Vom Klang der Donau

Inhaltsverzeichnis

Intrada: Die Götter am Strom; 1: Quellcode und Klosterbier. Von der Quelle bis Weltenburg; 2: Goldwaller und Jägermeister. Von Regensburg bis Passau; 3: Mitternachtwärts und Donaubus. Von Passau bis Ottensheim; 4: Klangwolke und Kakteen. Von Linz bis Wien; 5: Blauer Walzer und Namenlose. 6 Biber und Beatles. Von Wien bis Budapest; 7 Schwarz und Weiss. Von Budapest bis Belgrad; 8 Karfunkel und Blütenkorb. Von Belgrad bis Russe; 9 Europa und Anfangsende. Von Russe zum Delta; Retirada: Der Dichter ohne Götter; Musikfestivals an der Donau. Eine Auswahl; Zitierte Literatur und Diskografie

Vom Klang der Donau

Eine Reise von der Quelle bis zum Delta entlang Natur, Musik und Literatur

Buch (Gebundene Ausgabe)

Fr.36.90

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Die Donau fliesst durch zehn Länder und durch noch mehr Sprachen hindurch, durch ganz verschiedene Landschaften und an unzähligen Dialekten vorbei. Jede Sprachgruppe hört sich selbst im Fluss, im eigenen Fortfliessen reden. Die Donau, einer der gewaltigsten Flüsse der Welt und mit 2845 Kilometern der längste Strom Zentral- und Mitteleuropas, ist ein ausgreifender Kulturraum. Durch die Jahrtausende war er wirtschaftlich, strategisch und kulturell immens wichtig. Die Donau verband, die Donau trennte. Wandernd, mit dem Auto und mit dem Schiff reist Alexander Kluy von den Quellen im Schwarzwald bis zum Delta und ans Schwarze Meer. Er findet Kurioses und Originelles, Melancholisches und Bestürzendes: Geschichten, die der Strom umspült hat und mit sich trägt. Mit seinen Betrachtungen macht er die Geschichte und die vielen Geschichten dieses Flusses lebendig und deckt zahlreiche Facetten zwischen Frieden und Krieg, Genusswelt, Wasserwelt und musikalischen Klangwelten entlang seiner Ufer auf.

Alexander Kluy, geb. 1966, lebt und arbeitet als Autor, Kritiker und Journalist in München. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem Biografien über den Dichter Joachim Ringelnatz, den Maler George Grosz, den Psychologen Alfred Adler, über Alfred Hitchcock, Clint Eastwood und den Eiffelturm sowie Bücher über das jüdische München, das jüdische Paris und die jüdische Provence.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

20.09.2022

Verlag

Corso ein Imprint von Verlagshaus Römerweg

Seitenzahl

224

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

20.09.2022

Verlag

Corso ein Imprint von Verlagshaus Römerweg

Seitenzahl

224

Maße (L/B)

24/17 cm

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7374-0774-8

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Hinter Melk kommt einem die Donau irgendwie unschlüssig vor. Sie legt ihr Wasser in Falten, in Schlingen und immer wieder in immer wieder neue Schleifen. Ist sie ihrer unschlüssig, wohin sie fliessen soll? Bei Aggsbach fliesst sie zu Füssen der Häuser, die Strasse verläuft gleich neben ihr. Sie hat es heute, im Regen, eilig, und treibt sich nach vorne. Gegenüber sind Wälder, die nach unten schroppen und sich schieben, gelbgrün, kein Rot. Ab Aggstein ist der »Donauweg« ein alter Treppelweg. Eine Autofähre gibt es, die hinüber nach Spitz gleitet. Dort wird seit 2008, damals debütierten die »Europäischen Literaturtage«, im November an unterschiedlichsten Orten gelesen. Viele Autorinnen und Autoren aus dem Donauraum waren zu Gast, auch Norwegerinnen und Deutsche, Schweizerinnen und Finnen, Engländer, Isländer und Italienerinnen. Und dann kommt Dürnstein, bei dem mich meine Eltern regelmässig daran erinnern, einstens hätten sie meiner Schwester und mir im Schlosshotel das Zimmer mit dem viel schöneren Donaublick abgetreten. Dabei hätten wir, weil zu klein, gar nicht durchs Fenster schauen können. Richard Löwenherz war der Erste, der als Tourist nach Dürnstein kam. Nun, nicht ganz als Tourist. Ein Herzog der Babenberger, die vor den Habsburgern herrschten, hatte sich mit ihm, wird kolportiert, bei einer Kreuzzugsfahrerschlacht 1191 in Akkon/Heiliges Land zerstritten. Und das nicht vergessen, als der englische Regent auf dem Weg zurück nach Engelland pseudonym durch seine Lande zog. Kurzerhand setzte er ihn fest und warf ihn ins Schloss zu Dürnstein. England erpresste dieser Herzog Leopold um Lösegeld. Woraufhin Richards Bruder, verspottet als »John Lackland«, »Johann Ohneland«, da nur Thronverweser, seine Untersassen auspresste. Und Robin Hood im Sherwood Forest in Aktion trat. Der Rest ist Errol Flynn. Heute ist Dürnsteins pittoreske, also preislich gehobene Altstadt zwischen Baderhaus und Schlosskirche, eine beliebte Eheschliessungslocation, autofrei. Vom Platz vor der Kirche heisst es, hier sei Hugo von Hofmannsthal der Gedanke gekommen, seinen Jedermann könne er ja auch im Freien aufführen lassen. Und zwar hier. Dem kam Salzburg in die Quere. Festspiele gibt es in der Wachau seit 1983. In Weissenkirchen. Die Premiere wurde Skandal und Debakel und trauriger Abgesang in einem. Oskar Werner, der so einzigartige Schauspieler mit der so einzigartigen Stimme, war da schon in der späten Verfallsphase, er versuchte mit Kleists Prinz von Homburg ein Comeback_- zur Pause war der Saal halbleer. Nach einem Intermezzo mit Nestroy- und Goldoni-Komödien wurden 2005 die Festspiele institutionalisiert. Seit 2014 wird Der Wachauer Jedermann gegeben. In Wachauer Mundart. Und der Jedermann ist, natürlich, ein reicher Weinbauer.
  • Vom Klang der Donau
  • Intrada: Die Götter am Strom; 1: Quellcode und Klosterbier. Von der Quelle bis Weltenburg; 2: Goldwaller und Jägermeister. Von Regensburg bis Passau; 3: Mitternachtwärts und Donaubus. Von Passau bis Ottensheim; 4: Klangwolke und Kakteen. Von Linz bis Wien; 5: Blauer Walzer und Namenlose. 6 Biber und Beatles. Von Wien bis Budapest; 7 Schwarz und Weiss. Von Budapest bis Belgrad; 8 Karfunkel und Blütenkorb. Von Belgrad bis Russe; 9 Europa und Anfangsende. Von Russe zum Delta; Retirada: Der Dichter ohne Götter; Musikfestivals an der Donau. Eine Auswahl; Zitierte Literatur und Diskografie