Band 2948
Globalgeschichte des Mittelalters
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
24.08.2023
Verlag
C.H.Beck DigitalSeitenzahl
128 (Printausgabe)
Dateigröße
1731 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783406803789
Das mittelalterliche Jahrtausend zwischen 500 und 1500 nach Christus wird in diesem Band erstmals in konziser Form globalgeschichtlich dargestellt. Er zeigt die Vielfalt teils damals unverbunden nebeneinander existierender Welten, aber auch eingehend das zusammenhängende grosse Gebiet von Europa, Nordafrika und Asien mit seiner Durchdringung verschiedener Weltreligionen und Kulturen, seinen wechselnden politischen Grenzen und seiner Vernetzung durch den Fernhandel.
Kundinnen und Kunden meinen
Globalisierung durch den trikontinentalen Fernhandel
S.A.W am 17.09.2023
Bewertungsnummer: 2024141
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Borgolte sieht die 1000 Jahre von 500 bis 1500 nZ als ein Zeitalter der Globalisierung an, das vor allem durch den trikontinentalen Fernhandel (Europa, Nordafrika, Asien) angetrieben wurde. Dabei erwies sich die islamische Eroberung Persiens als wesentlich, denn damit schufen die Araber ein Handelsnetz von Spanien bis nach China und Südostasien, sowohl zu Wasser als auch zu Land. Ihre tolerante Religionspolitik half dabei, denn im osmanischen Reich z.B. waren lange noch 80% der Einwohner Christen und nur 20% Muslime. Es ging dem Islam vor allem um einen geschützten Raum, in dem die Moslems sich frei bewegen und in Frieden Handel treiben konnten, das war neu.
Der Fernhandel wurde auch vom Mongolenreich gefördert und die geistige Toleranz machte etwa das muslimische Spanien des Kalifats Cordoba zu einem Transmissionsriemen, der Europa geistig befruchtete. China war im ganzen Mittelalter das stärkste Imperium (100 Mill E unter den Song, 150 Mill unter den Ming, dort kam es auch selten zu Hungersnöten)
Isoliert von Eufrasien entwickelten sich die pazifische Inselwelt und die beiden Amerikas. Letztere wurden von den Westküsten her besiedelt und brachten es in Mexiko und in den Anden bald zu großen Bevölkerungen und Reichen. Der polynesische Pazifik wurde, ausgehend von Taiwan in der Zeit von 3000 vZ bis 1000 nZ besiedelt, mit den Stationen Fidschi, Samoa, Tahiti, Hawaii, Neuseeland, Osterinsel. Dabei blieben viele Inseln über die Schiffahrt miteinander verbunden und tauschten Güter, in Mikronesien kam es sogar zu imperialen Bauten einer Herrscherschicht.
Um 1000 nZ erreichten die Wikinger Island, Grönland und Neufundland, die Malaiien Madagaskar. Damit war die Besiedelung der Welt fürs erste abgeschlossen, bevor die Europäer nach Kolumbus ihre Kolonialreiche errichteten
Sehr guter Überblick über die globale Ausbreitung der Menschheit im Mittelalter.