Zwei Töchter, zwei Familien – ein unentrinnbares Schicksal
New York, 1928. Sofia ist ein Freigeist, laut und ungezähmt, Antonia ist eher still und agiert bedacht. Dennoch sind die beiden von klein auf unzertrennlich, so wie ihre Familien, die sich jeden Sonntag zum Essen treffen, dabei Geschäfte besprechen – und das Band aus Blut und Liebe erneuern: Sie sind Teil der »ehrenwerten Gesellschaft«, der italo-amerikanischen Mafia. In den 30er Jahren treiben das Verschwinden von Antonias Vater und der erbitterte Machtkampf zwischen den Bossen jedoch einen unsichtbaren Keil zwischen die Freundinnen. In einer schicksalhaften Nacht werden ihre Freundschaft und die Loyalität gegenüber der »Familie« auf die Probe gestellt ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Edith Berger
aus 3istau
5/5
09.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Großes Lesevergnügen, eine Freundschaftsgeschichte
Seit Kindertagen sind Antonia und Sofia beste Freundinnen. Ihre Familien wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. Nicht nur Antonia und Sofia sind unzertrennlich. Auch ihre beiden Familien unternehmen alles gemeinsam. Außenstehende begegnen sämtlichen Familienmitgliedern äußerst zuvorkommend. Den heranwachsenden Mädchen wird schnell klar, dass ihre Väter keine herkömmlichen Berufe haben. Die dunklen Machenschaften werden kleingeredet und verdrängt. Bis eines Tages der Vater von Antonia Russo spurlos verschwindet
Bewertung
aus Belgershain
5/5
09.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnde Lektüre
Das Buchcover ist hat mich gleich angesprochen und Lust darauf gemacht das Buch zu lesen. Die Geschichte handelt von zwei jungen starken Frauen in den 1920er Jahren im Umfeld des Mafia Milieus. Sofia und Antonia verbindet eine tiefe Freundschaft die immer wieder auf harte Proben gestellt wird und sich im Umfeld der Familien beweisen muss. Die Geschichte ist super spannend und sehr einfühlsam geschrieben . Das Leben der beiden Freundinnen nimmt uns mit auf eine Zeitreise der Einwanderer in den USA der ersten Hälfe des 20.Jahrhunderts . Die besondere Art des Lebens im Kreise der mafiösen Verstrickungen ist für mich schwer vorstellbar und ja doch auch heute noch überall auf der Welt vorhanden. Mich hat das Buch gefesselt und ich empfehle es sehr gern weiter. Ideal für lange trübe Wintertage an denen man sich viel Zeit für ein gutes Buch nehmen kann.
Bewertung
aus Beselich
5/5
19.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Freundschaft auf dem Prüfstein
New York in den 1920er Jahren-Sofia und Antonia sind unzertrennlich. So unzertrennlich auch ihre Familien im Mafia-Milieu verwoben sind. Ihre bisher sorglose gemeinsame Zeit als beste Freundinnen wird auf eine Zerreißprobe gestellt, als Antonias Vater plötzlich verschwindet. Hat sein Vorhaben, die „Familie“ zu verlassen, dazu geführt?
Die Autorin präsentiert in durchaus realistisches Bild des damaligen Lebens in New York, wo der Amerikanische Traum von so vielen Einwanderern geträumt wird und viel zu oft nicht in Erfüllung geht. Sie zeigt, wie nah Freundschaft und Verrat beieinander liegen können. Im Mittelpunkt stehen die beiden starken jungen Frauen, die versuchen, ihren Platz im Leben zu finden. Sie nimmt die LeserInnen auf eine interessante Zeitreise mit, die noch lange nachklingt.
Bewertung
5/5
16.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
1928 in Brooklyn, das Leben von...
1928 in Brooklyn, das Leben von Frauen und Kindern in Mafiafamilien, spannend und außergewöhnlich. Ein lesenswertes Debut!
Giselas Lesehimmel
aus Landshut
5/5
05.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keiner verlässt die Familie!
Meine Meinung:
*Keiner verlässt die Familie!*
Wer sie verlässt, bezahlt mit seinem Leben!
Brooklyn, New York, 1928 – 1948
Ich habe dieses Buch von der ersten Silbe an genossen. Obwohl es in Brooklyn spielt, hatte ich die meiste Zeit das Gefühl mich in Italien zu befinden. Das Thema gefällt mir ausnehmend gut. Ich habe mir vorher noch nie Gedanken darüber gemacht, wie es Kindern ergeht, die ins Mafia-Milieu hineingeboren werden. Sofia und Antonia sind beste Freundinnen. Sie haben ja nur sich. Bald schon merken sie, dass man ihnen mit Respekt (Angst) begegnet. In der Schule wird es besonders deutlich. Sie gehören einer mächtigen Familie an. Antonias Vater Carlo zweigt immer ein bisschen Geld ab. Er träumt von einem Leben außerhalb der Familie. Einst war er glücklich darüber von Tommy, dem großen Mafioso, unter die Fittiche genommen zu werden. Keine niederen Arbeiten mehr verrichten zu müssen und in den besten Lokalen zu speisen. Als er merkt, in was er da hineingeraten ist, ist es schon zu spät. Sein Wunsch die Familie zu verlassen bezahlt er mit dem Leben. Die Freundschaft der Mädchen bekommt Risse. Antonias Mutter zerbricht an dem Tod ihres Mannes. Sofias Vater Joey wir vom Big Boss befördert.
Joey fand ich Anfangs sympathisch. Ich war sehr gespannt, was ich über ihn noch erfahre. Ob er an dem Tod von Carlo beteiligt war. Wie gefährlich die Mafia ist, wissen wir ja alle. Unvorstellbar dass jeglicher Kontakt zur Zugehörigkeit der Familie oder den Tod bedeuten kann. Der Schreibstil mutet poetisch an. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Das Ganze spielt sich in den Jahren 1928 – 1948 ab. So erleben wir ein großes Stück Geschichte. Männer die unter Einsatz ihres Lebens Wolkenkratzer gebaut haben. Den Börsencrash 1929 und seine Auswirkungen. 1939 den 2. Weltkrieg.
Die Freundinnen werden erwachsen und gründen eigene Familien. Die Familie ist über die Wahl von Antonias Ehemann erstaunt. Antonia und Sofia entfremden sich immer mehr. Und ich habe gehofft, dass sie wieder zueinander finden. Habe mich gefragt, ob sie jemals ein selbstbestimmtes Leben führen können. Ob sie das haben verrate ich natürlich nicht. Diese Geschichte ist es wert, intensiv gelesen zu werden. Ich gebe zu, es fiel mir stellenweise nicht leicht. Der anspruchsvolle Schreibstil ist für mich kein Buch, welches ich schnell mal auf einen Nachmittag weglese. Dennoch ist es eins der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
Fazit:
Auf eine leise Art kommt diese Geschichte sehr spannend daher. Sie schlägt dem Einheitsbrei ein Schnippchen. Ein wirklich tolles Debüt der Autorin.
Danke Naomi Krupitsky. Auch ein Dankeschön an Ursula Wulfekamp für die geniale Übersetzung.
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5/5
01.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Freundschaft Tod und Verrat in der Mafia
Sofia und Antonia wachsen inmitten der Mafia in New York auf. Sie sind unzertrennlich und nichts kann ihre Freundschaft erschüttern. Obwohl sie sich charakterlich nicht ähnlich sind ergänzen sie sich als kleine Mädchen optimal.
Als Antonias Vater plötzlich verschwindet und beide sich zu jungen Frauen entwickeln schiebt sich ein Keil zwischen die Beiden und ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Ein fulminanter Roman und ein fesselndes Debut.
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4/5
18.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frauenfreundschaft in Mafia-Gefüge
New York in den Jahren 1928-1948, die Mafia und mittendrin zwei Mädchen, die ihren Platz in der Welt und in der Familie finden müssen.
Naomi Krupitsky schreibt ihren ersten Roman als allwissende Erzählperson und im Präsens. Der Prolog aus dem Juli 1948 bietet einen ersten Blick auf das Ende der Geschichte, die dann, aufgeteilt in fünf Teile (1) 1928-37, 2) 1937-41, 3) 1941-42, 4) 1942-47, 5) 1947-48) erzählt wird. Krupitsky konzentriert sich dabei auf die beiden Protagonistinnen, Sofia und Antonia, wechselt aber auch immer mal wieder zu anderen Figuren. Beispielsweise zu den Eltern der beiden und erzählt in Rückblenden, wie sie zur Familie kamen und sich kennenlernten. Gleiches gilt später für die Ehemänner von Sofia und Antonia. So entsteht ein Panorama der Figuren und der ausgetretenen Pfade, auf denen sie sich bewegen.
Sofia ist temperamentvoll, Antonia eher ruhig, beide wollen mehr vom Leben und doch finden sie sich schon bald in der Rolle ihrer eigenen Mütter, weiterhin inmitten der Familie wieder. Ein Umstand, den beide nicht hinnehmen wollen. Sofia rebelliert, indem sie Teilhabe an der Arbeit der Familie einfordert und so versucht, sich diese zu eigen zu machen. Antonia wiederum setzt sich stiller, aber umso verzweifelter mit ihrem Leben auseinander und nimmt ihr Schicksal erst am Ende in die eigenen Hände. Beide verhandeln auf ihre eigene Weise auch ihre Rolle als Frau: Hausfrau und Mutter oder berufstätig. Damals ein viel grösserer Gegensatz als heute, aber noch heute stehen wir vor denselben Erwartungen und derselben Kritik, wenn wir uns für/gegen das eine oder andere entscheiden oder versuchen, beides miteinander zu vereinbaren.
Zudem siedelt Krupitsky ihr Buch in einer turbulenten Zeit an und bringt mit Saul die Schrecken des Holocaust und ganz allgemeingültig die Biografie eines Flüchtlings in die Geschichte ein. Sie zeigt, wie vielfältig sich das Trauma einer Entwurzelung auswirkt. Auch in New York tat sich damals eine Menge: die Typologie der Stadt veränderte sich stark in den zwanzig Jahren, die das Buch umspannt. Die Geschichte der italienischen Mafia, der Revierkämpfe mit den Iren und die Konkurrenz zur jüdischen Mafia prägen am Rand das Leben von Sofia und Antonia. Sie sind kaum direkt von der Gewalt jener Zeit betroffen, aber sie schwebt immer mit und wirkt sich auf das Leben der beiden aus.
Es heisst, das Buch sei eine Mischung aus den Sopranos und den Büchern Elena Ferrantes. Es gibt definitiv Anklänge an die neapolitanische Saga und die Freundschaft der beiden Protagonistinnen dort, jedoch ist «Die Familie» nicht so schwermütig. Das liegt daran, dass die zeitliche Spanne hier, in diesem einen Buch grösser ist, also gar nicht so viel Raum bleibt, um lange von Spannungen zwischen Antonia und Sofia zu berichten. Ausserdem wirkt die Freundschaft der beiden tiefer, dringender.
Naomi Krupitsky hat mit «Die Familie» einen fesselnden Roman über eine intensive Freundschaft und das Leben zweier Frauen geschrieben, die ihren Platz im Leben und in der Gesellschaft finden mussten – Themen, die noch heute Gültigkeit besitzen und die Figuren umso lebendiger und nahbarer wirken lassen.
Ins Deutsche übersetzt von Ursula Wulfekamp.