Eine abgründige Geschichte von Abhängigkeit und Macht, von Manipulation und Grenzüberschreitung. Nach „The Girls“ der neue Roman von Emma Cline
Der Sommer in den Hamptons neigt sich zum Ende, und Alex ist nicht mehr willkommen. Denn egal, wie nahe sie der Welt der Reichen und Schönen gekommen ist: Sie ist immer nur zu Gast – und keine Einladung gilt für immer. Ein Fehltritt bei einem Dinner, und schon setzt Simon, der ältere Mann, dem Alex Gesellschaft geleistet hat, sie vor die Tür. Und so geistert sie durch Gärten und über Dünen, während die Sonne vom Himmel brennt. Darin geübt, sich den Wünschen und Erwartungen anderer anzupassen, lässt Alex sich von einer Zufallsbekanntschaft zur nächsten driften und hinterlässt dabei eine Spur der Zerstörung, die nur ein Ziel kennt: Simons Gartenparty am Ende der Woche. Nach dem gefeierten Debüt „The Girls" der langersehnte neue Roman von Emma Cline.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
aus Eichwalde
5/5
05.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mal wieder ein Erlebnis
Ich muss zuerst zugeben, dass ich ein Fan von Emma Cline bin. Umso mehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Was soll ich sagen, es war mal wieder ein echtes Erlebnis.
Alex, die Protagonistin des Romans, ist alles andere als perfekt und liebenswürdig. Sie nutzt ihre Jugend und Schönheit, um durchs Leben zu kommen, manipuliert, lügt und stiehlt, um sich über Wasser zu halten. Ihr Lover, der sehr viel ältere Simon, ist allerdings auch kein Sympath. Er benutzt sie und wirft sie weg, als es zu unangenehm und kompliziert wird. Aber Alex gibt nicht auf und klebt an ihm wie ein Parasit. Eine Abwärtsspirale beginnt.
Dieser Roman ist verstörend, beunruhigend und sprachlich so wunderschön- eine betörende Mischung. Für mich war das ein Buch, das mich nach dem Lesen noch einige Zeit beschäftigt hat- keine leichte Kost, dennoch unbedingt lesenswert.
Bewertung
5/5
12.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Surreal und geheimnisvoll
Ein gesellschaftskritischer und fesselnder Roman! Man begleitet Alex, eine orientierungslose Antiheldin, die in den Hamptons umher driftet und versucht, sich bei den Reichen einzuschleichen. Die Erzählung nimmt ständig unerwartete Wendungen und man lässt sich auf den auf- und abflauenden Höhepunkten dahintreiben. Der Schluss ist surreal und geheimnisvoll (und auch ein wenig frustrierend) aber genau deswegen ist es ein gutes Buch.
Janneke
aus Emden
5/5
15.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich war von der erste Seite an mitgerissen!
Ein elegantes Kleid, darunter ein teurer Badeanzug, immer ein leckeres Getränk in Reichweite und die einzige Frage die sich stellt ist: „Im Pool schwimmen, oder an den Strand gehen?“
Was nach einem Traum in den Hamptons klingt, verliert seinen Glanz, als Alex die geklaute, rosarote Brille absetzt, ihre Tabletten rationiert und mehrere gleichzeitig nimmt und schließlich von ihrem Freund Simon vor die Tür gesetzt wird.. aber nur bis zur Party kommende Woche, da kann Alex doch sicher wieder zurück!
Sie lügt, nutzt ihre Mitmenschen aus, ist aber stets geduldig und bedacht darauf den Schein, sie gehöre in die High Society, aufrechtzuerhalten.
Emma Cline hat mit Alex eine Antiheldin geschaffen, die gleichermaßen fasziniert, wie sie unsympathisch ist. Ganz langsam erfahren wir mehr von Alex, aber immer bleibt eine gewisse Leerstelle, die das Bild nicht ganz komplett macht, dafür aber die Spannung umso mehr hebt. Ich war von der erste Seite an mitgerissen. Dieser gesellschaftskritische Roman berichtet auf eindringliche Weise von Machtverhältnissen, dem Wunsch, ja fast schon vom Besessen von Zugehörigkeit und davon, wie weit ein Mensch geht, um einem unrealistischen Ideal zu entsprechen.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung zum Buch, das sich für mich wie ein absolutes Sommerbuch lesen lässt!
meany
aus Seligenstadt
5/5
14.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
All diese Mühe für nichts…
All diese Mühe für nichts Alex schmarotzt sich durch die Gegend, nach allen Regeln der Kunst, und überall wo sie auftaucht, geht etwas zu Bruch, aus reiner Schusseligkeit. Gerne lässt sie auch etwas mitgehen. So fliegt sie raus bei ihrem Sugar Daddy, der plötzlich der Schnauze voll hat von ihr, und um einfach nicht obdachlos zu werden, schmeißt sie sich an die nächste sich bietende Gelegenheit ran. Die Skrupellosigkeit, mit der sie vorgeht, gepaart mit der Naivität der Opfer sorgt für erheiternde Momente. Dabei muss sie so manchen Abstieg in Kauf nehmen, aber irgendetwas in ihrem 22jährigen Leben hat ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Ein schlechtes Elternhaus oder eine problematische Kindheit waren es nach ihrem eigenen Bekunden wohl nicht, vielleicht eher etwas mit Drogen, die sie hauptsächlich in Form von zusammengeklauten Schmerzmitteln konsumiert. Zusätzlichen Stress verursachen ihr die Nachrichten des zwielichtigen Dom auf ihrem Handy. Für die subtilen Codes der Reichen und Schönen entwickelt sie einen feinen Instinkt, die sie dann aber doch nicht als ihresgleichen annehmen und allemal ihr Fremdsein erkennen. Während sie jeden, der sich entlang ihres Weges anbietet, kaltblütig benutzt, geht ihr Stück für Stück die Selbstwahrnehmung verloren. Mit Hilfe des sechsjährigen Calvin bricht sie in einen Strandclub für Familien ein, lernt dort Margaret kennen, und so hangelt sie sich durch den Tag. Sie sucht bei dem labilen Jack Zuflucht, dann erscheint Dom auf der Bildfläche - und da wird es noch mal richtig spannend. Diese sarkastische psychologische Gesellschaftsstudie hat mich amüsiert und erschüttert zugleich.
Readaholic
5/5
29.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Roman mit Sogwirkung Die…
Roman mit Sogwirkung Die 22jährige Alex ist ständig auf der Suche nach einem Sugardaddy, der sie aushält. Momentan geht es ihr gut: sie verbringt den Sommer mit dem wesentlich älteren Simon auf dessen Luxusanwesen in den Hamptons, wo die Reichen und Schönen der Ostküste ihre Sommer verbringen. Als Gegenleistung ist sie ihm stets sexuell zu Diensten, sie passt sich seinen Stimmungen und Neigungen an wie ein Chamäleon. Tagsüber arbeitet Simon, während sie die endlosen heißen Tage am Pool oder Strand verbringt, abends gehen sie zu Partys, bei denen die Gastgeber sie oft spüren lassen, dass sie genau wissen, welche Sorte Frau sie ist und sie entsprechend herablassend behandeln. Gerne lässt sie bei diesen Gelegenheiten etwas mitgehen und durchsucht die Badezimmer der Gastgeber nach Schmerzmitteln und anderen Medikamenten. Bei einer dieser Partys leistet Alex sich einen Fauxpas und Simon hat genug von ihr. Er setzt sie vor die Tür, doch wo soll sie hin? Zurück in die Stadt ist keine Option, denn auch aus ihrer WG ist sie geflogen, da sie monatelang keine Miete bezahlt hat. Ihr letzter Sugardaddy, Dom, ist sauer auf sie, da sie ihn um eine große Summe Geld und Drogen erleichtert hat. Er bombardiert sie mit Anrufen, die sie jedoch ignoriert. Allerdings lebt sie in ständiger Angst, er könnte sie ausfindig machen. So streunert sie obdachlos und auf der Suche nach einem neuen Opfer durch die Gegend. Sie ist eine Meisterin der Manipulation und weiß genau, wie sie am besten an ihr Ziel kommt. Dabei geht sie äußerst skrupellos vor. Empathie ist ihr fremd. Es ist ihr egal, wenn sie andere in Schwierigkeiten bringt. Man erfährt nichts über Alex‘ früheres Leben, wieso sie so wurde, wie sie ist. Irgendwann hatte sie einen Job, was ist passiert? Wann und warum hat sie beschlossen, sich zu prostituieren? Obwohl Alex, die permanent zugedröhnte und kleptomanisch veranlagte Schmarotzerin, alles andere als eine sympathische Protagonistin ist, hat ihre Geschichte eine Sogwirkung auf mich ausgeübt, die sich wie ein Thriller liest. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, zu Simon zurückzukehren. Eine Woche nach ihrem Rauswurf gibt er eine große Labor Day Party, jetzt gilt es nur, die Zeit bis dahin zu überbrücken, dann wird er sie schon wieder aufnehmen. Das Ende des Romans ist offen, was mich nach all der Spannung und der Erwartung einer Auflösung ziemlich unbefriedigt zurückgelassen hat. Emma Clines Vorgängerwerk „The Girls“ konnte mich nicht ganz überzeugen, „Die Einladung“ hat mich gefesselt. Allerdings hätte ich eine wörtliche Übersetzung des Originaltitels „The Guest“ sehr viel passender gefunden. Ein äußerst spannender Roman über eine überaus unsympathische Protagonistin.
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4/5
27.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
unter Reichen in den Hamptons
Alex muss nur eine Woche durchhalten, um in ihr "altes" Leben zurückkehren zu können. Eine Woche und sie würde alles in Ordnung bringen können. Der Schreibstil der Autorin hat mich von Anfang an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Es ist faszinierend zu erleben, wie Alex sich obdachlos und ohne Geld in der Welt der Reichen durchschlägt. Sie schreckt auch vor kaum etwas zurück, stiehlt und betrügt, weiss was sie kann und was sie hat - eine vielschichtige Antiheldin. Die Situation in den Hamptons in diesem warmen Sommer ist atmosphärisch, die Geschichte spitzt sich immer mehr zu, man fiebert mit Alex mit und ist immer gespannter auf den Ausgang dieser Woche. Der Schreibstil und das Thema spricht ein breites Publikum an, Erwachsene wie auch Jugendliche.