»Zwei tote Archäologen in so kurzer Zeit - das riecht fischig!« Überraschend stirbt der Vater von Skarabäus Lampe, ein bekannter Archäologe. Als es bei der Trauerfeier im Museum einen zweiten Toten gibt, ist das Misstrauen des Detektivs geweckt. Einmal mehr muss er ermitteln. Unterdessen wird die Stadt von einer Welle sozialer Aufwallung und Wut erfasst... Es gibt Unruhen! Nach einem Ausbruch der gefürchteten Arbeiterkrankheit und ausbleibender Hilfe vom Magistrat, gehen die Armen auf die Strasse. Eine Welle der Wut, die Strassenbarrikaden, brennende Dreischnecks und fliegendes Gemüse mit sich führt, rollt durch Überstadt. Als der Vater von Skarabäus Lampe, berühmter Archäologe und Ehrenbürger der Stadt, plötzlich stirbt, ist der Detektiv nach Jahren der Entfremdung völlig überfordert. Er wird jäh aus seiner Gefühlsverwirrung gerissen, als auf der Trauerfeier zu Ehren seines Vaters der Vorsitzende der Archäologischen Gesellschaft während seiner Rede ebenfalls vor aller Augen stirbt. Der Detektiv lässt das Museum abriegeln und beginnt mit der Spurensuche.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Husky
5/5
17.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lampes Zweiter Fall
Lampes Vater ist tot. Diese Meldung löst in ihm mehrere Gefühlszustände aus, die er nicht so richtig beschreiben kann. Als dann auch noch eine Trauerfeier abgehalten wird, muss er sich intensiver mit seinem Vater beschäftigen. Schnell wird klar, dass irgendetwas faul an der Sache ist. Als dann noch ein zweiter Archäologe ums Leben kommt, wird Lampe plötzlich klar, dass der Tod seines Vaters kein natürlicher war. Eingesperrt auf der Trauerfeier macht er sich auf die Suche, den der Mörder ist, definitiv unter ihnen.
Der neue Fall des flauschigen Detektivs ist auch dieses Mal wieder ein sehr schöner Fall. Lampe tut, was er auch schon im ersten Band tat. Sich nichts von der Polizei sagen lassen und mit seiner ausserordentlicher Geruchserkennung den Täter langsam aber zielgerichtet in die Enge zu drängen. Das mag ich an diesem alten Hasen besonders.
Ein schöner, tierischer und vor allem spannender Krimi, den man gut zwischendurch oder gerade an einem Abend verschlingen kann. Würde ich jedem wärmstens empfehlen.
Jashrin
aus Baesweiler
5/5
12.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anders, aber ebenso gut wie Teil 1
Während es in Überstadt brodelt, da es in den Armenvierteln zum Ausbruch der Arbeiterkrankheit kam und das Magistrat sich eher dafür interessiert das Museumsportal neu zu gestalten anstatt dringende Sanierungen zu beschließen, hat Meisterdetektiv Skarabäus Lampe noch ganz andere Sorgen.
Sein Vater ist überraschend gestorben und Lampe weiß nicht, wie er damit umgehen kann. Er hatte eine tolle Kindheit, doch inzwischen hatte er so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihm. Der Anstand (und seine jetzige Haushälterin und früheres Kindermädchen Helene Pick) bringen ihn dazu, zur Trauerfeier ins Museum zu gehen, dem Arbeitsort und der zweiten Heimat seines Vaters. Nachdem es auf der Trauerfeier zu einem zweiten Todesfall kommt, beginnt Lampe zu zweifeln – und Fragen zu stellen…
„Worauf warten denn alle?“
„Wir warten darauf, dass Skarabäus Lampe, der Sohn des einen Verblichenen, den Tod des anderen Verblichenen aufklärt.“ (Seite 99)
Nachdem der erste Band rund um Skarabäus Lampe und Überstadt ganz überraschend eines meiner Lesehighlights im vergangenen Jahr war (ich bin meist sehr kritisch bei sprechenden, aufrecht gehenden, Kleidung tragende Tieren, weshalb ich mit einer gehörigen Portion Skepsis an das Buch heran gegangen bin), musste ich Band 2 natürlich ebenfalls lesen.
Was soll ich sagen? Skarabäus Lampe ist so, wie ich ihn in Erinnerung habe, Teil 2 steht dem ersten Buch in Nichts nach. Und dennoch ist das Buch völlig anders. Während Band 1 ein klassischer Krimi war, bei dem wir dem Meisterdetektiv dabei über die Schulter blicken durften, wie er jeder möglichen und unmöglichen Spur nachgeht, ist Band zwei zwar immer noch ein Krimi, doch es gibt auch zahlreiche sozialkritische Untertöne. Diese sind allerdings sehr gut in das Geschehen eingewoben und Meike Stoverock vermeidet es geschickt den mahnenden Zeigefinger zu erheben. Stattdessen lässt sie ihre Leser eigene Parallelen ziehen und regt dadurch unwillkürlich zum Nachdenken an.
Der Kriminalpart ist spannend und Lampe findet unter den Trauergästen zahlreiche Motive und Verdächtige. Bei seinen Ermittlungen wird er vor Ort tatkräftig von Kater Teddy unterstützt und auch Inspektor Sutton tut aus der Ferne (sprich von vor den Toren des Museums) was er kann, wenn auch gewohnt widerwillig.
Neben Charakteren aus dem ersten Teil (ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit dem fischigen Anwalt von Oben und seiner Sekretärin, dem Fingertier mit dem unaussprechlichen Namen gefreut), gibt es auch zahlreiche neue Figuren, die ebenso unterschiedlich sind, wie die Tierart der sie angehören (Nacktmull, Schuhschnabel, Gürtelbär…). Dabei findet Meike Stoverock immer wieder Namen und Tierarten die hervorragend (und manchmal mit einem Augenzwinkern) zu den von ihr erdachten Rollen passen. So ist der gewichtige Stadtrat Arson ein Nilpferd und der mondäne Schwan hört auf den Namen Monda Swanovski.
Eigentlich gibt es noch so viele Dinge, die ich gerne erzählen würde, die ich genial, überraschend, kreativ oder großartig fand, aber das würde wohl den Rahmen hier sprengen. Daher spreche ich hier einfach eine klare Leseempfehlung aus. Begebt euch einfach selber nach Überstadt.
Bewertung
aus Bad Lauchstädt
5/5
27.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
mehr als ein Detektiv
Skarabäus Lampe ist wieder zurück und mit ihm ein Teil seiner Vergangenheit. Es macht den Meisterdetektive einfach eine Spur menschlicher ... äh ... pardon: hasiger. Der Leser erfährt viel über ihn, vor allem über sein Gerechtigkeitssinn. Ich mag den Herrn Lampe einfach und hoffe auf einen dritten Teil.
Hanna von Buchsichten
aus Düsseldorf
5/5
20.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was steckt hinter den zwei Todesfällen im Forscherkreis?
Der Hase Skarabäus Lampe ist in Überstadt als Meisterdetektiv weiterhin eine Bereicherung für die vor allem aus Hunden bestehende Polizei. Als ihn die Nachricht vom plötzlichen Tod seines Vaters erreicht, trifft ihn das jedoch schwer. Zwar war das Verhältnis des rennomierten Archäologen zu seinem Sohn nicht besonders eng oder herzlich, doch damit hat niemand gerechnet. Zunächst sieht alles nach einer natürlichen Todesursache aus. Doch dann gibt es auf der Trauerfeier im Museum einen weiteren Toten. Daraufhin setzt Lampe die illustre Gästeschar im Gebäude fest, bis der Mörder gefunden ist...
"Tod im Museum" ist der zweite Fall für Skarabäus Lampe. In diesem liegen die Ereignisse des ersten Bandes schon eine Weile zurück. Der Straßenkater Teddy ist inzwischen zu Lampes festem Assistenten geworden. Mit Sorge verfolgt Lampe die Aufstände in Überstadt, denn die dringend benötigten Investitionen in die Sanierung des Arbeiterviertels werden immer wieder depriorisiert, sodass sich Krankheiten dort wie Lauffeuer ausbreiten. Dass das Museum der Stadt nicht nur eine aufwändige Sanierung der Fassade vornehmen will, sondern auch eine aufwändige Trauerfeier für ihren erfolgreichen Archäologen Archibald Lampe plant, heizt die Stimmung weiter auf.
Schnell war ich mitten in der Geschichte und lernte auf der Trauerfeier eine ganze Schar neuer Charaktere kennen, die mit dem Museum und Lampes Vater in Verbindung stehen. Da ist zum Beispiel die Museumsdirektorin Ephigynie Mahlzeit (ein Flamingo), der Kunsthändler Harpo Liechtenstein (ein Gürtelbär) oder der Wolf Graf Kritor von Lugosch, ein Förderer des Museums mit besonderem Interesse an Hälsen. Auch einige alte Bekannte wie Lampes Haushälterin Helene und Inspektor Sutton mischen wieder mit.
Das Zusammentreffen so vieler unterschiedlicher Charaktere sorgt für zahlreiche skurrile Situationen. Die drängendste Frage ist natürlich die, ob und wem von ihnen zwei Morde zuzutrauen sind. Doch auch weitere Geheimnisse kommen während der Ermittlungen ans Licht. Da sich der Großteil der Geschichte im Museum abspielt kommt die Geschichte nach der abenteuerlichen Zirkuswelt und lebensgefährlichen Situationen etwas ruhiger daher. Das tat meiner Lesefreude keinen Abbruch. Meike Stoverock erneut einen unterhaltsamen Krimi mit einer Besetzung der besonderen Art geschrieben, in dem auch wieder so einiges an Gesellschaftskritik steckt. Ich gebe gern eine Leseempfehlung!
JosefineS
aus Schwarzenberg
4/5
10.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Warum liegt der Mond vor meiner Tür?
In Überstadt herrschen Unruhen, als den Detektiv Skarabäus Lampe die Nachricht, über den Tod seines Vaters erreicht. Schon lange hat er zu dem berühmten Archäologen und Ehrenbürger der Stadt kein inniges Verhältnis mehr, doch spurlos geht sein ableben dennoch nicht an ihm vorbei. Als bekannt wird, dass inmitten der Unruhen eine kostspielige Trauerfeier für Archibald Lampe statt finden soll, toben die Massen. Im herunter gekommenen Arbeiterviertel wütet wegen der widrigen Hygiene- und Wohnbedingungen eine Krankheit und rafft Tag für Tag mehr Tiere dahin. Doch die Schickeria Überstadts lässt sich dieses Ivent Unsummen kosten anstatt bei der Renovierung finanzielle Unterstützung zu leisten. Lampe lässt, noch völlig entrückt und begleitet von wütenden Protesten vor dem Museum, diese Veranstaltung über sich ergehen. Als es plötzlich eine zweiten Toten gibt, der mitten während der Trauerfeier zusammenbricht. Bei Lampe fangen sich endlich wieder an die Zahnrädchen in seinem Gehirn zu drehen. „Zwei Tote Archäologen in so kurzer Zeit, das riecht fischig!“
Tod im Museum ist nunmehr der zweite Roman, über den anthropomorphen Skarabäus Lampe. Der detektivische Hase mit beeindruckender Kombinationsgabe. Ganz Überstadt besteht aus Tieren, die sonst jedoch sehr menschenähnlich Leben, agieren und Arbeiten. Eine sehr detaillierte Welt, die Meike Stoverock konstruiert hat und in der nichts dem Zufall überlassen bleibt. Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da es sich um in sich abgeschlossene Geschichten handelt. Um sich mit dieser Welt, dem Protagonisten und seinem Leben vertraut zu machen würde ich dennoch empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten. Dieses Mal leben wir mehr im Geschehen und in der Aktion, das Augenmerk ist weniger auf das Leben und Überleben der Tiere gerichtet. Die Autorin bringt jedoch in sehr verhältnisvollem Maße die Gepflogenheiten einzelner zur Sprache. Wir sind zwar näher am Kriminalfall, dennoch schafft sie es gekonnt soziale Ungerechtigkeiten in ihr Werk einfließen zu lassen und ist damit ihrem systemkritischen Stil treu geblieben ohne die Handlung davon gänzlich beherrschen zu lassen. In punkto flüssige Story hat sie deutlich zugelegt, dieses Mal bleibt sie eng am Handlungsstrang, was einen durchweg ungestörten Lesefluss ermöglichte. Die Spannung zog sich kontinuierlich durch das Buch, hatte keinen Einbruch, jedoch auch keinen extremen Ausbruch. Wer Thrill und Action sucht könnte hier etwas das nachsehen haben. Dennoch ist es ein gelungener Krimi mit schlüssiger Auflösung, in einem sehr fantasievollen Setting, welcher für Unterhaltung sorgen konnte. Ich hoffe sehr, dass es nicht Lampes letztes Abenteuer war.
Fazit: ein gepflegter Krimi im Agatha Christie Stil, in einem wohl durchdachten, detailreichen Setting und anthropomorphen Charakteren.
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4/5
03.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachts im Museum - Eine moderne Fabel
Es ist, als wäre der Mond vor seine Haustür gefallen, als Skarabäus Lampes Vater stirbt. Zu Ehren des bekannten Archäologen wird im Museum eine Trauerfeier abgehalten, bei jener der Berufskollege von Archibald Lampe zu Tode kommt. Schnell kann Skarabäus Lampe einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten herstellen und muss verkünden: Es war Mord. Die Anwesenden werden festgesetzt bis der Schuldige oder die Schuldige gefasst wird. Bei seinen Ermittlungen stösst Lampe auf Geheimnisse, welche den Aufstand der Arbeiter ein für alle mal beenden könnte und langsam muss er erfahren, dass sein Vater nicht der Mensch war, den er kannte.
Lange habe ich überlegt, ob ich dieses Buch lesen möchte, doch dann tauchte es immer öfter in meiner Filiale auf und so hat mich beeinflussen können, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Leider ist mir erst nach dem Lesen aufgefallen, dass es sich hierbei um den zweiten Teil handelt und auch wenn die Teile sich unabhängig voneinander lesen lassen, so glaube ich, dass es sich doch lohnt, den ersten Teil zuerst zu lesen. Das liegt daran, dass Lampe und die anderen Figuren öfters mal Kommentare zu Fall 1 fallen lassen, was mir beim Lesen das Gefühl gab, dass etwas fehlte. Das spricht nicht gerade für das unabhängige Lesen der einzelnen Bücher der Reihe. Trotzdem konnte mich dieses Buch überzeugen und es hat Spass gemacht, die Tiere zu beobachten.
Gerade der Einsatz von Sprachen und Klischees, welche wir aus Fabeln kennen haben mich fasziniert. Die Polizei, welche fast ausschliesslich aus Hunden besteht, wurde dafür kritisiert, dass sie sich nur auf ihre Nase verlassen, anstatt andere Sinne zu benutzen. Oder eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Archäologie, welche ein Goldfisch ist und deshalb über ein schlechtes Gedächtnis verfügt und vieles mehr, was mich beim Lesen zum lachen brachte. Ausserdem gefiel mir gerade Skarabäus Lampe als Charakter sehr gut. Gerade weil er sich immer wieder dafür einsetzt, das man auch Frauen in der Sprache mit einbezieht. Sein Umgang mit seiner Trauer gefällt mir auch sehr gut. Da er keinen wirklichen Draht zu seinem Vater hatte, schockiert ihn die Tatsache mehr, dass nun der Status Quo verändert wurde. Die ganze Untersuchung hilft ihm mehr diesen neuen Umstand zu bewältigen, als die pompöse Trauerfeier, die es zu Ehren seines Vaters gibt. Auch die anderen Figuren können überzeugen, vor allem mit Diversität und vielen Geheimnissen und Verstrickungen.
Mein grösster Kritikpunkt liegt tatsächlich im Worldbuilding. Neben zahllosen Anspielungen, welche ich aufgrund meines Faux-Pas nicht verstand und mir mehr Info gewünscht hätte, fiel es mir auch schwer, in die Welt des Buches einzutauchen. Sie zeigt zwar gewisse Ähnlichkeiten mit unserer Welt und der Ausbeutung gewisser archäologischer interessanten Länder, doch das Ersetzten der Menschen durch Tiere schien mir schwer vorstellbar. Gerade bei den Fischen kam meine Vorstellungskraft an ihre Grenzen. Meike Stoverock beschreibt zwar ausführlich, warum diese an Land leben können, aber es scheint mir doch etwas sehr unrealistisch für die Welt, welche sie kreiert hat.
Trotzdem fand ich das Buch sehr gelungen und möchte auch den ersten Teil unbedingt lesen. Das Buch kann wirklich überraschen und ist durch seine Kürze schön knackig gehalten. Für mich hat sich die Lektüre definitiv gelohnt und es hat Spass gemacht und die Lösung des Falls hat mich sprachlos gemacht. Unter der offensichtlichen Fantasy Welt steckt viel Gesellschaftskritik, weshalb dieses Buch nicht nur für Fantasyfans ist, sondern auch für Freunde von schweren Themen, wie die Schere zwischen arm und reich und der Unterschätzung des weiblichen Geschlechts. Hoffentlich kann mich der erste Band genauso überzeugen, wie der Zweite.