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Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne Roman | Wer kann ich sein, wenn ich es nicht mehr allen recht machen muss?

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.10.2024

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

18.6/11.8/3.2 cm

Gewicht

306 g

Farbe

Aubergine / Flieder

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-06967-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.10.2024

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

18.6/11.8/3.2 cm

Gewicht

306 g

Farbe

Aubergine / Flieder

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-06967-8

Herstelleradresse

Ullstein Taschenbuchvlg.
Friedrichstraße 126
10117 Berlin
DE

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  • Bewertung

    5/5

    19.02.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Sanfte Worte, die einen umhauen

    Ich bin so begeistert von dem Buch, der Sprache und der Geschichte. Alles ist so feinfühlig und nahbar erzählt - ich musste lachen und weinen. Kathas Geschichte bietet viele Anknüpfungspunkte für Frauen, die in den 00er Jahren groß geworden sind.

  • MarieOn

    5/5

    14.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So nah am Leben

    Katha war vierzehn, als ihre Eltern sich trennten. Eigentlich sollte Kathas Schwester Nadine die Liebe retten, jetzt ist sie acht. Katha entging nicht wie sich etwas zwischen die Eltern schlich. Deshalb schrieb sie alberne kleine Zettel mit Aufforderungscharakter: „Wer das liest, küsst Mama“ und so. Zuerst konnte Katha ihre unbeholfenen Eltern einander näherbringen. Aber dann, als ihr Vater sich unbeobachtet fühlte sah Katha, wie er ihren Zettel zerknüllte und wegwarf, da hatte auch sie es verstanden. Vier Jahre später zogen Katha und Nadine mit Mama zurück nach Dortmund. Nadine trat gegen die Umzugskartons und brüllte, dass sie keine neue Schule will. Die Mutter stürzte in einen Krater und ignorierte die Hände, die Katha ihr reichte und die Seile, die sie ihr zuwarf. Am Abend saß die Mutter resigniert vor dem Fernseher und trank Wein. Kathas erster Schultag lief so lala. Sie wurde neben Kati gesetzt, ein braunes Lockenwunder griechischer Eltern. In der Pause stand sie mit der vierer Mädchenclique in einer Ecke und fing wieder mit dem Rauchen an. Die kleine Schwester hatte es härter getroffen. Sie hatte die Arme verschränkt und die Lippen aufeinandergepresst, keiner sprach mit ihr, alle gingen ihr aus dem Weg. Katha versucht Mutter und Schwester aufzuheitern, das Beste aus allem zu machen. Sie lässt Nadine toben und schreit mit ihr gemeinsam Nadins Wut raus, an der Mutter prallt sie ab. Der Vater holt sie beide alle Jubeljahre in seinem Polo ab und fährt mit ihnen in die Stadt. Beim letzten Mal war seine neue Freundin dabei, neunzehn Jahre jünger als Papa, quiekende Stimme, zittrig nervös, hatte sie jedem Mädchen eine Tüte Schokobons geschenkt. Vom Rücksitz aus bedankte sich Katha, Nadine kurbelte das Fenster runter und schmiss die Tüte auf die Straße. Fazit: Sina Scherzant hat ein großartiges Debüt hingelegt. Es ist unmöglich sich nicht in die Protagonistin zu verlieben, deren einziger Wunsch es ist, den anderen Menschen, das Leben leicht zu machen. Sie übernimmt enorme Verantwortung, ist zurückhaltend und verbindend. Die Menschen an denen sie sich orientieren kann, hauptsächlich Frauen, agieren alle ähnlich, halten sich zurück, halten aus und äußern sich herablassend und ätzend, wenn andere Frauen aus der Reihe tanzen. Dann trifft Katha auf eine „aus der Norm gefallene“, die ihr zum Vorbild wird und findet in ihr eine Vertraute, eine die sie anschaut und wirklich zuhört. Die neue Sichtweise hilft ihr dabei, sich selbst wahrzunehmen und nicht nur die Bedürfnisse der anderen. Diese feinfühlige, humorvolle, traurige und lebensbejahende Erzählung hat mich tief berührt und mitgerissen. Sina Scherzant hat ganz nah am Leben entlanggeschrieben.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    28.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Am Ende entkommt niemand der eigenen Kindheit ganz unbeschadet...

    Das Buch “Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne” von Sina Scherzant ist ihr Debütroman, den ich jedoch erst nach ihrem zweiten großartigen Roman “Taumeln” gelesen habe. Beide Bücher zeigen ein großes Talent!   Die Geschichte von Katha, die es allen Recht machen möchte im Leben, die sich selbst dabei völlig vergisst, die ihre Gefühle und Wünsche nicht äußern kann, ist sehr intensiv. Alle Charaktere sind authentisch und gut beschrieben. Sina Scherzant hat einen wunderbaren Schreibstil. Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich diese Geschichte über Freundschaft und Verbundenheit, über Verlust und Trauer, über eine unglückliche Kindheit förmlich aufgesogen. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir! Ich hoffe sehr auf weitere Bücher von Sina Scherzant!   “Sich zu kümmern, aufzuopfern, allzeit bereit zu sein im Kampf gegen das Unwohlsein der anderen, hieß nur blöderweise auch irgendwie unsichtbar zu werden. Anders als die Figuren in meinen Lieblingsserien wurde ich zur Nebenrolle in meinem eigenen Leben. Aber das war schon in Ordnung so. Das Wichtigste war schließlich, dass es allen gut ging. Allen anderen.”   “Trauern ist ein eigenartiger Zustand. So individuell wie das Verhältnis zu verlorenen Person, so einzigartig ist auch die Trauer, das verstand ich aber erst viel später.”

  • Lara

    5/5

    26.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    wow

    Was ein tolles Buch! Habe das Buch eigentlich wegen des wunderschönen Covers gekauft. Auch der Titel hat mich total neugierig gemacht und angesprochen. Als ich dann noch gelesen habe worum es in dem Buch geht war ich ganz hin und weg. Und was soll ich sagen. Es ist ein wunderschönes Buch mit einer tollen Geschichte. Alle die in den 2000ern im gleichen Alter wie Katha waren werden so oft schmunzeln müssen und sich in der Zeit zurück versetzt fühlen. Ich konnte mich während der gesamten Geschichte so sehr in Katha hineinversetzen und habe richtig mitgefühlt. Habe das Buch verschlungen und von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich gemocht.

  • Bewertung

    5/5

    01.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein geniales Buch, zutiefst berührend

    Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne „The wounded child inside many females is a girl who was taught from early childhood that she must become something other than herself, deny her true feelings, in order to attract and please others.” Bell Hooks In ihrem Debütroman setzt sich Sina Scherzant mit der Überanpassungsfähigkeit von Frauen, dem „People-Pleaser“-Phänomen auseinander. Die Ich- Erzählerin Katha erzählt aus dem Blickwinkel einer Teenagerin, später dem einer erwachsenen Frau, sehr intensiv und genau beobachtend über wichtige Phasen ihres Lebens. Sie bezeichnet sich selber als „Lebenshandwerkerin“, die sich vor allem nach der Trennung ihrer Eltern aufopferungsvoll sowohl um ihre jüngere Schwester als auch um ihre Mutter kümmert. Auch während ihrer ersten Kontaktaufnahme mit einem Jungen ist nicht in der Lage, ihr Wünsche zu äußern, passt sich den Bedürfnissen des anderen an. „Und so saß ich da und tat, was von mir erwartet wurde, als Filip seine nach Knoblauch und Kippen schmeckenden Lippen auf meine drückte.“ Als sie die Mutter einer Klassenkameradin kennenlernt, beginnt sie, ihre Rolle zu beobachten und zu hinterfragen. Angelica ist so ganz anders als die Erwachsenen, mit denen Katha in ihrer Familie zu tun hat, sie ist offen, selbstbewusst und stark. Die Nachmittage bei Angelica, die intensiven Gespräche, das Gefühl wahrgenommen und gesehen zu werden, lösen bei Katha starke Gefühle aus. In den Gesprächen mit Angelica lernt sie viel über sich und sie lernt, sich zu wehren, ihre Meinung zu vertreten, aufzubegehren, raus aus der Anpassung zu gelangen. Der Verlust dieser wunderbaren Frau, die eine Stütze und auch ein Vorbild für den Kreis der Freundinnen ist, ist für Katha nicht zu ertragen. Traurig und humorvoll beschreibt die Autorin die grauenhaften Besuche bei den Großeltern der Mutter, die „Arschgeigennachmittage“ (Was sich gehört und was sich nicht gehört.), ihren „Migrationsneid“ auf die Freundinnen, die in den Ferien zu Verwandten in andere Länder reisen, ihre große Liebe und Verantwortung für ihre Schwester, ihre Verachtung für ihre Mutter, die sich verliert. Wenn sie den Alltag nicht mehr erträgt, flüchtet sie in Phantasiewelten. Sprachlich virtuos, in beeindruckenden Metaphern“ werden wir mitgenommen in die Welt dieser jungen Frau, die in „Stülprozessen“ immer wieder versucht, ihr Inneres zu verdrängen. Ihre atemlosen Gedanken spiegeln sich in atemlosen Sätzen wider. Die tiefe Liebe zwischen Menschen erfährt eine starke Symbolik. Ein geniales Buch, zutiefst berührend, unbedingt lesenswert.

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Petra Graber

    Petra Graber

    Orell Füssli Wirz Aarau

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Intensiv und sprachlich wunderbar geschrieben

    “Wer kann ich sein, wenn ich es nicht mehr allen recht machen muss?” Haben wir uns das nicht alle schon gefragt? In diesem Coming-of-Age Roman begleiten wir die zu Beginn 14-jährige Katha. Die Eltern lassen sich scheiden und nun zieht sie mit der Mutter und ihrer sechs Jahre jüngeren Schwester nach Dortmund. Sie sieht sich als Lebenshandwerkerin und fügt sich in der neuen Schule relativ schnell ein. Sie schliesst sich einer Mädchengruppe an, die sich immer mal wieder bei der Anführerin zu Hause treffen. Und dort lernt Katha deren Mutter Angelica kennen. Angelica und der Platz vor ihrem Küchenfenster werden für Katha ein Rückzugsort. Bis Angelica an Krebs erkrankt und stirbt. Und Kathas Welt erneut zusammenbricht.  Ein sprachlich wunderbar geschriebenes Buch. Mich hat fasziniert, wie die Autorin Sina Scherzant das Innenleben von Katha so präzise, und dem Alter entsprechend, aufzeigen konnte. Dieses Gefühl des “sich anpassen müssen” kenne ich selbst auch sehr gut. Die Geschichte ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil ist mit Abstand am längsten und beschreibt wie Katha die Damenbande und Angelica kennenlernt. Der zweite Teil spielt in der Zeit nach Angelicas Tod und ist sehr episodisch. Es fühlt sich fast wie Fieberträume an. Manchmal ist nicht klar, was wirklich passierte und was sich nur im Kopf von Katha abspielte. Sprachlich weicht dieser Teil sehr vom Ersten ab, passt meiner Meinung nach trotzdem sehr gut zu Kathas Verfassung, ihrer Trauer um den Verlust und die Leere, die sich in ihr ausbreitete. Der kurze dritte Teil am Schluss spielt 14 Jahre später und wir erhalten einen kurzen Einblick in Kathas Erwachsenenleben. Das Ende verleiht der ganzen Geschichte eine sehr versöhnliche Note, was mir gut gefiel.  Wer sich auch schon immer über “dieses verdammte Patriarchat” ereifert hat, zeitgemässe Literatur liest und sich gerne einer Coming-of-Age Geschichte widmet, ist hier am richtigen Ort. Ein intensives Buch über Beziehungen, Verluste und dem Finden des eigenen Weges.

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