Nur das exotische Setting der Antarktis hinterlässt bleibenden Eindruck
Die Antarktis macht hier einiges wett – die Überfahrt von Ushuaia durch die Drake Passage bei Kap Horn in die Antarktis, Kajakfahrten zwischen Eisbergen, kalbende Gletscher, Pinguine, aber auch Eiseskälte und Gefährlichkeit des Kontinents und seines Wetters kommen gut rüber.
Dafür ist die Handlung an den Haaren herbeigezogen. Burnout-Problemfrau Olivia hat zwar eine Phobie vor Schiffen, will aber doch mit ihrem Yuppie-Freund Aaron auf einem Expeditionskreuzfahrtschiff ausgerechnet in die sturmumtobte Antarktis fahren. Aaron will auf dem an Gästezahl kleinen Schiff das Business „Versteigerung von Kunst auf Kreuzfahrtschiffen“ aufziehen und hat dabei nur einen einzigen (verstorbenen) Künstler unter Vertrag – ehrlich: selten so eine bescheuerte Geschäftsidee gehört. Die Handlung schwankt zwischen vorhersehbar und abwegig. Unter letzteres fällt für mich, dass eine Segeljacht wie zu Shackletons Zeiten dem Expeditionsschiff durch Wind und Wetter und Eisberge folgt. Aber eigentlich ist die Krimi-Handlung nur der lange und mühselige Weg, an dessen Ende Olivia ihre Phobie vor Schiffen überwindet – Therapie erfolgreich, Bösewichte und Wohltäter identifiziert, das Familienbild mit Papa und Mama wiederhergestellt: Olivia geht´s gut! Auch wenn so manch andere dafür ins Gras beißen mussten. Und die beste Freundin ist halt doch die Allerdollste!
Eigentlich wollte ich drei Sterne vergeben, aber ich schreibe diese Rezension drei Wochen nach Beendigung des Buchs und stelle fest, dass kaum noch Personen oder Handlung in Erinnerung geblieben sind, und muss nochmal querblättern. Nur die Antarktis hat nachhaltig Eindruck gemacht! Da hat sich die Reise der Autorin dorthin gelohnt. Zwei Sterne!