Die westlichen Gesellschaften zerstören ihre Bestände rückstandslos. Wo man lange Zeit noch Fahrlässigkeit im Transformationsrausch vermuten konnte, steht Vorsatz nun ausser Zweifel. Das Hygieneregime seit 2020 und die "Neue Normalität" im endlos verlängerten Notstand sind nur der verheerendste Angriff in einer langen Reihe. Die Attacken zielen auf das "Herz der Antriebe" (Arnold Gehlen). Sie betreffen die ungeschriebene Grammatik der Gewohnheiten, die tragenden und gründenden Strukturen der Lebenswelt, das Fundament einer bestandserhaltenden Rationalität und den welterschliessenden Bedeutungshorizont der Sprache. Und sie gipfeln in einem Angriff auf die uns geläufige Wirklichkeit, deren Massgeblichkeit ausser Kraft gesetzt wird. Lässt sich die ideologisch anvisierte Geschichts- und Herkunftslosigkeit durch digitale Überwachung auf Dauer stellen? Hat der sozialtechnologische Weltumbau, wie ihn globale Oligarchen fordern und vorantreiben, Aussicht auf Erfolg? Kann eine Gesellschaft ohne Bestände Bestand haben? Dies sind die Ausgangsfragen von Michael Esders, der in seinem neuen Buch die Inventur einer Gesellschaft am sozialen Nullpunkt mit einer nuancierten Positionsbestimmung konservativen Denkens verknüpft.
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