Ergreifend und ungeschönt erzählt Elliot Page in seinem Memoir von seinem langen Weg zu sich selbst
Elliot Page wurde mit Hauptrollen in Juno oder Inception weltberühmt. Mit 33, im Dezember 2020, outete er sich über Instagram als trans. In seinem ersten Buch erzählt Elliot Page die Geschichte seines einzigartigen Lebens, das ihm seine Transition gerettet hat.
Vom Aufwachsen in der kanadischen Hafenstadt Halifax, vom Erwachsenwerden im von traditionellen Geschlechterrollen besessenen Hollywood. Vom Entdecken der eigenen, tabuisierten Sexualität und der tiefgreifenden Scham vor dem eigenen Körper. Von traumatischen Hassverbrechen, von fantastisch anmutenden Erfolgen. Vom Finden der eigenen Identität und der andauernden Reise zu sich selbst. Ein Buch von aufwühlender Schönheit und politischer Schlagkraft.
"Dies ist die Geschichte von jemandem, der sich selbst findet - inmitten von Hindernissen, Scham, Hoffnungslosigkeit und Schmerz. Der daraus auftaucht und auf eine Weise erblüht, die er nie für möglich gehalten hätte." Elliot Page
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Traurig, bewegend und nahbar
Bewertung am 11.07.2023
Bewertungsnummer: 1977954
Bewertet: Hörbuch-Download
Elliot Page erzählt in dieser Biografie von seinem langen Weg zu sich selbst. Als junge Schauspielerin im Rampenlicht wurde er lange Zeit dazu gedrängt, seine Queerness zu verheimlichen, bis er irgendwann selbst nicht mehr daran glaubte, sich jemals offenbaren zu können. Doch auch vor seiner Bekanntheit wurde ihm im Familien- und Freundeskreis immer wieder vermittelt, er wäre falsch. Elliot Page beschreibt in diesem Buch nicht nur seinen Kampf mit sich selbst und seinen langen Leidensweg, bis er als trans Mann endlich ganz er selbst sein konnte, sondern erzählt auch von Erlebnissen mit Schauspiel-Kolleg*innen und guten und schlechten Erfahrungen an Film-Sets. Neben dem Treffen von interessanten, liebevollen Menschen und dem Entstehen von langjährigen, wertvollen Freundschaften, werden auch immer wieder Erfahrungen von Missbrauch und Diskriminierung thematisiert.
Elliot Page's Lebens- bzw. Leidensweg hat mich tief bewegt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, unangenehme oder traumatische Erlebnisse zu schildern oder seine (gefühlte) Hilflosigkeit und inneren Zweifel in Worte zu fassen. Er gibt interessante Einblicke in den Alltag eines Schauspielers und die nicht so glamourösen Seiten der Schauspielerei, während er zugleich mit den Problemen eines normalen queeren Jugendlichen und den besonderen Problemen, die sich für queere Personen aus der Arbeit im Showbusiness ergeben, zu kämpfen hat. Während ich seiner Geschichte lauschte, fühlte sich Elliot Page für mich sehr nahbar an. Seine negativen Erlebnisse haben mich berührt und schockiert, und ich habe beim Hören immer wieder bemerkt, wie meine Sympathie für ihn wuchs.
Das Hörbuch wird von Jonathan Perleth gesprochen, dessen Stimme ich als sehr angenehm empfand.
Elliot Page erzählt seinen Lebensweg nicht chronologisch, sondern springt von Kapitel zu Kapitel zwischen seiner Kindheit bei getrennt lebenden Eltern, seinen Teenagerjahren mit ersten schauspielerischen Erfahrungen und dem Leben als junger Erwachsener hin und her. Mir fiel es dadurch manchmal schwer, die jeweilige Episode zeitlich einzuordnen. Insbesondere seine romantischen Beziehungen und sexuellen Erfahrungen konnte ich anhand der vielen Namen und Zeitsprünge teilweise nicht gut auseinander halten. Dies könnte beim Lesen des Buches ggf. besser gelingen.
Fazit:
Eine aufrüttelnde, schockierende Biografie eines jungen queeren Menschen, die nicht nur die inneren Kämpfe einer trans Person sehr detailliert und nachvollziehbar schildert, sondern auch die noch immer anhaltenden Probleme von queeren Menschen in der Filmindustrie darstellt. Ohne Elliot Page's Leben oder Verhalten zu bewerten, vergebe ich für die Art und Weise des Erzählens sehr empfehlenswerte 4,5 Sterne.
Autobiografisches Hörbuch Highlight
Lust_auf_literatur am 23.06.2023
Bewertungsnummer: 1966815
Bewertet: Hörbuch-Download
Ganz kurz habe ich gezögert, mir dieses Hörbuch zu holen, aus dem (dämlichen) Grund, dass ich dachte, alles was nach „I`m glad my mom died“ von Jennette McCurdy kommt, muss ja daneben abfallen.
Well…das tat es nicht.
Page schenkt mir mit seiner Autobiografie ein Wahnsinnshörbucherlebnis, von ergreifender Selbstoffenbarung und emotionalem Tiefgang.
Da ich die Klatschpresse und das Leben von Filmstars eher nicht so verfolge, sind mir viele Aspekte über Pages Leben neu. Z.b. dass er nicht, wie ich vermutete, ein amerikanischer Schauspieler ist, sondern in Kanada geboren und aufgewachsen ist.
Page geht in seinem Buch bis in seine frühe Kindheit zurück und zu den Anfängen seiner ersten traumatischen Erfahrungen, die sich im Laufe seines Lebens immer mehr häufen werden.
Seine Eltern trennen sich früh, und vor allem das Verhältnis zu seinem Vater und seiner dessen neuer Lebensgefährtin gestaltet sich schwierig und konfliktgeladen.
Auch das Umfeld, in dem Page aufwächst, ist zutiefst geprägt von zementierten Geschlechterrollen und heteronormativen Stereotypen.
„Ich verbrauchte meine ganze Energie, mein Unbehagen zu verstecken.“
Als die Schauspielkarriere von Page an Fahrt aufnimmt, wechselt er vom engstirnigen Provinzsetting in das Haifischbecken der Fernseh- und Kinoindustrie.
Page offenbart mit seiner Geschichte ein furchtbares frauen-, queer und transfeindliches System, das stellvertretende für Teile der ganzen Gesellschaft gesehen werden kann.
Die Autobiografie ist nicht linear erzählt, sondern Page greift auf der Zeitschiene vor und zurück, was es für mich abwechslungsreich macht und mir gut gefällt. Dadurch bekommen machen Erlebnisse eine zusätzliche, besondere Tiefe, weil sich die Bewertung und Deutung in der Retrospektive oder im Vorgriff ändern.
Die Fähigkeit und den Mut Pages so offen über seine verletzlichsten Zeiten zu schreiben, beeindrucken und bewegen mich sehr! Auch über seine Sexualität, seine Körperdysphorie und seine Missbrauchserfahrungen schreibt Page ausführlich und aufwühlend offen.
Er beschreibt eindrücklich welche Schwierigkeiten und Hindernisse er mit seinem queeren Outing überwinden musste. Die aber noch in keinster Weise mit den Beschämungen und Anfeindungen zu vergleichen sind, die Page nach seinem Outing als Trans erleben musste.
Pages Geschichte geht mir nahe und und unter die Haut.
Es berührt und inspiriert mich sehr, dass Page trotz dieser alarmierenden Anfeindungen, seine Stimme und Sichtbarkeit dafür nutzt, sich für Menschlichkeit, Toleranz und Liebe stark zu machen.
Für mich war „Pageboy“ erneut ein autobiografisches Highlight, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!
Eingesprochen wird das Hörbuch sehr authentisch und mitreißend von Jonathan Perleth.
Meinung aus der Buchhandlung
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Elliot Page erzählt in Pageboy seine Lebensgeschichte, die mich sehr berührt hat. Ich war entsetzt und wütend mit wie vielen Vorurteilen, Kränkungen und Unverständnis Homosexuelle und Transpersonen in der heutigen Zeit immer noch zu kämpfen haben. Nicht nur von Fremden, auch aus der eigenen Familie.
Ich habe ihn durch seine Rolle in Juno kennen gelernt und bekam Jahre später die Schlagzeilen erst von seinem Coming-out und dann von seiner Transsexualität nur am Rande mit. Wie schlimm dies und auch das Versteckspiel davor für ihn war, schildert er offen und eindringlich.
Die Geschichte ist nicht chronologisch erzählt, was mich überhaupt nicht gestört hat. Ich finde es sehr authentisch so - wenn man sich an die eigene Kindheit zurückerinnert, geschieht dies ja auch in “Sprüngen” und nicht in der zeitlich exakten Reihenfolge.
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3,5 // Elliot Page - früher bekannt unter dem Namen "Ellen Page" - ist kanadischer Schauspieler in Hollywood. In seiner Autobiografie erzählt er uns von seinem Leben als transsexuelle Person, berichtet über Erfahrugnen, die er in der Filmbranche und auch privat gemacht hat. Ich mochte den Schreibstil sehr gerne und habe dem Sprecher gerne zugehört. Page legt uns seine Welt sehr offen dar, die Gefühle sind fast zum Greifen nah. Diese Persönlichkeit des Ganzen fand ich bereichernd, weil es noch einmal die Perspektive erweitert, wie es transsexuellen Menschen in der Gesellschaft manchmal ergehen kann. Erzählt wird nicht chronologisch, was einerseits spannend war, andererseits habe ich nach Beenden die Ereignisse immer noch nicht wirklich in eine Reihenfolge bringen können. Vielleicht ist es in der Printausgabe etwas ersichtlicher. Ausserdem dauerte es dann doch etwas lang, und fühlte sich dadurch immer etwas gleich an, als würde man sich im Kreis drehen. Der Schreibstil hat mich aber dabei behalten können.