Ich habe das Buch in der deutschen Übersetzung gelesen:
Elsa, die berühmte Konzertpianistin, ist nach einem Patzer in einem Konzert in einer tiefen Krise. Wer ist sie, wer ist ihr Vater, und wer war ihre Mutter? Als 6jährige nahm sie der berühmte Arthur zu sich als Pflegekind, liess sie zu einer berühmten Pianistin, einem Wunderkind heranwachsen. Doch jetzt? Elsa pendelt zwischen Paris und London, begegnet in Athen einer Doppelgängerin, die manchmal in inneren Stimmen zu ihr spricht. Ist sie selbst die Doppelgängerin? «Vielleicht bin ich es» (43). Doch Rachmaninoff lässt sie nicht los. Eine Frau sagt zu ihr: «Rachmaninoff habe sie zu tiefst berührt, er hatte sie vergessen lassen, dass sie am Leben war» (64). Rachmaninoff also als Flucht vor dem eigenen Leben?
Elsa ist auf der Suche nach sich selbst, nach ihrer Herkunft, ihrer Mutter, innerlich getrieben, oft ratlos, heimatlos, einsam. Irgendwie geht sie manchmal wie neben sich stehend durchs Leben. Doch dann ist ihr Lehrer und Ersatzvater Arthur sterbenskrank, sie reist zu ihm nach Sardinien, versteht sich aber mit dessen Freund Andrew nicht gut. Arthur fragt sie: «Elsa, wo bist du? Wenn du nicht du bist, wer dann»? (149)
Schliesslich trifft sie ihre Doppelgängerin wieder, sie versöhnen sich, und Elsa merkt, dass der Patzer im Konzert eine notwendige Befreiung für sie war, und sie sagt zu ihrer Doppelgängerin, «dass sie aufgehört habe, sich in Rachmaninoffs Trauer einzunisten und es gewagt habe, in unserer eigenen zu leben». (172)
Ein beeindruckendes Buch einer Suche nach sich selbst, interessant komponiert und geschrieben.