Band 15141
Alexander Ein modernistischer Roman über makedonische Eroberung, charismatische Herrschaft, Selbstmythisierung und den Preis politischer Utopien
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
20.10.2025
Verlag
E-artnowSeitenzahl
240 (Printausgabe)
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
EAN
4099994078665
Klaus Manns "Alexander. Roman der Utopie" (1929) gestaltet das Leben Alexanders des Grossen nicht als blosse historische Rekonstruktion, sondern als geistige Versuchsanordnung über Macht, Weltvereinigung und die Verführbarkeit durch politische Grösse. Der Roman verbindet antike Stoffe mit moderner psychologischer und gesellschaftskritischer Deutung: Alexanders Eroberungen erscheinen zugleich als Ausdruck eines visionären Universalismus und eines masslosen Herrschaftswillens. In einer bewegten, essayistisch reflektierenden Prosa verschränkt Mann historische Szenen, innere Konflikte und utopische Entwürfe. Damit steht das Werk im Kontext der Weimarer Republik, deren Krisenerfahrungen den Blick auf charismatische Führer und imperiale Ideologien schärften. Klaus Mann (1906-1949), Sohn Thomas Manns, gehörte zu den politisch wachen und kosmopolitischen Autoren seiner Generation. Früh mit den Spannungen zwischen künstlerischer Selbstbestimmung, familiärer Tradition und gesellschaftlicher Verantwortung konfrontiert, beobachtete er den Aufstieg autoritärer Bewegungen mit besonderer Sensibilität. Seine Reisen, die internationale Orientierung und sein entschiedenes antifaschistisches Engagement prägten sein Interesse an historischen Persönlichkeiten, in denen sich schöpferische Energie und zerstörerischer Machtanspruch verbinden. "Alexander" lässt sich daher auch als indirekte Auseinandersetzung mit den politischen Fantasien seiner Gegenwart lesen. Das Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die historische Literatur nicht nur als Erzählung vergangener Ereignisse, sondern als Reflexion gegenwärtiger Machtverhältnisse verstehen. Manns Roman eröffnet einen anspruchsvollen Dialog zwischen Antike und Moderne und lädt dazu ein, über die Grenzen politischer Utopien, die Verantwortung des Einzelnen und den Preis weltgeschichtlicher Grösse nachzudenken.