SÜDERENDE ist der zentrale Ort im meerzugewandten Teil der Insel Föhr im nordfriesischen Wattenmeer. Aus diesem Ort stammen sowohl Kapitän Jürgen Rickmers als auch sein Urururenkel Bente Faust. Der Roman blickt zurück auf die Fahrenszeit von Jürgen Rickmers ab dem Jahr 1851. Und er schildert das Jahr 1865, als Rickmers sich bereits auf seine Herkunftsinsel zurückgezogen hat. Zu dieser Zeit ist Rickmers der wohl reichste Mann auf Föhr. Broder Stern ist ebenfalls Föhrer, Journalist und Skribent. Rickmers bittet ihn um die Verschriftlichung der eigenen Lebensgeschichte. Doch die Recherchegespräche lassen Stern auf eine zentrale Frage stossen: Hat der Reichtum seines Auftraggebers mit Waffenschmuggel in der Zeit des Bürgerkrieges in den USA zu tun? Eine grosse Föhr-Geschichte wird erzählt, die bis an das Ende des 19. Jahrhunderts reicht. Und sie reicht weit hinein in die Geschichten der Familien, die bis heute auf Föhr zuhause sind.
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Ein wunderbar informativer Roman, nicht nur für Föhrliebhaber
Verena B. aus Köln am 24.08.2024
Bewertungsnummer: 2275067
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf dem Cover abgebildet ist Jürgen Rickmers. Ebenjener Jürgen Rickmers, von dem dieses Buch handelt. Es schildert seinen Werdegang hin zum Kapitän, seine unglaublichen Reisen und geht der Frage nach, in wieweit Jürgen Rickmers in Waffenlieferungen und Sklavenhandel verstrickt war. Oder eben nicht!
Nachdem Bente Faust auf dem Dachboden seines Ururgroßvaters in Süderende eine Truhe mit alten Aufzeichnungen fand, wusste er noch nicht, welchen Schatz er da in Händen hielt. Erst Jahre später beschäftigte er sich erneut mit seinem Dachbodenfund und wusste, dass das, was er dort eingesammelt hatte, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss. So entstand erst ein gelungener Podcast und etwas später dann dieses Buch.
„Das Süderende der Welt – Die sieben Leben des Jürgen Rickmers“ ist eine Mischung von wahren tagebuchartigen Aufzeichnungen, einer fiktiv hinzugefügten Romanfigur des Skribenten Broder Sterns und Anmerkungen des Herausgebers Bente Fausts. Herausgekommen ist ein auf wahren Begebenheiten basierender unterhaltsamer und spannender Roman, der uns Einblicke gewährt in das Leben eines der berühmtesten Kapitäne Föhrs, in das Leben der Insulaner, einen Blick erlaubt auf die politischen Gegebenheiten und ein kritischer Blick auf die zweifelhaften Lieferungen der Seefahrer in alle Welt (Stichwort Waffenlieferung, Sklavenhandel).
Ich bin ehrlich: Das Buch liest sich teilweise wie ein Kriminalroman! Es ist so fesselnd und gut geschrieben, dass man das Gefühl hat, bei allem live dabei zu sein! Dieser Umstand ist auf jeden Fall auch dem Mitherausgeber und Autor Claus-Peter Lieckfeld geschuldet, der bereits „Die Flucht des großen Jägers: Über das Meer in ein neues Leben“ geschrieben hat!
Gekonnt führen uns Lieckfeld und Faust durch die Zeit zwischen 1851 und 1895. Wir erfahren, wer Jürgen Rickmers war und wie sein Leben aussah, nachdem er sich in Süderende zur Ruhe gesetzt hat. Auch steht sein Skribent Broder Stern im Mittelpunkt, über den wir einen reflektierten Blick auf Rickmers erhalten, aber auch eine schöne Liebesgeschichte erleben dürfen.
Was ich noch erwähnen möchte ist, dass es selbstverständlich für die im Buch vorkommenden Figuren reale Vorbilder gibt. Da Vieles der Fantasie des Autors entspricht, also er seine Ideen hat einfließen lassen, wie es gewesen sein könnte, wenn es Lücken gab oder die Aufzeichnungen unzureichend waren. Am Ende des Buches finden sich dann einige Fotos dieser Personen.
Ein tolles Buch
Bewertung am 11.08.2024
Bewertungsnummer: 2264640
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolut lesenswert. Wer eine Vorliebe für die Insel Föhr, die Menschen auf Föhr und außerdem Interesse an ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen über die Auswanderer von Föhr nach Amerika hat, der/die sollte dieses Buch lesen.