Peter Gross blickt auf eine schwierige Kindheit mit gravierenden Einbrüchen zurück und rekapituliert eine bewegte Berufslaufbahn, die teilweise dieser Kindheit geschuldet ist. Seine Krise und die folgenden Jahre zeigen, dass der Staat lange Zeit nicht auf der Höhe war, wenn es um die Integration von psychisch angeschlagenen Menschen ging, die Hilfe benötigen. Obwohl die Weiterentwicklung der Invalidenversicherung ab Januar 2022 massgebliche Veränderungen brachte, gibt es heute Tausende von Menschen, die unverschuldet in die Armut und die Hoffnungslosigkeit getrieben wurden. Von diesen Menschen spricht niemand. Peter Gross kämpfte sich ins Leben zurück und erzählt heute - stellvertretend für alle vergessenen Betroffenen - seine Geschichte.
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Sehr beeindruckend - unbedingt lesen
Bettina Hertz Lesehertzen aus Brandenburg am 01.02.2026
Bewertungsnummer: 3032244
Bewertet: eBook (ePUB)
„Ohne Sprungtuch – Ich bat um Hilfe und landete ganz unten“ erzählt die wahre Geschichte von Peter Gross und ist im Novum Verlag erschienen.
Das Buch schildert zunächst die äußerst belastende Kindheit des Autors, die mich tief berührt und gleichermaßen erschüttert hat. Trotz dieser schweren Ausgangslage gelingt es Peter Gross, sich im Erwachsenenalter ein stabiles Leben aufzubauen. Doch mehrere Rückschläge und unglückliche Umstände treffen schließlich zusammen und reißen ihn sowohl körperlich als auch psychisch in einen tiefen Abgrund.
Besonders eindrücklich ist die Aufarbeitung seiner Vergangenheit im Gegensatz zu den gravierenden Missständen innerhalb der hilfeleistenden Stellen in der Schweiz. Seine Geschichte zeigt erschreckend, wie das Versagen mehrerer Stellen einen Menschen unverschuldet in Armut und Hoffnungslosigkeit stürzen kann. Auch für seine Partnerin eine extreme Belastungsprobe.
Der Schreibstil ist flüssig, direkt und schonungslos ehrlich. Viele Passagen sind schockierend, gleichzeitig aber auch beeindruckend – vor allem wegen seines enormen Durchhaltevermögens. Besonders erschütternd empfand ich das vollkommen fehlerhafte Gutachten über seinen psychischen Zustand, das trotz ärztlicher Befunde jeder fachlichen Grundlage entbehrte.
Peter Gross hat sich Schritt für Schritt ins Leben zurückgekämpft – dafür verdient er meinen höchsten Respekt, beim Lesen leidet man richtig mit. Sehr interessant ist auch das letzte Kapitel, das aus Sicht seiner Partnerin geschrieben ist. Sie schildert eindrucksvoll den zermürbenden Kampf mit Behörden, Ärzten und Gutachtern. Ihre Loyalität und Durchhalten an der Seite von Peter Gross sind ebenso bemerkenswert.
Fazit: Ein ehrliches und aufrüttelndes Buch, das nicht nur eine persönliche Geschichte erzählt, sondern auch deutliche Kritik an bestehenden Systemen ausübt. Ohne Sprungtuch ist eine aufwühlende Lektüre, die nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Sehr lesenswert.
Ein Leben, das Mut, Stärke und Ausdauer zeigt
Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 07.03.2026
Bewertungsnummer: 3068345
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
«Ohne Sprungtuch» ist für mich persönlich ein etwas anderes Buch. Es erzählt die Geschichte von Peter. Ich werde dieses Buch nicht im klassischen Sinn bewerten, denn hier geht es um eine persönliche Erfahrung, die ich weder beurteilen noch verurteilen möchte. Für mich zählt der Mensch hinter diesem Buch. Also erstmal ein herzliches Dankeschön lieber Peter, dass ich Dein Buch lesen durfte.
Peter nimmt uns mit auf die Reise durch sein Leben, von klein auf. Er beschreibt die schwierigen Verhältnissein seiner Familie und die inneren Kämpfe, die er geführt hat. An der einen oder anderen Stelle musste ich wirklich schwer schlucken und bin dennoch beeindruckt, wie Peter das alles geschafft hat.
Nicht nur seine Kindheit war schwierig, sondern auch die Situationen im Joballtag. Neid, Missgunst und Menschen, die einen einfach fallen lassen. Unsere Gesellschaft neigt leider dazu, über Menschen zu urteilen, denen man nicht ansieht, dass es ihnen nicht gut geht.
Peter gerät an Menschen, die ihm sogar unterstellen, zu simulieren oder behaupten, er wolle einfach nicht arbeiten. Stellenweise war ich wirklich erschüttert darüber, wie das System funktioniert und wie Menschen im Stich gelassen werden können. Wenn man keinen Verband am Körper hat bzw. keine sichtbaren Verletzungen, muss man irgendwie beweisen, dass es einem nicht gut geht.
Wenn ich am Ende des Buches lese, wie es Peter heute geht kann ich nur bewundern, dass er das alles durchgehalten und nicht aufgegeben hat. Auch seine Lebenspartnerin spielt eine grosse Rolle in seinem Leben, sie hat ihn in allem unterstützt. Am Ende bekommen wir auch noch einen Eindruck in ihre Sichtweise der Geschehnisse.