven Sinne.
Erst während der Lektüre habe ich auf Laura Colemans Website nachgelesen, dass sie in diesem Buch autobiografisch über ihre Zeit im Amazonas und ihre Begegnungen mit der Pumadame Wayra schreibt.
Der Lesefluss hat sich bei mir erst etwa ab der Hälfte eingestellt; davor tröpfelte die Geschichte ein wenig vor sich hin – was ich jedoch nicht als störend empfand, sondern als wohltuend entschleunigend.
Besonders berührt hat mich, dass man sich in Teilen selbst in dieser Geschichte wiederfindet. Hatte nicht jeder von uns schon einmal diesen Gedanken, sich eine „Auszeit“ zu nehmen – irgendwo ausserhalb der Komfortzone, in der Natur, vielleicht auch mit Tieren?
(Bei mir war es zum Beispiel immer der Wunsch, einmal auf einer Schaffarm in Irland zu arbeiten – nicht ganz so abenteuerlich wie der Dschungel mit Affen, Vögeln und Grosskatzen…)
"Ich liebe es, mit Wayra im Dreck zu liegen. Ich liebe es mehr, als ich je etwas in meinem Leben geliebt habe. Sie hat die Welt für mich verändert, hat ein Fenster geöffnet und mich hineingezogen, sodass ich nicht mehr zurückgehen kann.“
Wundervoll literarisch beschreibt Coleman die Zeit mit Wayra –
die langsame Annäherung, das wachsende Vertrauen und die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Tier.
Man spürt, wie Laura Coleman während dieser Reise innerlich zur Ruhe kommt und reift: von einer jungen, unsicheren 20-Jährigen zu einer Frau, die Freundschaften schliesst und Vertrauen zu sich selbst findet.
Unvermeidlich auch ihre intensive Auseinandersetzung mit der Umwelt –
und mit den Spuren, die wir Menschen darin hinterlassen.
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3/5
11.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein brutal ehrlicher Erfahrungs/Reisebericht
Diesmal muss ich ehrlich sein: ich habe das Buch ausgewählt, weil mich sein Cover sehr angesprochen hat. Es ist farbenfroh, fröhlich, anders und somit für mich etwas Besonderes.
Und da ich lange in Bolivien gelebt habe und mir dieses Land und die Leute sehr ans Herz gewachsen sind, war dieses Buch sozusagen ein “must-read”. Anfänglich scheint es so eine typische Backpackergeschichte zu sein. Für mich nichts Aussergewöhnliches, da ich selber lange so gereist bin. Aber die Autorin schreibt mit so viel Liebe, Engagement und Details, dass meine Neugierde geweckt wurde und ich bei meinem nächsten Aufenthalt in Bolivien vielleicht tatsächlich der Inti Wara Yassi einen Besuch abstatte.